Christian-Albrechts-Universität zu Kiel


Große Forscher und Forscherinnen von der Förde:

Heinrich Ferdinand Scherk


Heinrich Ferdinand Scherk lehrte als ordentlicher Professor für Mathematik und Astronomie von 1833 bis 1852 an der Christiana Albertina.


Er wurde am 27.10.1798 in Posen geboren. Nach seiner Gymnasialaus-bildung studierte er von 1818 bis 1820 an der Universität Breslau und von 1820 bis 1822 in Königsberg . Sein dortiger Lehrer Friedrich Wilhelm Bessel schickte ihn 1822 mit einem Empfehlungsschreiben zu Carl Friedrich Gauß nach Göttingen. 1823 promovierte er in Berlin unter Anleitung von Bessel und Heinrich Brandes, ging dann wieder zurück nach Königsberg und habilitierte sich dort 1824.

Im Jahre 1826 wurde er als außerordentlicher Professor nach Halle berufen und 1831 als Nachfolger des bereits 1825 verstorbenen Johann Friedrich Pfaff zum ordentlichen Professor ernannt. Einer seiner Schüler hier war Ernst Eduard Kummer, der eine von Scherk gestellte Preisaufgabe löste und 1831 promoviert wurde. Am 10.9.1833 wurde er als ordentlicher Professor für Mathematik und Astronomie in Kiel bestellt. Für die Wiederbesetzung des Lehrstuhls, den bis 1832 Nikolaus Theodor Reimer innegehabt hatte, war u.a. Johann Peter Lejeune Dirichlet vorgeschlagen worden. Er nahm dreimal das Amt des Rektors wahr und wurde 1835 Verwalter des Universitätsvermögens und der akademischen Institute. Ab 1848 war er auch Mitdirektor der deutschen Seekadettenschule in Kiel.

Nach der Niederschlagung der schleswig-holsteinischen Erhebung wurde Scherk, seit Jugend ein begeisterter deutscher Patriot, am 4.6.1852 zusammen mit sieben Kollegen aller seiner Ämter enthoben und entlassen. Alle Bemühungen, ihn nach Halle zurückzuberufen oder eine Wiedereinstellung in Kiel zu erreichen, scheiterten. Den Lehrstuhl in Kiel erhielt 1852 Georg Daniel Weyer. Scherk ging als Lehrer an das Blochmannsche Institut in Dresden und wurde 1854 Direktor einer höheren Gewerbeschule in Bremen. Da diese schon 1857 geschlossen wurde, musste er von 1858 bis 1874 als Lehrer an einer Hauptschule in Bremen arbeiten. Er starb am 4.10.1885.

Neben seinen Beiträgen zu astronomischen Problemen verfasste er u.a. Arbeiten zur Zahlentheorie, zur Theorie der Reihen und über die Integration von Differentialgleichungen. 1830 beteiligte er sich an einer von der Fürstlichen Jablonowskyschen Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig gestellten Preisaufgabe. Seine eingereichte Schrift »De proprietatibus superficiei quae hac continetur aequatione (1+q2)r-2pqs+(1+p2)t=0 disquisitiones analyticae«, in der die heute in der Differentialgeometrie wohlbekannte »Scherksche Minimalfläche« angegeben wird, wurde 1831 mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Prof. Karsten Johnsen

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