Die Bedeutung der theologischen Tugenden Hilfe
Gemäß der katholischen Auffassung befähigen die drei göttlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung den Menschen, sein eigentliches Ziel (Gemeinschaft mit Gott) zu erreichen &. Sie sind als Geschenke der göttlichen Gnade & und gleichzeitige Handlungsaufforderung anzusehen. Der Mensch muß die hinter diesen Begriffen "Glaube, Liebe, Hoffnung" stehenden Handlungsaufforderungen erfüllen, um das Heil Gottes und damit das ewige Leben zu erreichen. Es folgt eine kurze Beschreibung eben dieser Handlungsaufforderungen.
Die Tugend Glauben |
Aufgrund des häufigen Auftretens des Wortes "Glaube" im Neuen Testament wird ihm dort eine Schlüsselrolle zugesprochen. Im Neuen Testament ist Glaube "die umfassende und grundlegende Antwort des Menschen auf das Heilshandeln Gottes in Jesus Christus, das ihnen durch das Evangelium mitgeteilt wird" &. Luther vertritt die Auffassung, daß Glaube die Einwohnung Christi bedeutet. Daraus folgt die "Vergottung &" des glaubenden Menschen. Die Reformatoren verstehen Glauben demnach als "Gemeinschaft mit Christus" &. Luther wirft den Katholiken vor, die "bloße Wahrnehmung des Glaubens-Gegenstandes" bereits als wahren Glauben anzusehen &. Die Tugend, Glauben zu leben, bedeutet nach Luther, mit Gott eins zu werden.
Das sind vor allem diejenigen, die dessen Inhalt definieren.
Buch, Gesetzestafeln, Kreuz und
Geisttaube, Gnadenstrahl, brennendes Herz, Kelch, brennende Kerze, Lamm, Leuchter, Manna (Brot), Matronenschleier, Sieb (Scheidung des Wahren vom Falschen).
Genannte Attribute werden häufig mit weiteren Symbolen wie Altar, Kirchenmodell, Fels, Quader, Säulenbasis usw. kombiniert. Auf diese Weise entstehen komplexe visuelle "Definitionen" des Glaubens &.
| Zur speziellen Bedeutung der Tugend Glaube am Grabmal Friedrichs I. siehe auch: |
Allgemein ist Liebe die Gefühlsbindung einer Person an jemanden oder etwas.
Die Tugend Liebe |
Der Inbegriff der Liebe ist die Gottesliebe. Durch sie werden Menschen befähigt, sich gegenseitig zu lieben. Die größte Liebe auf Erden ist diejenige zwischen den Eltern und ihren Kindern und diejenige zwischen Mann und Frau. In allen Formen der Liebe geht es uns immer auch um uns selbst. "Eine gesunde Selbstachtung und Selbstliebe ist sowohl Basis einer reifen partnerschaftlichen Beziehung wie umgekehrt deren Frucht &."
In der Religionswissenschaft und in der Theologie wird unter Liebe dreierlei verstanden:
die Liebe von Gott
die Liebe zu Gott
die Liebe zum Nächsten
Nach Matthäus (22,36-40) im Neuen Testament ist die Liebe von und zu Gott und die Liebe zu den Mitmenschen das wichtigste Gebot. "Die Liebe Gottes ist das Herzstück des biblischen Liebesgedankens. &" Nach Johannes (1. Johannes 4) ist Gott die Liebe selbst. Die Liebe zu Gott ist die von Gott geforderte Antwort auf seine Liebe. "Die Liebe zu Gott erweist sich ... in der konsequenten Erfüllung seiner Gebote. ... Die Nächstenliebe ist im Alten Testament zum Teil zur Liebe zu den Fremden erweitert, ein Spitzengebot der Ethik, konzentriert auf die Mitglieder des Gottesvolkes, ... konkretisiert vor allem in der Überwindung von Groll und Rache. &" Die Tugend der Liebe in der Lebensführung zu berücksichtigen, bedeutet also:
Die Liebe Gottes entgegen zu nehmen.
Die Liebe Gottes zu erwidern, indem man die Gebote befolgt und damit
Mitmenschen Liebe entgegenbringt.
Bezüglich des Zusammenhanges zwischen Glaube und Liebe gibt es eine Kontroverse zwischen der Auffassung Luthers und der der katholischen Kirche. Luther lehnt die Einstellung der katholischen Kirche ab, daß "erst der durch die Liebe geformte Glaube das Heil des Menschen bewirke &". Er stellt die These auf, daß nicht die Liebe der Menschen, sondern Gott den Glauben formt und realisiert (zu diesem Konflikt siehe auch: 4.3 Glaube und Grabmal).
Baum mit Vögeln, Brote, Delphin, Geldbeutel, Flammen, Fruchtschale, Herz (auch brennend), Löwin mit Jungen usw. &
| Zur speziellen Bedeutung der Tugend Liebe am Grabmal Friedrichs I. siehe auch: |
Nach Plato gehört es zum "Wesen des Menschen, zu hoffen, d. h. auch im Unglück von der Zukunft Gutes zu erwarten &".
Die Tugend Hoffnung |
Hoffnung gibt menschlichem Handeln motivierende Kraft. Sie ist Gegenspielerin von Verzweiflung, Resignation und Furcht &. Im Neuen Testament steht sie dadurch im Spannungsverhältnis zwischen Gottvertrauen und menschlichem Zweifel. Vertraut man auf Gott, so gibt die Hoffnung Sicherheit &. Diese Sicherheit wird mit jener verglichen, die ein Anker einem Schiff gibt. "Als Basis und Quelle der christlichen Hoffnung dienen u. a. der Glaube..., Gottes rettende Liebe ... und die Schrift. &" Das Ziel christlicher Hoffnung ist die Auferstehung, die Vergebung der Sünden und das ewige Leben. "Das kommende Gericht bildet den vollständigen Sieg Gottes über die Sünde. Und die kommende Neuschöpfung Gottes bedeutet seinen endgültigen Sieg über den Tod. Und daher bilden beide für uns grundsätzlich allen Anlaß zur Freude &." Die Hoffnung bewährt sich im Kampf gegen ihre Gegensätze sowie im Ertragen dieser &.
Bienenkorb, Falke, Füllhorn, Ketten, Lilie, Osterfahne, Pilgerstab, Phönix, Schiff, Segel, Schiffbruch, Spaten, Sichel, Turm, gefangener Vogel. &
Die Gegenprinzipien der Hoffnung, unter anderen ist das Desperatio (Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung) werden durch Judas verkörpert &.
| Zur speziellen Bedeutung der Tugend Hoffnung am Grabmal Friedrichs I. siehe auch: |
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Der Ursprung
Die Bedeutung
Der Prunksarg des Grabmales Friedrichs I. wird von sechs der sieben Tugenden getragen. Die spezielle Analyse der Symbolik dieses Grabmales (einschließlich der Tugendsymbolik) ist Ziel der folgenden Kapitel:
| 4 | Allgemeine, übergreifende Gedanken zum Grabmal und ihre Umsetzung durch einzelne Symbole | 4.1 |
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4.2 |
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4.3 |
Grabmal und Glaube |
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4.4 |
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