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Forschungsschwerpunkte des Instituts
für
Medizinische Klimatologie Die Forschungsaktivitäten des Instituts für
Medizinische Klimatologie konzentrieren sich auf zwei Forschungsfelder:
Der größere Teil der Untersuchungen
wird in der Außenstelle in Westerland auf Sylt durchgeführt.
Bei der ersten Gruppe von Untersuchungen bilden die Messungen der ultravioletten Sonnenstrahlung einen zentralen Schwerpunkt. Zu Fragen der Luftqualität erfolgt eine Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt, Berlin, das in Westerland eine seiner Meßstellen unterhält. In der zweiten Gruppe von Studien werden Untersuchungen
an Kurgästen und Urlaubern vorgenommen und in Zusammenarbeit mit den
lokalen Kliniken auf Sylt (Dermatologische Klinik der Asklepios-Nordseeklinik
Westerland und Fachklinik für Kinder und Jugendliche der LVA-Hamburg
) an Patienten, die sich zum Zwecke der Rehabilitation an der Nordsee aufhalten,
durchgeführt.
Messung und Bewertung der ultravioletten Sonnenstrahlung an der See Die Messungen der ultravioletten Sonnenstrahlung
werden in der Außenstelle in Westerland auf Sylt durchgeführt.
Dabei werden die Änderung der spektralen Zusammensetzung der Ultraviolettstrahlung
im Tagesverlauf sowie die Abhängigkeit vom Sonnenhöhenwinkel untersucht.
Die spektrale Zusammensetzung der solaren UV-Strahlung variiert stark mit
der Sonnenhöhe. Kürzere Wellenlängen im Spektralbereich UVB
hängen sehr viel stärker vom Sonnenhöhenwinkel ab als längere
im UVA-Spektrum. Selbst innerhalb des UVB-Spektralbereichs ist diese Abhängigkeit
noch sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Beteiligte: Prof. Dr. med. C. Stick, L. Pielke (Programmiererin), Dr. med.
V. HarmsWeiter wird durch die spektralen Messungen das Verhalten der erythemerzeugenden Strahlung im Tagesverlauf und in seiner Abhängigkeit vom Sonnenhähenwinkel beschrieben. Die erythemerzeugende Strahlung weist eine deutlich stärkere Abhängigkeit vom Sonnenhähenwinkel auf als die Gesamtstrahlung und variiert entsprechend stärker im Tagesverlauf. Die Anteile von direkter Ultraviolettstrahlung und diffus gestreuter Ultraviolettstrahlung an der erythemerzeugenden Strahlung werden quantifiziert. Der indirekt diffus gestreute Anteil an der Globalstrahlung ist für die erythemerzeugende Strahlung sogar bei klarem, wolkenlosen Himmel wesentlich größer als bei der Gesamtstrahlung. Der Anteil hängt ebenfalls von der Sonnenhöhe ab und beträgt auf Sylt selbst bei mittäglichem Sonnenhöchststand um die Sommersonnenwende mehr als die Hälfte der Globalstrahlung. Neben Messungen der Bestrahlungsstärken auf eine horizontale Fläche werden Messungen durchgeführt, welche die Bestrahlungsstärke auf senkrecht zur direkten Sonnenstrahlung ausgerichtete Flächen erfassen. Die Besonderheiten der UV-Strahlung unter diesen Aspekten wurden durch vergleichende Messungen der gesamten Sonnenstrahlung, d. h. der Summe aus Ultraviolettstrahlung, sichtbarem Licht und der Infrarotstrahlung auf der einen Seite und der Ultraviolettstrahlung auf der anderen, herausgearbeitet. Die Spezifika der Ultraviolettstrahlung sind deswegen von Bedeutung, weil die hautschädigende Wirkung dieser Strahlung vom Menschen nicht eingeschätzt werden kann. Die subjektive Einschätzung der Bestrahlungsstärke nach der Wärmewirkung auf der Haut ist, wie diese Messungen zeigen, nicht möglich. Aktuelle UV-Informationen für die allgemeine
Öffentlichkeit in einem Seebad und in einer dermatologischen Klinik
Die durch Sonnenstrahlung induzierten Hauttumore
zeigen die höchsten Zuwachsraten aller Krebsarten. Die meisten Menschen
empfangen den weitaus größten Teil ihrer Dosis an ultravioletter
Strahlung in ihrer Freizeit. Ein entsprechendes Verhalten, verbunden mit
vermehrter Freizeit, führen zu erhöhter Exposition der Bevölkerung
gegenüber ultravioletter Sonnenstrahlung. Unter diesem Aspekt kommt
der Information der Bevölkerung über die Besonderheiten der UV-Strahlung
eine große Bedeutung zu. Durch die UV-Infostation werden Kur- und Feriengäste
in Westerland über die Stärke der Sonnenstrahlung informiert. Dazu
werden die o. g. Messungen sofort ausgewertet und in das Foyer des Kurhauses
übertragen. Das System wurde um die Übertragung der Meßwerte
in die dermatologische Klinik der Asplepios-Nordseeklinik Westerland erweitert.
Die Bildschirminformationen wurden auf den Adressatenkreis dermatologischer
Patienten, die sich zur Behandlung chronischer Dermatosen zur Rehabilitation
in der Klinik befinden, angepaßt und erweitert.
Beteiligte: Prof. Dr. med. C. Stick, L. Pielke (Programmiererin), Dr. med.
V. Harms, Dr. rer. nat. E. HundhausenLufthygienische Charakterisierung des Seeklimas im Vergleich zum Binnenland Frische Luft, d. h. nicht nur kühle, sondern
auch saubere von Schadstoffen unbelastete Luft, ist der entscheidende Faktor
des sog. luftchemischen Wirkungskomplexes, der als Entlastungsfaktor die
Indikationen für Rehabilitationsmaßnahmen, aber auch für
die Erholung an der See begründet. In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt,
Berlin, wurden anhand der Meßreihen der Stationen Westerland/Sylt und
Frankfurt am Main die langjährigen Schadstoffkonzentrationen für
Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid bzw. NOx und Ozon verglichen und beurteilt.
Für die klassischen Schadstoffe SO2 und NO2 bzw. NOx betrugen die Konzentrationen
an der See nur einen Bruchteil der im Ballungsraum im Binnenland gemessenen
Werte. Für Ozon ergab der Vergleich ein aufsehenerregendes Ergebnis:
Die Konzentrationen liegen an der See um das Doppelte höher als im Binnenland.
Die Gesundheit beeinträchtigende Werte werden dabei jedoch nicht erreicht.
Die Untersuchungen werden fortgesetzt.
Beteiligte: Prof. Dr. med. C. Stick, Dr. rer. nat. Beilke, A. Adolphsen
(Meßstellenleiterin), Dr. rer. nat. E. Hundhausen, L. Pielke (Programmiererin),
K. Uhse (Programmiererin)Körperliche Aktivität, physische Belastung und Beanspruchung während des Aufenthalts an der See Der Bewegungsmangel ist heute als ein eigener
Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen insbesondere des Herz-Kreislaufsystems
erkannt worden. Da die Berufswelt für viele Menschen den Bewegungsmangel
fördert, kommt der Freizeitaktivität eine erhöhte Bedeutung
zu, diesen Mangel auszugleichen. Ergometrische Messungen haben dabei ergeben,
daß Urlauber und Rehabilitationspatienten nach einem dreiwöchigen
Aufenthalt an der See eine signifikant gesteigerte Ausdauerleistungsfähigkeit
aufwiesen. Elektrokardiographische Messungen der Herzfrequenz während
eines Strandspaziergangs zeigten, daß für untrainierte freiwillige
Versuchspersonen die Beanspruchung durch diese leichte körperliche Aktivität
in dem Bereich liegt, der von Rehabilitations- und Sportmedizinern zum Ausgleich
eines Bewegungsmangels empfohlen wird. Die Untersuchungen zeigten, dass selbst
Menschen, die im übrigen keinen Sport treiben, durch einen Strandspaziergang
in einer Weise beansprucht werden, die einem leichten körperlichen
Ausdauertraining entspricht.
Beteiligte: Prof. Dr. med. C. Stick, Dr. med. M. MendeUntersuchungen zur Objektivierung physiologischer Effekte von Abhärtungskuren von Kindern an der See Registrierungen der konsensuellen Reaktionen der
Nasenschleimhautdurchblutung auf Kaltreize vor und nach Abhärtungskuren
bei Kindern an der Nordsee geben Hinweise auf eine mögliche Beteiligung
der Nasenschleimhautdurchblutung bei der Abhärtung infektanfälliger
Kinder. Die Untersuchungen fanden ihren Niederschlag in zwei Inauguraldissertationen.
Beteiligte Wissenschaftler: Prof. Dr. med. C. Stick, Priv. Doz. Dr. med.
P. Eggert, Dr. med. S. Fay-Lorenz, Dr. med. C. Kühne, Dr. med. S.
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