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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Nimrud / Nordwestpalast / Lamassu

MyCoRe ID:kibidano_kibpic_00014953
Titel:Nimrud / Nordwestpalast / Lamassu
Landessprachlich:نمرود / قسر شمالى غربى
Ort: Nimrud
Provinz/Region: Ninawa - Republik Irak
 

 
Bild-Informationen:
 
Photograph:Dr. Lambrinous
Texte:Rüdiger Bartelmus
Beschreibung:Lamassu im Bereich des Thronsaals des NW-Palasts.
Die als Lamassu bezeichneten figürlichen Darstellungen von Mischwesen aus Stier, Löwe, Mensch und Adler/Greif, die – zumeist in gewaltiger Größe – paarweise an Torgebäuden in assyrischen (und persischen → Persepolis) repräsentativen Bauten aufgefunden wurden, haben primär eine apotropäische Funktion, d.h. sie dienten (symbolisch) als "Wächter" bzw. (psychologisch) der Einschüchterung der Personen, die mit diesen zudem der Machtdemonstration des jeweiligen Bauherrn dienenden Kolossen konfrontiert waren. [Daß Lamassus mehr als vier Beine aufzuweisen scheinen, hat mit dieser Funktion dagegen wohl eher nichts zu tun, das Phänomen hängt vielmehr damit zusammen, daß assyrische Steinmetzen die Technik der perspektivischen Darstellung noch nicht kannten: Es sollte nur sicher gestellt sein, daß der Betrachter – unabhängig davon, von welcher Seite er die Statuen ansah – stets den Eindruck haben konnte, die Mischwesen ständen fest auf vier Beinen].
Die im DuMont-Reiseführer von W. Gockel vertretene These, der Helm dieses Lamassus sei "als Fischkopf gearbeitet" und bringe zusammen mit den "Schuppen an der Brust" in das Mischwesen auch noch "Züge eines Fisches", ist nicht ohne weiteres nachzuvollziehen. Dass es in der bildenden Kunst des Alten Orients auch Darstellungen von so gearteten Mischwesen gegeben hat, ist zwar nicht zu bestreiten: Bild ID 2336 aus Pasargadai zeigt Entsprechendes. Vergleicht man aber die beiden Objekte, wird sehr deutlich, daß in solchen Fällen die Dimension "Fisch" anders (nämlich deutlicher) zum Ausdruck gebracht wurde. Wie wichtig im Zusammenhang mit diesen Symboldarstellungen nun aber gerade die Vierzahl der in Kombination erscheinenden Wesenheiten ist, läßt sich der Adaption der Symbolik im biblischen Buch Ezechiel (Kap. 1; 10 und 43) entnehmen – die Einbeziehung einer weiteren Tiergattung in die Darstellung würde dem Symbol diese Dimension nehmen.
Sachl. Kontext:
Rund 40km südsüdöstlich von Mosul, einige Kilometer östlich des Tigris liegen die Ruinen des antiken Kalaḫ – im mittel- bzw. neuassyrischen Reich unter...
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Synonyme:
 
Objekte:Palast / Schloß, قصر, Qaṣr, Qasr, Quasr, Ḳaṣr, Kasr, Qazr, Pl. قصور, Deminutiv قصير, Quṣūr, Quṣair, Quṣayr, Quṣeir, Ḳuṣejr, Quseir, Quser, Qusayr, سراى, sarāy, Saray, Serail, Palace, Castle
Personen:Šalmanassar, Shalmaneser, Šulmanu-ašaredu, Shulmanu-asharedu, Šulmānu-ašarēd, Šulmanu-ašared, Aššur-nâṣir-apli,
Assurnasirpal, Ashur-nasir-pal, Aššur-nasir-pal, Aššur-nāṣir-apli
Ortslage:Nimrud, نمرود, Nimrūd, Namrud, Nimroud, Nimrood, Kalḫū, Kalḫu, Kalchu, Kalhu, Kalaḫ, Kalaḥ, Kãlaḥ, Kalach, Kelach, Kalakh, Calah, כלח, Χαλαχ
Provinz:Ninawa, محافظة نينوى, Muḥāfaẓat Nīnawā, Muhafazat Nînawa, Mohafazat Nínive, Nineve, Nîněwâ, Nineveh, Niniveh, Nynawa, Ninava, Neynewa, Ninwe, Ninaweh, Nineweh, Al-Mawsil, Mosul
Land:Republik Irak, الجمهورية العراقية, العراق, al-ʿIrāq, al-Ǧumhūrīya al-ʿIrāqīya, al-ğumhûriyya al-'irâqiyya, al-írâq, Irak, al-Dschumhūriyya al-'Irāqiyya, Al-Jumhuriyah Al-Iraqiyah, Iraq
 
Hintergrundinformationen:
 
Literatur u.a.:S. Lloyd, Die Archäologie Mesopotamiens. Von der Altsteinzeit bis zur persischen Eroberung, München 1981 (245-282), A. Moortgat, Die Kunst des Alten Mesopotamien. Die klassische Kunst Vorderasiens, Bd. II. Babylon und Assur, Köln 2. Aufl. 1990 (92-129), R. Bartelmus, Die Tierwelt in der Bibel II: Tiersymbolik im Alten Testament – exemplarisch dargestellt am Beispiel von Dan 7, Ez 1/10 und Jes 11,6-8, in: B. Janowski, U. Neumann-Gorsolke, U. Gleßmer (Hrsg.), Gefährten und Feinde der Menschen. Das Tier in der Lebenswelt des Alten Testaments, Neukirchen 1993, 283-306 (295-304), B. Hrouda (Hrsg.), Der Alte Orient. Geschichte und Kultur des alten Vorderasien, Gütersloh 1991, K. Englund, Nimrud und seine Funde. Der Weg der Reliefs in die Museen und Sammlungen, Rahden/Westf. 2003
Publizist:KiBiDaNO
Aufnahme-Kontext:Studienreise Irak
Kategorien:Repräsentationsbauten, Bronze- und Frühe Eisenzeit (2200-600 v. Chr.), Monumentalkunst, Nimrud
 
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Letzte Änderung:04.04.2017
Statische URL:http://www.uni-kiel.de/kibidano/receive/kibidano_kibpic_00014953