film-dienst 26.11.1991


DAS ZEITALTER DES MENSCHEN 


JAMES CAMERON UND SEINE (FILM-)WELT 


"Science Fiction ist die Suche nach einer Definition des Menschen and seiner Stellung im Universum, die vor unserem fortgeschrittenen, aber
verunsicherten Stand des Wissens bestehen kann, and sie ist im allgemeinen in einer romantischen oder postromantischen Weise gehalten,
wie sie durch die ,Gothic Novel' geprägt wurde." (Brian W. Aldiss: "Der Milliarden Jahre Traum")



Im US-amerikanischen Kino der 80er Jahre prägten ausländische Filmemacher das Gesicht des intellektuellen, aber auch unterhaltsamen
Science-Fiction-/ActionFilms: Paul Verhoeven aus den Niederlanden mit "Robocop", der Kanadier David Cronenberg mit "Dead Zone" und
"Die Fliege" - und James Cameron, ebenfalls Kanadier, mit seinem Gesamtwerk. 

James Cameron wurde 1954 in der kanadischen Provinz Ontario geboren. Nach dem Umzug der Familie nach Kalifornien studierte er am
örtlichen College Physik, verließ es aber vor dem Examen und schlug sich als LKW-Fahrer durch. 1979 realisierte er seinen ersten
zehnminütigen Kurzfilm, der ihm einen Vertrag mit Roger Cormans Produktionsfirma "New World Pictures" eintrug. Hier arbeitete Cameron als
Art-Director, Co-Supervisor für Spezialeffekte und Produktionsdesigner. 1983 debütierte er mit der Fingerübung "Fliegende Killer - Piranhas lI"
("Piranha II - Flying Killers) für eine niederländische Abschreibungsgesellschaft: ein hübsches "guilty pleasure" mit einer entzückenden
Piranha-Handpuppe. 1984 realisierte Cameron mit "Terminator" ("The Terminator") einen stilbildenden Science-Fiction-Film, der ihm - bedingt
durch den unerwarteten Kassenerfolg - den Weg für sein erstes Großprojekt ebnete: "Aliens - Die Rückkehr" ("Aliens", 1986) - die Fortsetzung
von Ridley Scotts Film "Alien" aus dem Jahr 1979. ("Terminator" wurde hierzulande vor allem von der intellektuellen Kritik als gewalttätiges
"Baller-Spektakel" abqualifiziert.) 

Es folgte ein Drehbuch für "Rambo II - Der Auftrag" ("Rambo: First Blood 2", 1985), yon dem im Film kaum noch Spuren zu finden sind; dafür
finden sich in "Aliens" viele Elemente von Camerons ursprünglichem "Rambo"-Drehbuch. Nach den eher düsteren Visionen der Filme um das
"Things to Come"-Thema legte er 1989 mit "Abyss" ("The Abyss") einen positiven Gegenentwurf vor.1991 folgte mit "Terminator 2" eine
mögliche Auflösung der im ersten Teil angelegten Zeitschleife. 


KRIEG DER MASCHINEN 


"Mich interessierte, wie die wohl stärkste Militärmacht der Welt, die USA, sich gegen einen unterlegenen Feind gestellt hat, der ohne ausgefeilte
Waffensysteme, barfuß und mit selbstgebastelten Fallen aus leeren amerikanischen Patronenhülsen kämpfte. Dieser Kontrast ist interessant,
zumal die technisch hochgerüstete Seite unterlag. Sie verstand den Krieg nicht, den sie führte." (James Cameron zum Vietnam-Krieg) 

James Cameron kennt den Vietnam-Krieg nur aus dem Fernsehen, und doch ist diese vermittelte Erfahrung das Fundament seiner Filmkunst.
Bei Cameron kann man den Medien nicht trauen: über das Telefon wird gelogen, Video ist der Verkünder des Grauens, das moderne
Sensorium in Raumschiffen oder Laboratorien zeigt den Schrecken und läßt den Betrachter hilflos zusehen. Camerons Kriege beginnen
zumeist auf dem Bildschirm. Die neue Video-Technik - gepriesen als modernes Instrument der Verständigung - ist bei ihm zur Maschinerie der
Bespitzelung und Unterdrückung aus der Distanz geworden. (In "Terminator 2" beispielsweise die Verwendung von Kameras und
Videorecordern in der psychiatrischen Anstalt, in der Sarah Connor gefangen gehalten wird.) Der Krieg ist auch bei Cameron der Vater aller
Dinge. Die USA im Jahr 2029: Im Krieg der Maschinen droht den Menschen die Ausrottung. Unter Führung des Satelliten-Abwehrsystems
SKY-NET zum Leben in unterirdischen Tunnelsystemen gezwungen, müssen sie jede Minute mit einem Überfall der todbringenden Terminatoren
(Killer-Roboter in menschlicher Gestalt) rechnen. Um sich des menschlichen "Ungeziefers" endgültig zu entledigen, senden die Maschinen einen
Terminator ins Los Angeles der Gegenwart. Sein Auftrag: töte Sarah Connor, die Mutter des künftigen charismatischen Strategen des
Widerstandes! Die Menschen senden ebenfalls einen der ihren aus, um Sarah Connor zu schützen. "Terminator", das ist das Gefühl, Vietnam
läge vor der eigenen Haustür. "Technoir"-schwarz kommt der Film daher: Es gibt kein Entrinnen vor der Maschine in menschlicher Gestalt. Am
Ende ist der Terminator zerstört, aber Sarah Connor, die die Zukunft in sich trägt, weiß um das "Prinzip Wiederkehr". 

Cameron erzählt wohl auch vom Reaganschen Amerika und dessen Verhältnis zum Krieg: "Our shoreline was never invaded / our country was
never in flames". (An unseren Küsten gab es nie eine Invasion / unser Land stand niemals in Flammen. - "Midnight Oil") Mit ,,Aliens" inszeniert er
seine Version eines Vietnam-Films, wohl auch deshalb, weil man aus seinem Drehbuch zu "Rambo II" - für Cameron "ein Versuch, die düsteren,
psychologischen Aspekte der Figur weiter herauszuarbeiten" - eine faschistoide Fantasy-Story gemacht hatte. Sieben Jahre nach der
Vernichtung des ersten Außerirdischen (Alien) wird Ripley, weibliches Besatzungsmitglied des Raumschiffes "Nostromo", erneut mit der
außerirdischen Gefahr konfrontiert. Zusammen mit einem Trupp der "Space-Marines" stellt und vernichtet sie eine ganze Kolonie dieser Wesen
und muß sich im Showdown gar mit deren Königin messen. 

"Rambo" ist ungesund: Gut gelaunt und voller Macho-Sprüche kommen die Marines (unter ihnen auch eine Frau) auf dem verregneten Planeten
an. Ausgestattet mit allem, was moderne Waffentechnik zu bieten hat, gebärden sie sich von vornherein als die sicheren Sieger. Camerons
Helden gewinnen jedoch nie durch überlegene Waffen, sondern durch "Logik und Intellekt". Darum wird auch diese Gewißheit von Cameron
demontiert: wer glaubt, daß er gewinnt, hat schon verloren. So kann denn auch nur Ripley überleben - gemeinsam mit dem Androiden Bishop,
dem menschliche Kategorien wie Sieg oder Niederlage nichts bedeuten und dem der Schmerz fremd ist. Aliens und Menschen können nicht
auf einem Planeten leben; insofern ist die Auseinandersetzung eine territoriale, in der beide das "Recht" auf ihrer Seite haben. 

Ridley Scotts Alien war ein vollkommener Organismus, ein kaltblütiger Killer, die Spitze vom Denkschema des "survival of the fittest". In
Camerons "Aliens" hingegen ist der Mensch das Monster, verkörpert durch die schieß- und kampfwütigen Marines, die im Auftrag eines
Großkonzerns mit kolonialistischen Ambitionen "nur" ihren Job tun. Die Aliens hingegen verteidigen ihre Kinder; wenn am Ende Ripley und die
Alien-Mutter zusammentreffen, so haben beide dasselbe Motiv: die Zukunft ihrer Kinder. Nur die Identifikation mit dem Menschen Ripley hält den
Zuschauer davon ab, mit den von der Ausrottung bedrohten Außerirdischen Mitleid zu empfinden. "Abyss" wird gute Außerirdische haben und
vom Frieden erzählen, zu dem die Menschen aber offenbar gezwungen werden müssen. Damit folgt der Film der Tradition positiver
Alien-Figuren im Science-Fiction-Genre, deren moralische Entwicklung mit dem technischen Fortschritt einherging. Sie sind die Götter aus dem
All wie in "Der Tag, an dem die Erde stillstand". 

Camerons Position zum Krieg ist immer eindeutig. Sterben im Krieg ist kein heroischer Akt, sondern eine dreckige, von Schmerzen begleitete
Angelegenheit. Krieg ist vor allem Verlust: von Menschen und Gefühlen. In "Aliens" sprengen sich die beiden ineinander verliebten Marines in
die Luft, als sie vom Gegner eingeschlossen werden. Wenn sie sich zum Abschied in die Augen schauen, dann trifft einen dieser Blick mitten
ins Herz. Eine Szene, die in den meisten "Männerfilmen" Anlaß zu verlogener Heroisierung wäre, inszeniert Cameron als stille Verzweiflung über
das unabwendbare Ende, das man sich immer anders vorgestellt hat. Cameron: "Ich glaube, die Welt ist ein Ort voller Düsternis, aber ich bin
nicht depressiv." 


TOTALE PARANOIA 


"Abyss" ist der Gegenentwurf zu "Aliens": Wieder ist etwas nicht in Ordnung, aber diesmal nicht in den Gängen eines fernen Planeten, sondern
in den Räumen einer unterseeischen Bohrplattform. Eine Rettungsaktion für ein gekentertes U-Boot führt zwei Teams zu einer "heimlichen
Begegnung der dritten Art" - darunter auch das in Scheidung lebende Paar Bud und Lindsey. Zu Anfang scheint es, als erwarten den Zuschauer
Aliens unter Wasser - eine Erwartung, mit der Cameron geschickt zu spielen weiß: die Marines heißen hier "Navy SEAL", ihr Anführer steht mit
seinem militanten Mßtrauen für den verbohrten Militär an sich. Dafür muß er sterben. Aber sein Tod ermöglicht den Überlebenden den
Erstkontakt. 

Obwohl beide Filme in hermetisch abgeschlossenen Räumen spielen, akzentuiert die Inszenierung diese doch sehr unterschiedlich. "Aliens" -
und auch "Terminator" - spielt nahezu ausschließlich in der Dunkelheit. Diese reduziert selbst weite Räume auf das Ausmaß einer Armlänge. Je
weiter die Erzählung fortschreitet, desto enger werden die Räume, die Figuren werden zusehends ihre Gefangenen. Cameron bevorzugt in den
Action-Sequenzen die subjektive Kamera: sie pendelt zwischen Angreifer und Verteidiger. Schon in "Fliegende Killer - Piranhas Il" finden sich
derartige Sequenzen, etwa beim ersten Angriff der fiesen Fische. Die subjektive Kamera in engen Räumen überträgt das Gefühl auswegloser
Bedrohung und totaler Paranoia geradezu vollendet auf das Publikum im dunklen Saal. 

In "Abvss" dominieren helle - verhältnismäßig weite - Räume, die mit der lichten Zukunftsvision des Films korrespondieren. Die Kamera
konzentriert sich ganz auf die Handlungsträger und den zentralen Konflikt. Bestes Beispiel für diese figurenbezogene Inszenierung ist
"Terminator 2": bei Schießereien und Verfolgungsjagden bleibt der Film konsequent an den Protagonisten. Der Autocrash findet nur im
Hintergrund statt, die gängigen Zwischenschnitte fehlen. So wie Cameron Crashs nicht zelebriert, so zurückhaltend inszeniert er auch Gewalt: er
zeigt die scheußliche Seite der Gewalt, ohne sich dabei in Eingeweiden und Hirn zu suhlen. Wo andere "draufhalten", setzt Cameron auf
suggestive Schnitte. Dieser Stil impliziert auch immer die geradezu epische Länge (der "directors cut" von "Aliens" ist 160 Minuten lang): die
Entwicklung der Personen und das Entstehen von Beziehungen untereinander, das Drama braucht seine Zeit. Cameron: "Für mich kommen die
Figuren und die Geschichte zuerst. Man muß immer plausible Gründe dafür haben, optische Effekte einzusetzen. Und die stärksten
Spannungsmomente erreiche ich auf einfache Weise, nämlich mit den Mitteln des ,gothic horror films'." (Unter "gothic horror" versteht man den
"Schauerroman" vornehmlich angelsächsischer Herkunft.) 


DAS WESEN DER MASCHINE 

Künstliche Menschen - und später Roboter - gehören von Beginn an zum Arsenal der Science Fiction. Bereits der erste
Science-Fiction-Roman, "Frankenstein or: Prometheus Unbound" von Mary Wollstonecraft Shelley aus dem Jahr 1818, thematisiert diesen Topos. 

Auch Cameron zeigt sich in drei seiner vier Science-Fiction-Filme fasziniert von Maschinenwesen. Dabei geht es ihm nicht um mögliche
technische Entwicklungen, Computer oder großartige Raumfahrzeuge spielen nur einen unbedeutende Rolle. Sie sind Hilfsmittel oder
Schauplatz, aber keine handlungstragenden Elemente. Cameron interessiert mehr, was den Menschen ausmacht, und was im Unterschied dazu
das Wesen der Maschine ist. Der Mensch unterscheidet sich von der Maschine durch seine Befähigung zu eigenständiger moralischer
Entscheidung. So wird Sarah Connor in "Terminator 2" von der Kampfmaschine wieder zum Menschen: in jenem Moment, da sie sich
entschließt, den Konstrukteur von SKY-NET nicht zu töten. Maschinen hingegen fehlt diese Fähigkeit. Zwar handelt auch der T-800 moralisch,
aber nur auf den ausdrücklichen Befehl des kleinen John. Unbeirrt folgt er John Connors Befehl; ebenso unbeirrt, wie :er im ersten 

Teil als todbringender Terminator seine Befehle auch dann noch auszuführen versuchte, als von ihm nur noch eine Hand übrig geblieben war. Mit
solcher Konsequenz hatte bis dahin noch kein Regisseur Roboter im Film gezeigt. 


EINE ZEITREISE 


"Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal eingestellt ist." (William Gibson: "Neuromancer") 

Die beiden Teile von "Terminator" faszinieren auch durch das komplexe Zeitreise-Thema, einem beliebten Science-Fiction-Motiv: Bildete der
erste Film dabei eine Zeitschleife, in der am Ende alles so war wie zuvor - und zwar nur deshalb, weil Mensch bzw. Maschinen eingriffen -, so
bietet "Terminator 2" den Ausbruch aus diesem vorherbestimmten System: am Ende ist die Forschungsstätte, aus der SKY-NET hätte
entstehen können, zerstört. Diese Differenz bestimmt die unterschiedliche Atmosphäre beider Filme: der erste "Terminator" kommt
düster-dräuend daher, erinnert in seiner Stimmung an die damals in der US-amerikanischen Science-Fiction entstehende Strömung des
"Cyberpunk", ebenso an die "gothic novel" des Fin de Siècle und ihre Machinenmenschen (etwa "Die Evn der Zukunft" von Villiers de l'Isle Adam).
Nicht umsonst heißt die Kneipe, in die Sarah Connor vor dem Terminator flieht, "TechNoir". Dieser Name ist Programm: High-Tech-Kino und film
noir, eine Kombination, die schon Ridley Scotts "Blade Runner" auszeichnete. 

Der erste "Terminator" erzählt von der Dekadenz und dem Fatalismus der USA der frühen 80er Jahre. Die gesellschaftliche Stagnation spiegelt
sich in der unabänderlichen Zeitschleife. "Terminator 2" ist dagegen bei aller "Ballerei" optimistischer: am Schluß gehen die Figuren in eine
unbestimmte Zukunft, deren Verlauf sie selbst bestimmen können. Vielleicht. 


"STARKE FRAUEN" 


"Letztlich können der Terminator und die Monster nicht durch Waffen, nicht durch Maschinen zurückgehalten und eliminiert werden, sondern
durch Intelligenz und Improvisation. Sowohl in "Terminator" als auch in "Aliens" sind es ja die geübten Kämpfer, die scheitern. Und beide Male
sind es normale Menschen, Frauen, die es schaffen." (James Cameron) 

Camerons zentrale Figuren sind starke Frauen, die sich in einer Männerwelt behaupten müssen. Dabei ist es immer ein optisch ähnlicher und
charakterlich nahezu identischer Frauentyp: von Tricia O'Neil in "Piranha II" über Sigourney Weaver in "Aliens" und Mary Elizabeth Mastrantonio
in "Abyss" bis zu Linda Hamilton in den beiden "Terminator"-Filmen. Die Frauengestalten vereinen Eigenschaften, die für gewöhnlich
geschlechtsspezifisch zugeordnet werden: etwa "männlicher" Kampfgeist und "weibliche" Intuition. Diese Kombination macht sie den zumeist
einseitig orientierten Männern überlegen. Sie erweisen sich - zumindest am Ende - als in sich harmonische Figuren, bei denen weder das
männliche noch das weibliche Element dominiert. Das unterscheidet sie von den "starken Frauen" bei Kathryn Bigelow ("Blue Steel") oder
Sondra Locke ("Impulse"), deren Stärke sich aus der Übernahme männlicher Prinzipen speist - einem Ungleichgewicht, das die Figuren
zerbricht: Wenn am Ende von "Blue Steel" die Polizistin den unbewaffneten Psychopathen liquidiert, "explodiert" ihr männliches Element und
verschwindet, sie bricht zusammen. 

Den "starken Frauen" werden die dunklen, verborgenen Seiten ihrer Sexualität zum Verhängnis. Cameron negiert in Befolgung der
Genre-Konvention. die keinen Sex beinhaltet, dieses existentielle Bedürfnis menschlichen Lebens. So gibt es in seinem Werk nur eine
Sexszene: wenn im ersten "Terminator" Sarah Connor und Kyle Reese in einem Motel John Connor zeugen. Damit beschneidet er einerseits
seine Frauenfiguren um ein wesentliches Element, befreit sie aber zugleich von der im Genre üblichen Rolle des Sexobjektes "für den wahren
Mann'`. Die meisten dieser Frauen sind zugleich auch Mütter. Cameron: "Ich weiß auch nicht, wie das kommt. Vielleicht ist es ein
lebensbejahender Aspekt. einer, der die düsteren Situationen der Filme kontrastiert." Datum benötigt Lindsey in "Abyss" auch keine Kinder. die
lichte Stimmung des Films erübrigt diesen Kontrast. 


Camerons Filme arbeiten mit Spiegelungen und Symmetrien, darin verwandt der "gothic novel". Wie diese moralischen Erzählungen sind seine
Fabeln Inszenierungen von Begriffen und Prinzipien. So sind die beiden Mütter aus "Aliens" zwei Seiten einer Medaille - gleich Dr. Jekyll und
Mr. Hyde. "Abyss" handelt von der Notwendigkeit der Verständigung über die Grenzen von Vorurteilen und Rassendünkel hinaus. Die beiden
"Terminator'`-Filme erzählen von dem, was den Menschen ausmacht. Insofern sind Camerons Science-Fiction-Filme wie jede gute Science
Fiction - keine Spekulationen über eine mögliche Zukunft, sondern der moralische Reflex auf die Gegenwart. 

Lure Gräfe / Olaf Möller