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Die UV-Infostation auf Sylt

Seit dem Sommer 1993 wird in der Außenstelle des medizinische Klimatologie der Universität Kiel in Westerland auf Sylt die Ultraviolettstrahlung der Sonne mit einem Doppelmonochromator-Radiometer gemessen. Die Meßergebnisse werden ins bundesweite Meßnetz des BfS/UBA zur Überwachung der UV-Strahlung eingespeist.

Der Standort Westerland, spezieller noch: der Standort Lornsenweg 9 auf dem westlichen Dünenwall der Insel Sylt, ist aus mehreren Gründen ideal geeignet, die ultraviolette Sonnenstrahlung zu messen. Erstens liegt Westerland in einem Reinluftgebiet. Atmosphärische Trübungen, die in Ballungsgebieten des Binnenlands durch erhöhte Luftbelastungen mit Schadstoffen auftreten, fehlen hier. Die Strahlung wird durch solche Einflüsse also nicht geschwächt. Auch ist die Sonnenstundenzahl auf Sylt wegen der vorgeschobenen Lage der Insel in die Nordsee höher als auf dem Festland. Die lokalen Gegebenheiten auf der Düne sind ebenfalls sehr günstig: Die Strahlung kann ohne Abschattung durch Gelände, Vegetation oder Gebäude aus dem gesamten Himmelsgewölbe einfallen und gemessen werden. Schließlich befindet sich das Institut in unmittelbarer Nähe des Strands, also dort, wo viele Menschen den größten Teil ihrer UV-Dosis empfangen, nämlich in ihrer Freizeit und im Urlaub.

Die Meßwerte der UV-Strahlung werden außerdem auf der Homepage des Instituts für Medizinische Klimatologie der Universität Kiel unter http://www.uni-kiel.de/med-klimatologie/strahlung.html angezeigt. Die Information besteht aus halbstündlich aktualisierten Bildschirmtafeln, auf denen die Meßwerte als Zahlen und in Form von Diagrammen gezeigt werden. Eine Besonderheit stellt die aufgrund der Meßdaten berechnete Vorhersage von Expositionszeiten dar. Diese geben an, nach welchen Zeiten voraussichtlich die Sonnenbrandschwellen erreicht sein werden, und zwar jeweils für die vier in Mitteleuropa vertretenen Hauttypen. Zusätzlich angezeigt werden Wetterdaten wie Luftdruck und Lufttemperatur, Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Daten, die ebenfalls im Institut für Medizinische Klimatologie gemessen werden und die für das Publikum an der See immer von besonderem Interesse sind.

Es ist zu hoffen, daß diese Informationen die Kenntnisse über die Eigenheiten der UV-Strahlung verbessern und zu einem vernünftigen Umgang mit der Sonne, besonders zur Vermeidung von Sonnenbränden beitragen. Die erweiterte Version der UV-Information, die in den Hauskanal der unmittelbar dem Institut benachbarten Asklepios Nordseeklinik übertragen wird, ist speziell auf die Belange von Patienten mit Hauterkrankungen abgestimmt. Nach ärztlicher Anleitung können Patienten, die sich auf der Therapiedüne der Klinik der Sonne aussetzen, sich über die für die jeweilige Erkrankung günstigen Besonnungszeiten informieren und die Exposition aufgrund der aktuellen Meßdaten und der Vorausberechnungen dosieren. Für die Patienten mit Hauterkrankungen spielen verbesserte Kenntnisse der Eigenarten der hautwirksamen UV-Strahlung eine besonders wichtige Rolle. Somit dienen die UV- Informationen den beiden oben angesprochenen Zielen, der therapeutischen Nutzung und dem Schutz der Gesundheit.