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Deutscher Faschismus und Archäologie: manipulierte LandschaftenProf. Dr. Johannes Müller (Graduiertenschule Human Development in Landscapes / Institut für Ur- und Frühgeschichte, CAU Kiel)Vortrag in der Kunsthalle zu Kiel Der deutsche Nationalsozialismus hat, ähnlich wie andere Ausprägungen des europäischen Faschismus, den Bezug zur Vergangenheit gewählt, um seine Ideologie zu rechtfertigen. Für die industrielle Menschenvernichtung diente die Herrenrasse und Blut- und Bodenideologie als Begründung. Dafür wurden z.B. prähistorische Monumente wie Großsteingräber, Wikinger-zeitliche Siedlungen und Burganlagen als Relikte einer urgermanischen Herrenrasse bzw. einer Ur-SS dargestellt. Grabungen wurden bewusst vom faschistischen Establishment gefördert. Das faschistische Geschichtsbild bestand aus manipulierten Landschaften, die zur Aufrechterhaltung der eigenen Ordnung dienten.
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