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Vom Pflug zurück zur Hacke: Die außergewöhnliche Entwicklung der Kulturlandschaften im Süden ÄthiopiensHans-Rudolf Bork (Institut für Ökosystemforschung, CAU Kiel)Vortrag in der Kunsthalle zu Kiel Im Hochland von Südäthiopien haben sich in Räumen, die manchmal kaum größer als die Stadtfläche Hamburgs sind, Gesellschaften mit eigener Sprache und bemerkenswerten eigenen Bräuchen entwickelt. In einigen Gesellschaften hat der Kinderreichtum in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Die maximale Tragfähigkeit ist dadurch heute in vielen Landschaften des südäthiopischen Hochlandes erreicht. Es ist nicht mehr ausreichend Land vorhanden, um die Zugochsen zu ernähren. Pflüge müssen abgeschafft und durch Hacken ersetzt werden. Viele jüngere Menschen müssen aufgrund fehlenden Gartenlandes und damit der resultierenden ungenügenden Nahrungsmittelversorgung in das heiße, malariaverseuchte Ökosystem des ostafrikanischen Grabenbruchs auswandern. Dort roden sie die Wälder. Die traditionellen Hirtenkulturen des Grabenbruchs verlieren Weideland. Die Kulturen, die Umweltveränderungen, die Nutzungskonflikte und die Entwicklungsperspektiven der Region werden im Vortrag vorgestellt und bewertet.
Weil sie die Zugochsen nicht mehr ernähren können, müssen viele Bauern in Südäthiopien ihre Pflüge abschaffen und statt dessen den Boden wieder mit der Hacke aufbrechen. (Foto: H.-R. Bork)
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