Die Liste wird fortlaufend ergänzt und korrigiert, Ergänzungen sind immer erwünscht

Der Schwerpunkt der Auswahl liegt auf Filmen, die Zeit des Nationalsozialismus thematisieren und nicht lediglich als Folie verwenden. 

Spielfilme

Dokumentarfilme

Abrahams Gold, R: Jörg Graser, D 1990

"Der Film erzählt einfach, unspektakulär eine kleine deutsche Geschichte von heute, die Teil der großen deutschen Geschichte ist. Eine verlorene Tochter kommt unwillkommen nach Haus zurück [...], ein ehemaliger KZ-Wächter holt sich 45 Jahre danach den Lohn für seine schmutzige Arbeit und sein Helfer erfährt, daß er selbst Jude ist."

(Filmjahrbuch 1991, Heyne)

Die Abenteuer des Werner Holt, R: Joachim Kunert, DDR 1964

Die Ostfront im Frühjahr 1945: Während sein Freund Gilbert Wolzow weiter an Hitlers "Endsieg" glaubt, will Werner Holt nur noch mit heiler Haut nach Hause. Der junge Wehrmachtssoldat lässt seine Kriegserlebnisse Revue passieren..." (TV Spielfilm)

After the Truth (Nichts als die Wahrheit), R: Roland Suso Richter, D 1999

"Mit 'After the Truth' wagt Roland Suso Richter eine neue Form der Geschichtsanalyse, die frei von Berührungsängsten die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft und den Nazis von heute einen Belastungszeugen präsentiert, mit dem sie nicht rechnen konnten: Josef Mengele."

(cinema, Heft 256, September 1999)

Aimée und Jaguar, R: Max Färberböck, D 1998

"Die Liebesgeschichte zwischen einer Hausfrau und einer jungen Jüdin im Berlin des Jahres 1943. Ein zeitlang kann die Nazi-Mitläuferin und Mutterkreuzträgerin ihre Liebe ausleben, doch dann entdeckt die Gestapo das Geheimnis der beiden Frauen und deportiert die Jüdin nach Theresienstadt. Ein von zwei hervorragenden Hauptdarstellerinnen getragener Film nach einer wahren Begebenheit, konzipiert als opulentes Ausstattungskino, das jedoch allzu sehr das emotionale Potential der widersprüchlichen Protagonistinnen vernachlässigt. Ein interessanter, wenn auch keineswegs rundum gelungener Film, in dem der historische Hintergrund häufig zur bewegenden Kulisse verkommt, so daß er zu keiner Balance zwischen Emotionen und Authenzität findet."

(film dienst Nr. 4, 16. Februar 1999)  

Ashes and Diamonds, R: Andzrej Wajda, 1958
The Assisi Underground, R: Alexander Ramati, USA/I 1984  (Juden in Italien)
Au revoir les enfants, R: Louis Malle, F 1987

"Januar 1944 in Frankreich: Der 11jährige Julien kann sich nur schwer von seiner Mutter trennen; nach den Weihnachtsferien kehrt er zurück ins Internat. Dort sind drei neue Mitschüler eingetroffen. Bonnet, einer der Neuankömmlinge, ist hochintelligent und von Anfang an für Julien von Geheimnis umwittert. Juliens Instinkt
trügt nicht. Bonnet heißt eigentlich Kippelstein, ist Jude und wird von den Mönchen, die das Internat betreiben, wie die beiden anderen Schüler vor den deutschen Besatzern versteckt. Ein junger Küchengehilfe denunziert die Mönche. Die drei jüdischen Schüler werden, ebenso wie der Leiter des Internats, von der Gestapo abgeholt."

Aus einem deutschen Leben, R. Theodor Kotulla, 1976

"Lebensgeschichte von Franz Lang, der sich 1922 der NSDAP anschließt, 1928 dem Reichsführer der SS, Heinrich Himmler begegnet und in seinem Auftrag 1934 eine Stelle im Konzentrationslager Dachau antritt. 1941 wird er Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz – mit der Order, das Lager "effektiver" zu machen als jenes in Treblinka. Er ist es, der beschließt, das Giftgas Zyklon B auch zur Vernichtung von Menschen einzusetzen. Nach dem Krieg, bis zu seiner Hinrichtung, erklärte Lang: "Ich habe nur gehorcht"."
Bent, GB 1997

Vor dem Röhm-Putsch im Dritten Reich wird in Gretas Club in Berlin die letzte Party gefeiert - Greta wird gespielt von Mick Jagger ! Nach dem Röhm-Putsch werden Max und Rudy nach Dachau deportiert. Max verleugnet seine Liebe zu Rudy, später lernt er den ebenfalls schwulen Horst kennen und findet so wieder zu sich und seiner Identität zurück.
Ein ergreifender Film, der sehr karg und theaterhaft inszeniert wurde und so den Zuschauer dazu bringt, sich mit
der Brutalität des KZ auseinanderzusetzen. Der erste Film über Schwule im KZ, die in der geschichtlichen Aufarbeitung des Holocaust lange Zeit vergessen blieben. 
Die Blechtrommel, R: Volker Schlöndorff, D/F 1979
Bronstein's Children, R: Jerzy Kawalerowicz, D/POL  1990
Chicken Run, R. Nick Parker, Peter Lord,  GB / USA 2000

Man muß nicht allzu stark abstrahieren, um in dem Schicksal der Plastilin-Hühner eine Allegorie auf das Schicksal der Juden währen des Zweiten Weltkrieges zu erkennen: Nach einer Zeit im Lager, in welcher 'nur' die unproduktiven Insassen getötet wurden, steht das Leben aller auf dem Spiel als, als das Morden fabrikmäßig betrieben werden soll. 

Eine Steven Spielberg-Produktion, die durch ihre liebevollen Charakterzeichnungen besticht.

Come and see (dt.: Geh und sieh), R: Elem Klimow, UdSSR 1985

"Die erschütternde Geschichte des Reifungsprozesses eines 12jährigen Jungen vor dem Hintergrund von NS-Greueln in Belorussland 1943. Über weite Strecken sehr eindrucksvoll und vielschichtig. In der zentralen Szene, der Vernichtung eines Dorfes, greift der Film stellenweise leider allzu sehr zu Klischees des Horrorkinos und verspielt dabei einiges an Ernst und Betroffenheit." (film dienst)

The Damned (dt: Die Verdammten), R. Luchino Visconti, I/D 1968

"Der Verfall einer deutschen Industriellenfamilie, die sich durch die Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten sanieren will, damit ihren Abstieg jedoch beschleunigt. Viscontis erster Teil seiner "Deutschen Trilogie" ist der Versuch, im Gewand eines opernhaften Melodrams Verbindungen zwischen moralischer Dekadenz, sexueller Neurose, schöngeistiger Todessehnsucht, narzisstischer Selbstbezogenheit und politischem Opportunismus aufzuzeigen. Stellenweise gelingt die Analyse faschistoiden Bewusstseins eindrucksvoll, insgesamt aber schwächt die Inszenierung allzu oft die historische Brisanz des Stoffes durch ihre dekorative Weitschweifigkeit und artifizielle Stilisierung." (film dienst Nr. 23 / 2000)

David, R. Peter Lilienthal, 1979

"Als Grundlage für das Drehbuch dienten die authentischen Aufzeichnungen von Joel König, verfasst aus der Perspektive des Kindes und des Jugendlichen. Er konzentriert sich auf die unmittelbare Betroffenheit und die persönliche Erfahrung mehr als auf eine historische oder politische Analyse. Der kleine Sohn des Rabbis David entgeht dem Deportationsbefehl und versteckt sich, ohne gelben Stern, in Berlin. Zuerst kommt er bei einem Schuster unter, später lebt er auf der Straße. Erst sein letzter Fluchtversuch gelingt: David kann aus Deutschland entkommen."
The Devil's Arithmetic, R:  Donna Deitch, USA 1999
The Diary of Anne Frank, R: George Stevens, USA 1959
Die im 17er Haus, R: Artur Berger, Ö 1932, 
"Dieser futuristische Werbefilm beschreibt die Errungenschaften des Roten Wien im Jahr 2032. Verschwindend klein erscheint der Stephansdom inmitten von Wolkenkratzern. Der Stadtarchivar erzählt seinem Enkel, wie
im frühen 20. Jahrhundert der Sozialismus – auch von seinen Großeltern - gegen städtischen Alkoholismus, Naziterror und Kapitalismus erkämpft  wurde. Erstaunliches und rares Dokument des linken Films der
Zwischenkriegszeit."
Ein Tag – Bericht aus einem Konzentrationslager 1939, R: Egon Monk 1965
Enemies, A Love Story, Paul Mazursky,  1989
Europa, Europa,  R: Agnieszka Holland , F 1990
Die gefrorenen Blitze, R: János Veiczi, DDR 1967

"Peenemünde 1939: In der Heeresversuchsanstalt wird heimlich an einer Rakete für den geplanten Krieg gearbeitet. Anonym schickt der Forscher Kummerow [...], ein Antifaschist, einen Bericht an die englische Botschaft in Oslo, der zunächst ignoriert wird. Aber auch Widerstandsgruppen aus Frankreich und Polen versuchen, die Fertigstellung der Massenvernichtungswaffe zu stoppen." (TV Today)

Gespräch mit dem Biest, R: Armin Mueller-Stahl, D. 1996

"Hitler lebt. Jedenfalls behauptet der Alte im Rollstuhl (Armin Mueller-Stahl), Hitler zu sein. Er sei stolze 103 Jahre alt, seine letzten Haare deuten einen Rechtsscheitel an. Er erzählt dem US-Journalisten Webster aus seinem Leben: von der Rage, in die er sich beim Redenhalten gesteigert habe; den Doppelgängern, die ihn vertreten hätten und von denen einer sich 1945 an seiner statt erschossen habe..." (TV Today)

God Afton, Herr Wallenberg, R: Kjell Grede, S 1990
The Great Dictator, R: Cahrlie Chaplin, USA 1940
Hasenjagd, R: Andreas Gruber, D/AUS 1994

"Nüchtern, geradlinig, sensibel und spannend erzählt Gruber die wahre Geschichte von "Hitlers willigen Helfern", ohne die ein System wie das nationalsozialistische nicht hätte funktionieren können. Er setzt mit seinem Film aber auch dem Opfern ein erschütterndes Denkmal, seien es die KZ-Häftlinge oder diejenigen Deutschen, deren Widerstand in der gefahrvollen alltäglichen Entscheidung für Moral und Menschlichkeit bestand." (Fischer Filmalmanach 1997)

Heimat, Edgar Reitz,  1984
Herbstmilch, R: Joseph Vilsmaier, D 1988


"Der Film spielt in einem kleinen bayrischen Dorf in den Nazi-Jahren. Es ist die Geschichte der Anna Wimschneider (nach ihrem Erlebnisbericht) und ihrem Leben in dem Dorf, daß oft sehr schwer war, aber auch glücklichere Momente brachte. Vor allen Dingen ist die Geschichte aus der Sicht einer Frau erzählt, die sich oft gegen den Rest der Familie durchsetzen musste. Die Nazizeit wird nur beiläufig und am Rande erzählt. Man hat den Eindruck, daß die Arbeit auf den Feldern und Höfen den Leuten keine Zeit liess, sich auch noch mit Politik zu befassen."
Das Himmler-Projekt, R: Romuald Karmakar, 2000

Der Schauspieler Manfred Zapatka  liest die dreistündige Geheimrede, die Heinrich Himmler am 4. Oktober 1943 vor 92 SS-Generälen im Goldenen Saal des Schlosses von Posen gehalten hat, Wort für Wort vor. Zapatka gelingt dabei das Kunststück, die Rede nüchtern zu präsentieren, ohne dass der bedrohliche Inhalt und die entsetzliche Menschenverachtung des ungefilterten Nationalsozialismus verloren geht

Hitler - ein Film aus Deutschland, R: Hans-Jürgen Syberberg, 1978 
Hitlerjunge Salomon, R: Frank Beyer, D 1985 (ein Jude in der HJ, nach einer wahren Begebenheit)
Holocaust,  R: Marvin J. Chomsky, USA 1978, (4teilige TV-Serie)
Jacob, the liar, R: Peter Kassovitz, USA 1999
Jakob der Lügner, R: Frank Beyer, 1974
Jeder stirbt für sich allein, R: Alfred Fohrer, D: 1975

Zum letzten Mal sehen Anna [...] und Otto Quangel [...] ihren Sohn, als er 1940 einberufen wird. Kurz daruf fällt Otti "für Führer, Volk und Vaterland". Die Welt des Ehepaars bricht zusammen; Phrasen vom Heldentod bieten keinen Trost. Annas Reaktion: Sie legt heimlich Feldpostkarten mit den Worten "Der Führer hat meinen Sohn ermordet" aus. So hofft sie, die Menschen wachzurütteln. Doch vor allem setzt sie die Überwachungsmaschine des Nazistaats in Gang [...] Streckenweise recht sentimental, aber stets stimmige und handwerklich gelungene Umsetzung des beklemmenden Stoffs." (TV Today) 

Judgment at Nuremberg, R: Stanley Kramer, USA 1961 
The Juggler (dt: Der Gehetzte), R. Edward Dmytryk, USA 1953

"Ein ehemaliger deutscher Varieté-Künstler, den die Hölle der Konzentrationslager gezeichnet hat, kommt als einsamer jüdischer Einwanderer nach Israel. Doch seine krankhafte Angst kann er nicht mehr überwinden. Begegnungen mit Uniformträgern führen zu Kurzschlußreaktionen. Ein Abenteuerfilm mit ernstem Hintergrund, in dem sich neben der dichten Inszenierung besonders die Leistung des Hauptdarstellers einprägt." (film dienst Nr. 23/ 2000)

Kaddisch nach einem Lebenden, R: Karl Fruchtmann, D 1968

"Das jüdische Totengebet Kaddisch wird hier für einen Lebenden gesprochen: Das KZ hat Johannes Bach [...] überlebt, aber nur physisch, seine Seele ist zerstört. - Regisseur Karl Fruchtmann, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, war 1935 bis `37 in Sachsenburg und Dachau interniert. 1937 emigrierte er nach Palästina. [...] Der Film erzählt auf intensive und bedrückend realistische Art von den psychischen Folgen des Nazi-Terrors." (TV Today) 

Kalmans Geheimnis, R: Jeroen Krabbé, NL/BE/USA 1998

"(Jeroen Krabbés) Regiedebüt basiert auf einem Roman von Carl Friedman, der vieles gleichzeitig ist: eine Ballade über das Nichtvergessenkönnen verfolgter Juden, die Geschichte einer jungen Frau am Schnittpunkt zweier Kulturen und eine Reflexion über den chassidischen Glauben, das streng orthodoxe Judentum. [...] Dem Inszenierungsneuling gelingt [die Verfilmung] holprig, bemüht, peinlich, platt."

(cinema Heft 255, August 1999) 

Korczak, R: Andrzej Wajdas, D/PL 1989
Laßt mich doch eine Taube sein, R: Miomir Stemenkovic, YU/DDR 1989

"Hans Sulkas Sohn Josef, der über Hitlerjugend und faschistische Erziehung im 'Reich' zur Waffen-SS kam, kämpft auf der Seite der Okkupanten. Sulkas Tochter Anna hat nach dem Erlebnis eines furchtbaren Massakers den Weg zu den Partisanen gefunden. Lange Zeitbemüht sich der Vater, Hans Sulka, neutral zu bleiben, aber die Ereignisse zwingen ihn, sich für eines der Kinder zu entscheiden."

(Filmjahrbuch 1991, Heyne)

Die letzte Metro, R: Francois Truffaut, F 1980

"Im deutsch besetzten Paris versteckt sich der jüdische Leiter eines Montmartre-Theaters in seinem Keller. Seine Frau versucht, das Theater weiterzuführen und die politischen Gefahren und menschlichen Kompliaktionen zu meistern." (cinema 7 / 1987)

Lubitsch Junior, R: Christian Bau, Jens Huckeriede, Manfred Oppermannn, Jenny Ramcke, Peter Stockhaus, D 1990

"Als klinischer Fall von politischer Verdrängung verkleidete ein Team seine Dokumentar-Collage über einen gewissen 'Lubitsch junior'. Um sich und den Zuschauern nicht den Spaß zu verderben, montierten die fünf Macher fast 60 Minuten Fronttheater-Nostalgie mit den Statements von alten Soldaten-Entertainern. Die Hauptfigur, der Mann, der sich als unehelicher Sohn des großen Regisseurs Ernst Lubitsch 'verkaufte', ein schmieriger Bonvivant, beschwindelte nicht nur die Reporter, er selbst war das Opfer seiner politisch und berufsbedingten Schizophrenie. Heinz Joachim Klein zog mit der Solonummer eines Provinz-Poseurs alle Register dieser armseligen, eitlen und verwirrten Existenz. Das Ende und der Rest waren Schweigen. Eine unvergeßliche Studie."

(Filmjahrbuch 1991, Heyne)

Das Massaker- Der Fall Kappler, R. George Pan Cosmatos, I/F 1973

"Unbefriedigender Versuch, den 'Fall Kappler' - die deutschen Geiselerschießungen nach einem Attentat auf SS-Soldaten in Rom im März 1944 - nachzuvollziehen." (film dienst)

Die Mörder sind unter uns, R: Wolfgang Staudte, D 1946

"Er kann die Erinnerung nicht verdrängen: Während seiner Zeit als Truppenarzt um Weihnachten 1942 musste Mertens [...] mit ansehen, wie sein Kompaniechef eine Gruppe polnischer Frauen und Kinder erschießen ließ. Nun erkennt er jenen Offizier in einem Geschäftsmann wieder, der sich das Leid der Menschen im zertrümmerten Berlin zunutze macht. Mertens greift zur Pistole..." (TV Today)

Moffengriet - Liebe tut, was sie will, R: Eberhard Itzenplitz, D 1994

"1943 verliebt sich eine junge Holländerin, die Tochter eines Fleischgroßhändlers, in einen deutschen Besatzungssoldaten und zieht die Verachtungen ihrer Mitmenschen auf sich. Bald wird der Soldat nach Italien abkommandiert, und als Holland 1945 durch die Amerikaner befreit wird, werden den Frauen, die ein Verhältnis mit Deutschen hatten, die Haare geschoren. Es steht außer Frage, daß den "Moffengrieten", so werden die Frauen genannt, der Prozeß gemacht wird. Ein sehr persönliches Kapitel aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, das die Entzweiung von Familien und Freunden beschreibt und sich so oder ähnlich in allen besetzten Ländern abgespielt hat." (film dienst)

Moloch, R: Alexander Sokurow, RUS/D 1999

"In einer von der Welt abgeschirmten Festung wollen Hitler, sein Adjutant Bormann, Eva Braun, das Ehepaar Goebbels und ein Priester im Frühjahr 1942 ein Wochenende verbringen. Man trifft sich am Abend zum langen Mahl, dessen Gespräche fast nur um Alltäglichkeiten oder Banales kreisen. Am nächsten Morgen reist die Gesellschaft wieder ab. Formbewußter, in seiner bildgewaltigen  Umsetzung beeindruckender, inhaltlich aber zwiespältiger Versuch, Hitler und den Nationalsozialismus mit primär ästhetischen Mitteln zu dekonstruieren. Der Widerspruch zwischen mythische Monumentalität und ihren trivialen Protagonisten löst sich nicht auf." (film dienst Nr. 3 1. Februar 2000)

Morituri, 1947
Mutters Courage, R: Michael Verhoeven, D/GB/AUS1995

"...Glücklicherweise gibt es zwischen den beiden Polen, Claude Lanzmanns Verweigerung der Bilder und Steven Spielbergs Mobilisierung des aufklärerischen Unterhaltungskinos mit edlem Vorbehalt, noch andere Möglichkeiten. Michael Verhoeven hat sich [...] auf die ironische Distanz gestützt[...]" (Fischer Filmalmanach)

Nackt unter Wölfen, R: Frank Beyer, DDR 1963

"Frühjahr 1945: Im KZ Buchenwald wächst die Hoffnung auf die Befreiung durch die Rote Armee. Als ein polnischer Häftling heimlich ein Kind ins Lager bringt, geraten die Mitglieder der Widerstandsgruppe in Gewissenskonflikte. Sollen sie den Kleinen vor der SS verbergen, auch wenn dies ihre Organisation gefährdet?  [...] Hochdramatisches Plädoyer für Menschlichkeit, das nicht zum Heldenepos ausartet."  [TV Tody]

The Night of the Generals (dt: Die Nacht der Generale), R: Anataloe Litvak, GB/F 1966

"Die in Rückblenden erzählte Geschichte eines psychopathischen SS-Generals. Der Film will psychologische Studie und Restaurationskritik sein, dabei aber auf Melodramatik , kriminalistischen Reiz und erotischen Kitzel nicht verzichten. So landet er in der Kolportage." (film dienst Nr. 23 / 2000)

The Pawnbroker, R: Sidney Lumet, 1965 
Playing for Time
Der Rat der Götter, R: Paul Bildt, Fritz Tillmann, Willy A. Kleinau, Inge Keller, DDR 1950

""Rat der Götter" nennen sich 1939 die Direktoren einer Chemiefabrik (gemeint ist die I.G.Farben). Auf Weisung dieses Rats setzt Dr Scholz [...] seine Chlor-Forschung fort. Die Firma wittert gute Geschäft nach Hitlers Machtergreifung. Bei den Nürnberger Prozessen behauptet Scholz später, nicht gewußt zu haben, daß seine Formeln zur Massenvernichtung eingesetzt wurden.[...] Bewegende Studie über die Verantwortung des einzelnen." (TV Today)

Rotation, R: Wolfgang Staudte, DDR 1949

"Maschinst Behnke war zu Beginn der Nazizeit ein typischer Mitläufer. Bis ihn sein Schwager bittet, eine Presse zu reparieren, auf der antifaschistische Flugblätter gedruckt werden. Behnkes eigener Sohn verrät ihn an die Gestapo... Scharfsichtige Auseinandersetzung mit der geistigen Haltung während der Hitlerzeit." (TV Spielfilm)

Das Schilfrohr, R: Joachim Kunert, DDR 1974

"Die Geschichte einer Frau, die 1944 einen Flüchtling in ihrem hause beherbergt. In einer Stunde der größten Gefahr versteckt sie ihn in einem angrenzenden See. Nach dem Krieg findet sie, in ihrem Selbstvertrauen gestärkt, die Kraft zu einem Neuanfang. Ursprünglich für das DDR-Fernsehen realisierte, meisterhafte Verfilmung der Seghers-Erzählung; weder Aufdringlich in der Argumentation noch moralisierend in der Wertung." (film dienst Nr. 23 / 2000)

Schindler`s List, R: Steven Spielberg, USA 1993
Schtonk!, R: Helmut Dietl, D 1992
Das schreckliche Mädchen, R: Michael Verhoeven, D 1990

"Der Film basiert auf der authentischen Geschichte einer Passauer Lehrerin, die bei scheinbar harmlosen Geschichtsrecherchen die braunen Flecken der Vergangenheit und Gegenwart ihres Heimatortes aufdeckt. Formal ungewöhnlich und mitunter aufregend inszeniert [...]"

(Filmjahrbuch 1991, Heyne)

The Search, 1948
Shalom General, R: Andreas Gruber, D 1990

"Ein Zivildienstleistender kommt in die Pflegestation eines Altenheims, überwindet allmählich seinen Ekel vor den hinfälligen Körpern der Patienten, streit und befreundet sich mit einem ehemaligen Wehrmachtsoffizier, der bis zur Halskrause gelähmt im Rollstuhl sitzt - das ist die Geschichte von 'Shalom General', aber wer jetzt glaubt, Grubers Film sei ein langweilig-ausgewogenes Dossier zur Altenpflegethematik, hat sich geirrt. 'Shalom General' ist ein witziger, genau komponierter 'filmischer' Film [...]

(Filmjahrbuch 1991, Heyne)

Das siebte Kreuz, R: Fred Zinnemann
Silence, R: Sylvie Bringas und Orly Yadin, GB 1998
Stalingrad, R: Joseph Vilsmeier, 1992

Der Fokus der mit großem Materialaufwand nachgestellten Ereignisse um die Schlacht bei Stalingrad liegt auf dem Schicksal des einfachen Landsers. Die starke Kontrastierung von Soldat und Offizierskorps läßt Feingefühl vermissen und setzt auf Stererotypen statt auf historische Genauigkeit.

 

Stars, R: Konrad Wolf, (D)1959

"[...]Another outstanding example that relates to the Holocaust is the movie "Stars" (1959), directed by the Jewish film director Konrad Wolf in East Germany. The film tells the story of a German soldier who is confronted with the deportation of Greek Jews via Bulgaria. The question of individual responsibility is raised
but not answered." (Frank Stern: Jewish images in German Films since 1945)

Der Tanz des Dschingis Kohn, R:Elijah Moshinsky, GB 1996

"Der Kriminalkommissar Schatz, einst KZ-Wächter und SS-Mann, muß als Polizeichef in einem bayerischen Dorf eine Reihe von rätselhaften Morden aufklären und eine verschwundene Baronin suchen. er wird heimgesucht vom Geist des 1933 in Dachau ermordeten jüdischen Kabarettisten Cohn und kann die Morde aufklären. Gleichzeitig wird er von Cohn so getriezt, daß er den Job aufgibt, Jiddisch lernt und kosher ißt. Als rabenschwarze Komödie inszenierte Walpurgisnacht um den Umerziehungs-Feldzug des Juden Cohn, der aus seinen Mördern Juden macht und im Finale im wiedererwachten Deutschland im KZ-Anzug der Herrenrasse Modell sitzt. Böse, bissig, politisch unkorrekt und als politische Satire zwischen allen Fronten." (Fischer Filmalmanach) 

A Taste of Sunshine (Ein Hauch von Sonnenschein), R: Istvan Szabó, Ungarn/A/CAN/D 1999

"Eine jüdische Familie in Ungarn kämpft gegen Verfolgung und Unterdrückung  - über drei Generationen"

Tea with Mussolini, R: Franco Zeffirelli, I/GB 1999

"Italien in den 30er Jahren: Eine Gruppe kulturbeflissener englischer Ladys wird in der Toskana interniert, bekommt die eigentliche Schwere ihrer Lage jedoch durch Zuwendungen eines amerikanischen Showgirls nicht mit und glaubt, sie stünde unter dem speziellen Schutz Mussollinis. Ein mit wunderbaren Darstellern und schönen Bildern gestalteter Film, der jedoch ohne Gespür für die zeitliche Problematik gestaltet wurde und eher einem Entschuldungsprozeß als einer ernsthaften Auseinandersetzung gleichkommt." (film dienst Nr.1 / 4. Januar 2000) 

Train de vie, (Dt.: Zug des Lebens) R:  Radu Mihaileanu, F 1998

Trotz diverser Konflikte bleibt der Film in seinem Erzählelement: der Naivität. Und driftet nie ins Triviale ab, sondern ist im Naiven stets tiefgründig, warm und beeindruckend schön. Auch deshalb ist "Zug des Lebens" ein Film, der bleibt. Weit über die Stille am Ende hinaus." (cinema März 2000)

Triumph of the Spirit, R: Robert M. Young, USA/PL 1990 

(basiert auf der authentischen Geschichte Salamo Arouchs, der in Auschwitz vor einem  Nazipublikum Boxkämpfe bestreiten mußte, um zu überleben) 

Vermächtnis einer Mutter, R: Nizza Gonen, IL 1989,

"Statt des erhofften Geldes erben die Kinder einer aus Polen stammenden Israelin ein Video. Die Mutter schildert ihnen auf dem Band ihren Leidensweg vom Warschauer Getto bis ins KZ Bergen-Belsen. Die Kinder lernen nicht nur ihre Wurzeln kennen, sondern sie lernen auch, ihr eigenes Leben neu zu betrachten.  Einfühlsame Studie über die Nachwirkungen des Holocaust in der sogenannten zweiten Generation Israels." (Fischer Filmalmanach)

"...Verzeihung, ich lebe", R: Andrezj Klamt, D/PL 2000

"Fünf jüdische Überlebende des Holocausts aus einer polnischen Kleinstadt berichten von ihrem Leben, das unter recht normalen Vorzeichen begann, sich jedoch unter der Bürde eines latenten Antisemitismus entwickeln mußte. Ohne die Horrorbilder der Vernichtungslager einzubeziehen, legt der Film Zeugnis vom jüdischen Leben im 20. Jahrhundert ab und überzeugt durch seine klare, lineare Struktur. Den Protagonisten ist es zu verdanken, dass der Film nicht von Bitterkeit geprägt ist, sondern dass in die Erinnerungen an vergangenes Leid auch der Wunsch nach Versöhnung einfließt." (film-dienst 34 553; Nr. 23, 7. November 2000)

Viehjud Levi, R: Didi Danquard, D/CH/Ö 1995

"Wie eine Ideologie in den Mikrokosmos eines kleinen Dorfes einbricht und sich auf irrationale Weise in den Köpfen und Herzen der Menschen breit macht, erzählt der erste Spielfilm des Regisseurs Danquart. Als wichtigen Anstoß für die Idee zum Film beschreibt Danquart, der mit experimentellen Dokumentarfilmen bekannt geworden ist, die Erfahrungen, die er vor einigen Jahren in Sarajevo machte: Die Erkenntnis, daß der Nachbar, der Freund quasi über Nacht zum Anderen werden kann, zum Moslem, zum Serben, zum Kroaten, zum Feind. Viehjud Levi nach dem gleichnamigen Theaterstück von Thomas Strittmatter erzählt die Geschichte einer Ausgrenzung auf der Folie des Holocausts." (filmforum Heft 19, Nr.4 September/Oktober 1999)

La Vita e Bella (Das Leben ist schön), R: Roberto Benigni, I 1997

Italien kurz vor dem 2. Weltkrieg. Der romantische Fantast Guido verliebt sich in die Lehrerin Dora, mit der er eine wunderbare Romanze erlebt. Einige Jahre später zerstören die Nazis das gemeinsame Glück mit dem Sohn Giosue als Vater und Sohn deportiert werden. Die nichtjüdische Dora folgt ihnen freiwillig ins Konzentrationslager. Guido ist entschlossen, seinen Sohn vor dem Schrecken zu schützen

die website des französischen Verleihers

Von Hölle zu Hölle, R: Dmitri Astrachan, D / Weißrußland 1996

"Erzählt wir die wahre Geschichte des Pogroms vom 4. Juli 1946 im polnischen Kielce, dem 42 Juden zum Opfer fielen. Auslöser war ein Mädchen, das von ihren jüdischen Eltern während der Deportation einer Nachbarin anvertraut wird. Die beiden Juden überleben das KZ, kehren wieder und fordern ihr Kind zurück. Der Kampf um die geliebte Tochter steigert sich zum Blutrausch. Besonders der zweite Teil nach Kriegsende ist ein kleines Meisterwerk [...] Die ist ein schwer verdaulicher, brutaler Film." (cinema Oktober 2000)

Weapons of the Spirit, R: Pierre Sauvage, U.S.A./F, 1989

Behandelt die Rettung von 5.000 Juden in dem Ort Le Chambon

Die Weiße Rose, R: Michael Verhoeven, D 1982

Dramaturgisch schwache Umsetzung der Leben der Geschwister Scholl. Die Verfilmung schildert die Widerstandbewegung enorm dialoglastig und undifferenziert. 

Wenn alle Deutschen schlafen, Regie: Frank Beyer, D 1994 

"Das Ghetto aus der Sicht eines Kindes ein Ort der Bedrängnis, der Bedrohung, der Demütigung, aber auch der Freundschaften und der abenteuerlichen Entdeckungen. Jurek Becker schrieb das Drehbuch zu dem atmosphärisch dichten Spielfilm auf der Grundlage seiner Erzählung „Die Mauer""

Wie ein Licht in dunkler Nacht, R: David Seltzer, USA 1992

Die Zeit des Dritten Reiches liefert hier kaum mehr als eine Folie für einen Spionagefilm mit Starbesetzung

Wildgänse II, R: Peter Hunt, GB 1984  (Rudolf Heß)
The Witness,  R: Chris Gerolmo, USA1992 
Dokumentarfilme
29 months in exile, R: Jessica Mendels
Alles war möglich... Das KZ Dora und die V-Waffenfabrik, R: Christian Klemke, D 1992

"Weiträumig abgeriegelt durch die SS und unter großen Sicherheitsvorkehrungen trafen im
Herbst 1943 Menschen und Materialtransporte am Kohnstein bei Nordhausen ein. Hier war der
Standort für das geheime Projekt "Mittelbau". Produktionsanlagen für die V-2-Waffenfertigung
wurden in diesem Berg installiert, und Tausende von KZ-Häftlingen waren eingesetzt, um Stollenbau
und Waffenproduktion durchzuführen. Was zunächst eine Raketenfabrik war, entwickelte sich zu
einem gewaltigen Rüstungszentrum. Nach Kriegsende von Amerikanern und Russen ausgeschlachtet,
verschwand das unterirdische Waffenwerk, indem man 1948 die Stolleneingänge zusprengte.

Diesen Zeitabschnitt von 1943 bis 1948 auf dem Areal des Mittelwerkes und des Lagers Dora erzählt
der Film. Er nennt dabei Fakten und schildert Hintergründe des Aufbaus, der Produktionsphase und
der Demontage des geheimen Rüstungswerkes. Zu Wort kommen Opfer, Beteiligte und Unbeteiligte
jener Verbindung von moralischem Tiefstand und technischer Höchstleistung im und am Berg
Kohnstein bei Nordhausen.

Intensive Recherchen in verschiedensten Film- und Fotoarchiven brachten zum Teil bisher unbekannte
Bilder zum Vorschein, die zu diesem Thema erstmalig gezeigt werden"

Der Alltag im Warschauer Ghetto 1941, Israel 1993, Yad Vashem

basiert auf Filmmaterial von deutschen Soldaten

Als Soldaten Mörder wurden. Drei Jahre deutsche Herrschaft in Weißrußland, R: Hannes Heer und Gerhard Thiel  
America and the Holocaust: Deceit and  Indifference, R: Martin Ostrow, USA  1994
And Crown Thy Good: Varian Fry in Marseille; R: Pierre Sauvage, 2001 (noch nicht erschienen)
The Angel of Bergen-Belsen: Luba and the Diamond Children, 1998
Anne Frank. Zeitzeugenberichte und Archivmaterial über das Schicksal der von den Nazis ermordeten Jüdin Anne Frank, R: Jon Blair, 2-teilige Dokumentation
Archäologie, R: Andrzej Brzozowski, PL 1967
The Art of Survival, R: Harlan Steinberger
Au nom de tous les miens  (For Those I Loved), R: Robert Enrico, USA/F 1983/1990