Medienwissenschaft / Kiel

Berichte und Papiere

29/2000

Dokumentarfilme zur Psychiatrie

Die Medienwissenschaft / Kiel: Berichte und Papiere erscheint unregelmäßig. Ihr erstes Interesse besteht darin, filmographische und bibliographische Hilfsmittel zugänglich zu machen. Sie enthält darüber hinaus Literatur- und Forschungsberichte und dokumentiert einzelne Projekte Kieler Medienwissenschaftler.

Die Medienwissenschaft / Kiel: Berichte und Papiere erscheint nur im Ausnahmefall in gedruckter Fassung. Sie ist im Internet zugänglich (http://www.uni-kiel.de/medien/berichtframe.html).

ISSN 1615-7060.

Herausgeber: Prof. Dr. Hans J. Wulff, Christian-Albrechts-Universität Kiel, Institut für NDL und Medien, Leibnizstr. 8, D-24098 Kiel.

Redaktion und Copyright dieser Ausgabe: Hans J. Wulff.

 

 

Dokumentarfilme zur Psychiatrie

Eine Filmographie

kompiliert von

Hans J. Wulff

Die filmographische Dokumentation der dokumentarischen Arbeiten über psychiatrische Institutionen und die psychiatrische Behandlung der psychischen Krankheiten steckt noch ganz in den Anfängen. Die folgende Liste gibt einen ersten Eindruck über solche Lang-Filme, die mir bekannt wurden und die das Thema im Spektrum der Fragen behandeln, die für das dokumentarische Interesse am Thema Leitlinien der Darstellung gebildet haben.

Für Hinweise danke ich Gesa Rautenberg.

 

1926

Mechanika golovnogo mozga (Mechanics of the brain); UdSSR 1926, W.I. Pudowkin.

Bericht über die Experimente Pawlows.

1945

Let There Be Light (Es werde Licht); USA 1945/46, John Huston.

Dokumentarfilm über die Wiedereingliederung von Soldaten, die im Krieg schwere psychische Schäden davongetragen haben.

1955

Psychiatry in Russia; USA 1955, Albert Maysles.

10minütiger Dokumentarfilm über russische Psychiatrie. In Rußland fotografiert. Anmerkung: Maysles lehrte drei Jahre Psychologie an der Boston University (Mamber 1974, 141).

1962

Regards sur la Folie; Frankreich 1962, Mario Ruspoli.

1965

*** (Durch jede kleine Geste); Frankreich 1965, Fernand Deligny, Jean-Pierre Daniel.

Dokumentarfilm. UA: 30.6.1993 arte. Ein lange Zeit vergessener Dokumentarfilm, der versucht, die Realität geistig Behinderter zu zeigen. Nach der (in Wirklichkeit genehmigten, also fiktionalen) Flucht aus einer psychiatrischen Anstalt müssen sich zwei Jugendliche mit der Welt "draußen" auseinandersetzen. Die Kamera versucht, die Reaktionen der beiden einzufangen. Der Film versteht sich als Plädoyer, das "andere" zu akzeptieren.

1966

Ursula oder Das unwerte Leben; Schweiz 1966, Reni Mertens, Walter Marti.

Sie ist blind, taubstumm, geistig behindert. Unter der geduldigen Fürsorge ihrer Pflegemutter und der systematischen schulung der Musikpädagogin Mimi Scheiblauer, die für ihre Rhythmik-Therapie berühmt wurde, lernt Ursula sich zu bewegen, essen, ihren Willen zu bekunden.

1967

Titicut Follies; USA 1967, Frederick Wiseman.

"Titicut" ist der indianische Name für das Gebiet um das Bridgewater-Krankenhaus für kriminelle Geisteskranke in Massachusetts. Frederick Wisemans erster langer Dokumentarfilm wurde fast 26 Jahre (bis zum April 1993) von staatlichen Stellen unter Verschluß gehalten. Er schildert die Haftbedingungen und erhebt Anklage gegen das unmenschliche Leben in dieser Anstalt. Nach dem Tod von fünf Insassen im Jahr 1987 hatte Wiseman voller Empörung erneut begonnen, für eine Freigabe seines Films zu kämpfen.

1967

Warrendale; Kanada 1967, Allan King.

1969

Bruno der Schwarze; BRD 1969, Lutz Eisholz.

Dokumentarfilm. Der sensible, intelligent aufgebaute Film umkreist die psychische Situation dreier junger Männer, die durch die Schuld ihrer Umgebung und behördlicher "Fürsorge" zu partnerlosen Außenseitern geworden sind. Im Mittelpunkt Bruno: 1932 unehelich geboren, wurde er von seiner Mutter schon als Kleinkind in eine Anstalt für Geisteskranke gesteckt. Von dort kommt er in ein Kinderheim, wo er 1945 ausreißt, fünfmal wieder zurückgeholt wird, zehn Jahre lang darin aushält, bis man ihn als "geheilt" ansieht und entläßt. Ein Erstlingsfilm, der mit raffinierten Bild- und Tonmontagen eine sehr persönliche, unverbrauchte Erzählweise entwickelt.

1971

Eines von zwanzig; Schweiz 1971, Fritz E. Maeder.

Der 62minütige Dokumentarfilm informiert über die Situation mehrfach behinderter Kinder in Heimen und Schulen und zeigt die möglichen Gründe der Behinderung und vor allem deren Erfassung und Therapie auf. Ein überzeugendes Plädoyer für die Notwendigkeit und den Sinn, mehrfach behinderte Kinder zu fördern. (Vgl. Walter Marti und Reni Mertens "Ursula oder das unwerte Leben", 1966.)

1972

Asylum (Asylum); USA 1972, Peter Robinson.

Dokumentarfilm über ein Psychiatrie-Experiment. 1965 gründete der Psychiater Ronald D. Laing, um seine Ideen der Gruppentherapie in die Praxis umsetzen zu können, in London "Kingsley Hall", eine Einrichtung, in der Verhaltensgestörte mit Ärzten und Personal gleichberechtigt, ohne die Zwänge der entmenschlichten Heilanstalten, zusammenleben. Das Filmteam nahm sechs Wochen am Alltag der Bewohner von Kingsley Hall teil.

1972

Der Weg des Hans Monn; BRD 1972, Andreas Kettelhack.

Zusammenschnitt einer zweiteiligen Fernseh-Videoproduktion: Das Porträt eines schizophrenen Mannes, der 1970 in Berlin Schaufensterscheiben für über 300.000 DM zertrümmert hatte, sowie Darstellung und Analyseversuch der Situation der deutschen Psychiatrie. Trotz deutlicher Mängel und Schwächen von einigem Interesse, vor allem im zweiten Teil. Acht Jahre später fügte der Autor (fürs Fernsehen) einen dritten Teil hinzu, der Hans Monn bei seinem ersten Urlaub außerhalb der Anstalt zeigt.

1975

Une Semaine sans Taison; Schweiz 1975, Costas Haralambis.

Der in Zusammenarbeit mit Patienten und Personal der psychiatrischen Klinik von Nant und des "Centre psychosocial" von Montreux gedrehte Film will zu einem Dialog zwischen der Öffentlichkeit und dem immer noch mit Tabus belegten Milieu psychiatrischer Heil- und Pflegeanstalten beitragen. Dies ist überzeugend gelungen, da die Dokumentation allgemeingültige Aussagen über die Bedingungen des Menschseins trifft.

1975

Wir müssen alles tun, was nach bestem Wissen und Gewissen möglich ist; Österreich 1975, Jörg A. Eggers.

60minütiger Dokumentarfilm, der während dreier Wochen geistig und körperlich behinderte Kinder in einem Behindertenzentrum des Diakoniewerkes in Österreich beobachtet.

1976

Nessuno o Tutti (Keiner oder alle); Italien 1976, Marco Bellocchio.

Caligaris Erben, 125f.

Zweiteiliger Dokumentarfilm über psychisch und geistig Behinderte, den Einfluß der jeweiligen Umwelt auf ihren Zustand - Verschlimmerung oder Rehabilitationserfolg - und die Probleme, die psychiatrische Situation (in Italien) zu ändern. Formal vorzüglich, interessant und fesselnd. (I. "Drei Geschichten"; II. "Irre, die loszubinden sind")

1976

Tue recht und scheue niemand; BRD 1976, Roswitha Ziegler, Hieronymus Proske.

Dokumentarfilm über ein junges Ehepaar, das in die Mühlen der Psychiatrie gerät.

1977

Albert - warum?; BRD 1977, Josef Rödl.

Halbdokumentarischer Spielfilm.

1977

Wer will krank sein auf der Welt? BRD 1977, Maximiliane Mainka.

Über die Modellstation der Ulmer Universitätsklinik.

1979

Behinderte Liebe; Schweiz 1979, Marlies Graf.

1981

La vertitaaaà; Italien 1981/82, Cesare Zavattini.

P: RAI. Alter, Religion, Anstalt.

1981

Zur Besserung der Person; Schweiz 1981, Heinz Bütler.

Die Porträts von fünf Männern, die Patienten des Niederösterreichischen Landeskrankenhauses für Psychiatrie und Neurologie Klosterneuburg sind oder waren. Anhand von Texten, Zeichnungen und Malereien der Patienten und Szenen aus ihrem Alttag dringt der Film behutsam in ihre "verrückte" Welt ein, die durch ein faszinierendes, eigengesetzliches Leben, Denken und Fühlen bestimmt wird, für deren Respektierung dieser Dokumentarfilm eindrücklich plädiert.

1982

Drinnen ist wie draußen; BRD 1982, Michael Mrakitsch.

Aus der Reihe "Reservate"; Erst-Sd. am: 5.12.1977. 54'16 Minuten. Dokumentarfilm. Fünfzehn Jahre später hat Mrakitsch nochmals nachgefragt, neue Interviews gemacht etc.: Das nicht eingelöste Versprechen; BRD 1997, Michael Mrakitsch.

1982

Felicita ad Oltranza (Glück im Übermass); Italien 1982, Paolo Quaregna.

1982

Das ganze Leben; Schweiz 1982, Bruno Moll.

Docudrama. Spektrum Film 0, 1983, p. 6. Caligaris Erben, 40.

Das Porträt einer 50jährigen, die einen großen Teil ihres Lebens in Heimen, psychiatrischen Anstalten und Gefängnissen zubrachte, sich jedoch nie aufgab und zu einer starken Persönlichkeit wurde. Indem der Film den dokumentarischen Stoff mit Spielszenen aus einem "heilen" Familienleben der 50er Jahre konfrontiert und Szenen aus dem Leben der Frau nachspielen läßt, werden Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen und privaten Möglichkeiten von Anpassung und Verweigerung sichtbar. Eine vielschichtige Auseinandersetzung mit der schweizerischen Wirklichkeit und eine Reflexion über die Brauchbarkeit filmischer Gestaltungsmittel.

1982

San Clemente; Frankreich 1982, Raymond Depardon.

OmU. "San Clemente" heißt eine psychiatrische Anstalt in der Nähe von Venedig. Im Stil des "Cinéma vérité" porträtiert der Fotoreporter und Filmemacher Depardon mit ungemein beweglicher und dennoch sensibler Kamera den Ort und seine Menschen. In langen, kaum geschnittenen Einstellungen ermöglicht er authentische Einblicke in diese sonst verschlossene Zone der menschlichen Gesellschaft. Direkte, ungeschliffene Bilder einer Realität, die keines erklärenden Kommentars mehr bedürfen. In dem 13minütigen Dokumentarfilm Contacts (1990) von Raymond Depardon und Roger Ikhley wird nochmals experimentell auf San Clemente eingegangen [....].

1983

Nachruf auf eine Bestie; BRD 1983, Rolf Schübel.

1984

Terbeschikkinggesteld (Nur zu Deinem Besten); Niederlande 1984, Olivier Koning.

Mehrfach preisgekönter Dokumentarfilm über die Situation in speziellen Gefängnissen für "unzurechnungsfähige" Straftäter, die dort auf unbestimmte Zeit psychiatrisch behandelt werden. Der Film gibt auf sensible Weise den bedrückenden Alltag in diesen Anstalten wieder, läßt Gefangene, Therapeuten und Justizbeamte zu Wort kommen und enthält sich jeder einseitigen Parteinahme.

1985

Rückkehr aus dem Niemandsland - Psychisch Kranke auf dem Weg nach draußen.

Red.: Heiner Gatzemeier (ZDF)

1986

Folie ordinaire d'une Fille de Cham (Der gewöhnliche Wahnsinn einer Tochter Hams); Frankreich 1986, Jean Rouch.

1987

Andreas; Schweiz 1987, Patrick Lindenmaier.

Patrick Lindenmaiers Dokumentarfilm über seinen durch einen Unfall gehirngeschädigten Bruder Andreas, der in der Langzeitabteilung einer psychiatrischen Klinik leben muß, vermittelt nicht nur einen Einblick in das Dasein eines geistig schwerstbehinderten Menschen, sondern bezieht auch Angehörige und Pfleger und deren Schwierigkeiten im Umgang mit Andreas und seinem Schicksal mit ein. Ein mit großem Einfühlungsvermögen und Feingefühl geschaffenes und formal mustergültiges Dokument, das Betroffenheit auslöst, weil es mit einer meist verdrängten Facette der Wirklichkeit konfrontiert.

1987

Urgences (Notaufname); Frankreich 1987, Raymond Depardon.

Dokumentarfilm. OmU. Der unerbittlich beobachtende Dokumentarfilm entstand in der Notaufnahme der psychiatrischen Abteilung des Hotel-Dieu in Paris. Er zeigt in schockierender Deutlichkeit die in sich geschlossene Welt der Psychiater sowie der psychisch Kranken, Therapiegespräche mit Alkoholkranken und Depressiven in ihren oft extremen Reaktionen. Vermittelt werden gebündelte Eindrücke von einer in der breiteren Öffentlichkeit meist verdrängten oder mißdeuteten Seinswirklichkeit.

1987

Die Zeit nach dem Orkan; BRD 1987, Gerald Grabowski.

Ohne warnende Vorzeichen verändert sich die Wirklichkeit eines Mannes. Er kippt in eine andere, beängstigende Welt, verliert den Alltagsbezug sowie die Erinnerung und wacht in einer Nervenklinik wieder auf. Dokumentarischer Film über einen Menschen, der unverschuldet Beruf, Familie und soziales Umfeld verliert, über seinen zähen Kampf gegen die Einsamkeit sowie seine Versuche, Beziehungen zur Außenwelt aufzunehmen. Als Beschreibung eines konkreten Krankheitsfalles weitgehend unklar, da weder die konkrete Psychose noch Möglichkeiten einer adäquaten Therapie aufgezeigt werden; beklemmend als Vorstellung davon, was unerwartet mit einem Menschen geschehen kann, und damit durchaus zur Reflexion herausfordernd.

1988

Ein anderes Leben; Schweiz 1988, Mike Wildbolz.

60minütiger Dokumentarfilm. Fünf geistig behinderte Menschen, die teilweise bereits über 20 Jahre in psychiatrischen Anstalten leben, werden porträtiert. Betreuer, Pfleger, Leiter und Eltern kommen zu Wort und berichten über sie. Nur einmal werden die "Patienten" befragt, denn es entspricht dem Konzept des Films, diese Menschen so zu zeigen, wie sie wahrgenommen werden. Die Fremdheit ihres Verhaltens, die Irritationen, die ihre Mimik und Gestik auslösen - all das ist in den Bildern präsent. Ein Film, der für die Behinderten einnimmt, denn er zeigt die Entwicklungsfähigkeit von Menschen und ihre Freude darüber.

1988

Lernen können ja alle Leute (aka: Schwindelfrei; aka: L und I heißt Liebe; aka: Beide Seiten gleich); BRD 1988, Heide Breitel.

Dreiteiliger Dokumentarfilm (188 Minuten) über einen Modellversuch in Hamburg-Harburg, in dessen Verlauf geistig behinderte Erwachsene die Kultur- und Kommunikationstechniken Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht wurden. Der erste Teil "L und I heißt Liebe" erzählt von den Schreib- und Leseübungen zweier Menschen, "Schwindelfrei" beobachtet die kulturellen Aktivitäten der Behinderten-Gruppe, "Beide Seiten gleich" thematisiert das Rechnen. Der mitfühlende Film konzentriert sich ganz auf die Personen und zeigt die Mühen, die das Lernen bereitet, ebenso wie die Freude über kleinste Lernerfolge. Der Zuschauer ist Zeuge des Lernprozesses und lernt zugleich die Menschen, ihre Entwicklungen und Veränderung kennen. Der Film will Mut machen und den Behinderten helfen, ihre erzwungene Isolation zu überwinden.

1989

Empathie und panische Angst. Die Psychotherapeutin Ute Binder, Ffm.; BRD 1989, Noll Brinckmann.

38 min. Caligaris Erben, 120.

1990

Innenansichten; BRD 1990, Rolf Sterzinger.

Dokumentarfilm. Gefängnisalltag, der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, wie er von verschiedenen Menschen erlebt wird: die Justizministerin, der Anstaltsleiter, der Psychologe, sieben Vollzugsbeamte und elf Gefangene berichten. Aus ihren "Innenansichten" und den entsprechenden Bildern, den Innenansichten der Anstalt, wird die Institution Gefängnis erfahrbar. Knochentrocken im Duktus und vielleicht gerade deshalb erhellend.

1990

Komm in den Garten; BRD 1990, Heinz Brinkmann, Jochen Wisotzki.

Dokumentarfilm über drei Männer, allesamt witzige Selbstdarsteller, die mit ihrer Vergangenheit das Scheitern des DDR-Systems verkörpern und heute auf dem Prenzlauer Berg in Berlin leben: der Maler, der wegen "Arbeitsscheue" zehn Jahre in Gefängnissen saß; der stellvertretende Chefredakteur, der in einen Kreislauf aus Aufbegehren, Alkoholismus, Gefängnis und Psychiatrie geriet; der Außenhandelsstudent, der heute vom Lampenbasteln lebt. Ein vor allem thematisch interessantes Porträt, das teilweise etwas selbstgefällig wirkt und manchmal die Grenzen der "Vorführbarkeit" seiner Personen überschreitet.

1991

Komm, tanz mit mir; BRD 1991, Claudia Willke.

Dokumentarfilm über die 89jährige Tänzerin und Choreografin Trudi Schoop, der sie während ihrer dreiwöchigen Arbeit mit Patienten der psychiatrischen Klinik Münsterlingen (Schweiz) zeigt. Er dokumentiert, wie die Langzeitpatienten ihre Gefühle in Bewegung umsetzen, und berichtet darüber, wie Trudi Schoop den Tanz zur Eigentherapie nutzte, um ihre Angstgefühle zu überwinden.

1992

*** (Die Verleugnung. Porträt einer Frau mit mehreren Persönlichkeiten); Niederlande 1992, Tom Verheuil.

60 Minuten. ARTE, 30.3.2000.

1993

Dialogues with Madwomen (Gespräche mit verrückten Frauen); USA 1993, Allie Light.

OmU. Seven mentally ill women are profiled in this powerful documentary. Each of the disparate women are in the process of "recovering" from their diverse illnesses. They seem to lead fairly normal lives. Their pasts tell a different story. Despite racial, socio-economic, and differing sexual preferences, many of the women came from abusive, alcoholic parents. Many were victims of incest. The two women of color describe their feelings of alienation which made their illnesses worse. Almost all of them had bad experiences with psychiatrists, doctors, therapeutic drugs, and institutions. In addition to standard interviews, the film also contains illustrations and vignettes depicting hallucinations, important events, artwork, and photographs from the subjects' lives.

1994

It Was a Wonderful Life; USA 1993/94, Michele Ohayon.

For the six women profiled in the documentary It Was A Wonderful Life, the emphasis is on the word was. They all went from a comfortable middle-class existence to dire poverty and homelessness when the support of their husbands was withdrawn by divorce or abandonment. Nonetheless, as a group, they have used tremendous ingenuity and perseverance in making a life for themselves and their children, despite the absence of decently paid jobs, health-insurance, or child care. Each of these women is too proud to apply for welfare, and they manage somehow to stay off the streets. The documentary has an ideological slant, promoting stronger legal protections for divorced women, especially in the area of child support. Jodie Foster narrates.

1994

Schweben heißt lieben - Drei Menschen jenseits der Norm; BRD 1994, Thomas Riedelsheimer.

Arte-Produktion. Dokumentarfilm über Leben und Alltag dreier männlicher Bewohner der Camphill-Dorfgemeinschaft "Lehenhof" im Deggenhausertal bei Markdorf am Bodensee, wo geistig behinderte Menschen mit Nichtbehinderten in Hausgemeinschaften zusammenleben und -arbeiten.

1994

Transport in den Tod - "verlegte" Psychiatriepatienten im Rheinland 1939-1945; BRD 1994, Barbara Lipinska-Leidinger.

Caligaris Erben, 130f.

1995

Labendig; BRD 1995, Hannes Schönemann, Thomas Plenert.

Über Kloster Dobbertin, eine Klinik für geistig Behinderte.

1996

Herr W. und Herr W. (aka: Verwandte Seelen - Herr W und Herr W); BRD 1996, Thomas Schadt, Gerd Hoffmeister.

Doppelporträt zweier Menschen, deren kulturelle Erfahrungen nichts miteinander zu tun haben und die sich dennoch sehr ähnlich sind. Wayde D. Newton lebt in New York City, Detlef Witzel in Berlin - beiden wurde Schizophrenie als Krankheitsbild bescheinigt. Der Dokumentarfilm geht sehr dicht an die Lebensgeschichten heran, gewährt Einblick in den Alltag der Protagonisten, läßt sie ausführlich zu Wort kommen und enthält sich dabei eines wertenden Kommentars. Er ist ein Zeugnis von authentischer Nähe und kommt größtenteils ohne Betroffenheitsgestus aus.

1996

La Moindre des Choses; Frankreich 1996, Nicolas Philibert.

Documentary. The tranquil woods of the Loire Valley embrace the La Borde psychiatric clinic, an asylum in the truest sense of the word, where patients find sanctuary and repose. Patients and staff work together in rehearsals and preparations for their annual summer play. This year, they perform the modernist, absurdist classic, "Operette," by Witold Gombrowicz, whose dialogue is more nonsensical than that of the patients themselves.

1996

*** (Julies Lebensweg); Frankreich 1996, Dominique Gros.

Arte. Dokumentarisches Porträt einer 37jährigen Frau. Als Tochter eines Schlangenmenschen und eines Catchers in einer Besserungsanstalt erzogen, arbeitete sie unter anderem als Striptease-Tänzerin und wurde immer wieder in psychiatrischen Kliniken behandelt.

1997

Das nicht eingelöste Versprechen; BRD 1997, Ingo Mrakitsch.

Sequel zu Mrakitschs "Drinnen ist wie draußen", BRD 1982. Sd. am 23.1.1997. 68 Minuten.

1997

Verrückt bleiben verliebt bleiben; BRD 1997, Elfi Mikesch.

"Meine Kindheit war eine wahre Hölle. Ich kannte nur Dunkelheit." Torsten Ricardo Engelholz erzählt aus seinem Leben: Mißhandlung, Jugendpsychiatrie, Krebs. Heute arbeitet der 31jährige in einem Berliner Theaterprojekt und widmet sich seiner Leidenschaft: dem U-Bahnfahren. -- In eigenwilligen, poetischen Bildern porträtiert Kamerafrau Elfi Mikesch einen ungewöhnlichen Menschen - der als "geistig behindert" gilt und hochintelligent ist, der das Leben ebenso fürchtet wie bejaht. -- Die einfühlsame Studie erhielt mehrere Auszeichnungen.

Mit ihrem Dokumentarfilm "Verrückt bleiben, verliebt bleiben" zeichnet die Kamerafrau und Regisseurin das Porträt eines außergewöhnlichen, geistig behinderten jungen Mannes, der nach einer grauenvollen Kindheit die Malerei und Schauspielerei als Ausdrucksform und Integrationsmöglichkeit für sich entdeckt hat. Doch alle Kreativität tröstet ihn nicht über den Mangel an Liebe in seinem Leben hinweg (Rhein-Zeitung Online).

2000

Brigitte und Jutta; BRD 2000, Susanne Petz.

20 Minuten. ARTE, 30.3.2000. Porträt zweier manisch-depressiver Frauen, die ihre Krankheit als faszinierend und bedrohlich zugleich erleben.