Niels Martens:  "Robert Koch - Bekämpfer des Todes"

 

1. Einleitung

Der Film "Robert Koch - Bekämpfer des Todes" wurde mit allen Filmpreisen des Dritten Reiches ausgezeichnet. Er erhielt die Prädikate "staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll", "kulturell wertvoll", "volkstümlich wertvoll", und "jugendwert".(1) Der für die Prädikatierung verantwortliche Propagandaminister Josef Goebbels schrieb:

 

 

In dem Augenblick, da eine Propaganda bewußt wird, ist sie unwirksam. Mit dem Augenblick aber, mit dem sie als Propaganda, als Tendenz, als Charakter, als Haltung im Hintergrund bleibt und nur durch Menschen, durch Handlung, durch Kontrastierung [...] in Erscheinung tritt, wird sie in jeder Hinsicht wirksam.(2)

 

Diese Aussage läßt den Schluß zu, daß der Film in versteckter Form nationalsozialistische Ideologie transportiert. Wäre das der Fall, ist es sinnlos, den Film zu analysieren, ohne den historischen Zusammenhang im Auge zu behalten. Dasselbe gilt für den Prozeß wissenschaftlichen Fortschritts, wie ihn der Film beschreibt. Es wäre nicht angebracht, die medizinhistorische Handlung getrennt von der Fragestellung zu untersuchen, ob national-sozialistische Ideologie transportiert wird.

Es gilt herauszuarbeiten, wie der Film die Entwicklung medizinischen Fortschritts beschreibt und mit welchen Mitteln sich dieser gegen das Althergebrachte durchsetzen kann. Dabei ist vor allem die Darstellung der historischen Figur des Robert Koch und seiner Gegenspieler interessant. Im Hinblick auf nationalsozialistische Einflüsse muß dabei die historische Belegbarkeit dieser Darstellung beachtet werden.

Als letzten Punkt gilt es festzustellen, welche Normaspekte durch den Film vermittelt werden.

 

2. Produktionsdaten

UT: Ein Film von Gerhard Menzel und Paul Josef Cremers

P: Emil Jannings-Produktion der Tobis Filmkunst GmbH ;3.169 m; Drehbeginn: 20. März 1939

A: [Drehbuch:] Walter Wassermann, C. H. Diller; [wiss. Bearbeitung:] Dr. Hellmuth Unger

R: Hans Steinhoff; R-Ass.: Rudolf Hilberg

FM: Tobis-Klangfilm

V: Tobis

UA: 8. August 1939, Venedig; dt. EA: 26. September 1939, Berlin

Besetzung:

Dr. Robert Koch

Emil Jannings

 

Rudolf Virchow

Werner Krauß

 

Schwester Elke

Viktoria v. Ballasko

 

Fritz v. Hartwig

Raimund Schelcher

 

Gertrud Koch

Hildegard Grethe

 

3. Aufbau und Regie

Der Film beschreibt die Entdeckung des Tuberkelbazillus und den Beweis dessen Tatsächlichkeit durch Robert Koch. Er läßt sich in zwei Teile aufgliedern, die parallel aufgebaut sind (3): Die erste Hälfte spielt in Wollstein, wo Robert Koch sich gegen den intriganten Dorflehrer, den naiven Waldhüter Göhrke und den fanatischen Vorbeter der Gesundbetersekte durchsetzen muß. Am Ende dieses ersten Abschnitts steht die Entdeckung des Tuberkuloseerregers. In der zweiten Hälfte des Films ist der "Medizinpapst" Rudolf Virchow der Gegenspieler von Koch (4). Auch hier gelingt es dem Arzt und Forscher am Ende, seine Theorien zu beweisen.

Beide Abschnitte sind etwa gleich lang und durch die Orte Wollstein und Berlin topographisch getrennt. Der zweite Abschnitt enthält eine Steigerung gegenüber dem ersten, da Koch hier einen stärkeren Widersacher hat, aber auch mehr Helfer und bessere Forschungsmöglichkeiten. Am Ende steht der Sieg Robert Kochs, der durch dessen Schlußrede gekrönt wird.

Der Film ist technisch und handwerklich einwandfrei inszeniert, und es ist kein Wunsch nach Originalität oder Ungewöhnlichkeit zu spüren. Es wird peinlich genau dem Drehbuch gefolgt, und die Geschichte wird in einer klaren, konzentrierten und ernsten Form präsentiert (5). Bis auf die wenigen Momente szenischer Parallelmontage verzichtet der Film auf alles, was dem Auge und Ohr allzu gefällig eingeht (6). Es gibt nur zwei Sequenzen, in denen man optischen Spielereien begegnet: die Szene, in der von den tanzenden Paaren des Hofballs auf die Sektion Kochs überblendet wird und das von Lichtbündeln durchbrochene Fenster bei Fritz` Tod (7). In der letztgenannten Szene spielt sich die ansonsten unauffällige musikalische Untermalung in den Vordergrund. Da die Vermittlung der Handlung vor allem in Form von Dialogen stattfindet, ist eine nähere Betrachtung der Hauptpersonen angebracht.

 

4. Figuren

4.1. Robert Koch

Der Held des Films ist Robert Koch, der von Emil Jannings dargestellt wird. Er vereint alle als positiv dargestellten Eigenschaften in seiner Person. Eine herausragende Eigenschaft ist der zielstrebige Fleiß Robert Kochs, der sich sowohl Zeit für seine Praxis als auch für seine Forschungen nimmt. Er selbst betont, wieviel Anstrengung ihn seine Forschung kostet:

 

 

Koch: Ich bin jetzt einem ganz anderen Erreger auf der Spur, und ich lasse nicht locker, bis ich ihn gefunden habe. [...] Weshalb sitze ich denn hier Nächte um Nächte am Mikroskop? Weil ich endlich wissen will, was das ist, Tuberkulose! (8)

 

Sein Fleiß wird ihm auch von dem Assistenten Fritz von Hartwig attestiert:

 

 

Koch: Die anderen Farbversuche gehen in die Tausende.

Fritz: Das ist eine Unsumme von Arbeit.

Koch: Du wirst nur so viel mehr im Leben sein, als du mehr arbeitest als andere Menschen. [...] Und noch etwas gehört dazu...

Fritz: ...Ein übermenschlicher Fleiß.  (9)

 

Während dieser Eifer den Forscher Robert Koch charakterisiert, weist der Arzt Robert Koch einen anderen Wesenszug auf: das humane Handeln. Bereits in der ersten Szene nimmt er Rücksicht auf die Gefühle der Mutter eines sterbenden Mädchens und kümmert sich um die Gesundheit der anderen Dorfkinder, indem er ihnen Hygieneanweisungen gibt. Auch im Rahmen seiner Tätigkeit in der Arztpraxis zeigt sich die menschliche Seite Kochs, als er einen hoffnungslosen Fall von Tuberkulose behandelt:

 

 

Koch: Ich meine, wo bessere Luft ist. Haben sie keine Verwandten im Gebirge?

Metschmann: Ne, Herr Doktor. Ich hab´ nur ´ne Schwester in Breslau. Auch´n armes Luder. Der kann ich nicht zur Last fallen. Und dann... ich hätte auch nicht das Fahrgeld.

Koch: Na ja. Ich werde mal ´ne Eingabe machen wegen ihnen beim Landrat. Und mit dem Fahrgeld, da machen sie sich keine Sorgen, das bekommen sie von mir. [...] Sie werden es schon machen, Metschmann. (10)

 

Auch die Patientin Frau Paul wird von ihm nicht nur kostenlos behandelt; er bezahlt auch hier die Therapie. Daß Koch als nicht vermögend dargestellt wird, hebt sein selbstloses Handeln besonders hervor.

Das Bild Robert Kochs, das der Film entwirft, besteht also vor allem aus zwei Eigenschaften: Auf der einen Seite glänzt er als zielstrebiger und fachlich qualifizierter Wissenschaftler, andererseits erweckt er durch den aufopfernden Einsatz für andere Menschen, für die er seine Forschungen betreibt, Bewunderung.

Das Ziel der Anstrengungen Kochs ist der wissenschaftliche Fortschritt durch die Entdeckung des Tuberkelbazillus und den Beweis seiner Existenz. Auf dem Weg dorthin hat er Barrieren zu überwinden, die der echte Koch nicht kannte, was eine Erhöhung des Helden bewirkt. Bei der Überwindung dieser Schwierigkeiten helfen dem Filmpendant zwei Charakterzüge: der feste Glaube an seine Theorie und seine naturgegebene Autorität. Letzteres wird schon durch das Äußere von Emil Jannings angedeutet. Der historische Robert Koch war wesentlich kleiner und schmaler als sein Darsteller, und auch seine Barttracht war weniger imposant (11). Im Film wird Robert Koch eine besondere Präsenz verliehen, indem er häufig im Vordergrund agiert und so einen großen Teil des Bildes ausfüllt. Während der Dialoge überragt er zumeist die Gesprächspartner, was eine Monumentalisierung bewirkt. Dies wird vor allem bei den Konfrontationen mit Rudolf Virchow praktiziert (12). Die innere Stärke Kochs wird auch durch seine ruhige, getragene Rede betont, die unter bestimmten Umständen in einen fast militärischen Kommandoton umschlagen kann.(13)

Besonders deutlich wird diese charismatische Autorität, als der Mob der Gesundbeter bewaffnet in das Haus des Waldhüters Göhrke eindringt, um Robert Koch "den Teufel" auszutreiben. Dieser zieht sich trotz der lebensbedrohlichen Situation ruhig seinen Mantel über und tritt heraus, um die Menge mit einem einzigen strafenden Blick verstummen zu lassen. Die folgende Diskussion führt er in einem ruhigen Tonfall, der sich stark von der sich überschlagenden Stimme des Gesundbeters abhebt:

 

 

Koch: Göhrke! Was machen sie denn?

Vorbeter: Wir sind gekommen, den Teufel auszutreiben!

Koch: Der einzige Teufel, der hier auszutreiben wäre, ist eure hirnverbrannte Dummheit. (14)

 

Allein die Wirkung der Persönlichkeit Robert Kochs verhindert hier eine Eskalation und sichert ihm den freien Abgang. Mit Hilfe der entnommenen Gewebeprobe gelingt es ihm, den Tuberkelbazillus sichtbar zu machen. Dabei ist ihm eine Eigenschaft von Nutzen, die eine wichtige Voraussetzung für seinen Arbeitseifer ist: Der absolute Glaube des Forschers an seine Sendung ist in dem Film die Voraussetzung für den Erfolg. Dieses Vertrauen in die Richtigkeit der eigenen Hypothese gibt Koch die Kraft für seine Arbeit und läßt ihn seine Forschungen über das Privatleben stellen. Er selbst verleiht der Wichtigkeit seiner festen Überzeugung Ausdruck:

 

 

Koch: Mit Ruhe will dieser Augenblick erwartet sein. Und noch etwas, Fritz, noch etwas gehört dazu, [...] Ein Glaube, der unerschütterlich ist. (15)

Koch: [...] - Aber ich, ich weiß ganz genau, was ich will und was ich muß. (16)

Koch: [...] Da, schau mal! Du wirst nichts sehen als das zerfallene Gewebe. Ich sehe auch nichts weiter, aber ich weiß, daß der Erreger da ist, so sicher wie die Welt steht. (17)

 

Die letzte Äußerung läßt noch weitere Schlüsse zu: Die Grundlage für den "unerschütterlichen Glauben" Kochs ist Wissen, das nicht empirisch, sondern intuitiv erworben wurde. Ein solches Wissen kann nur einem genialen Geist entspringen, denn nur das Genie ist in der Lage, jenseits des rein intellektuellen Vermögens und wissenschaftlichen Denkens zu Erkenntnissen zu gelangen. (18) Diese Eigenschaft wird im Film auch explizit relevantgesetzt. So sagt Fritz von Hartwig über Robert Koch:

 

 

Fritz: In dieser "Muffbude" wird eine neue Wissenschaft geboren.

Landrat v. Hartwig: Na, na, na!

Fritz: Ja, eine ganz neue Welt. Dieser Koch ist ein Genie!

Landrat v. Hartwig: Zugegeben. (19)

 

Kochs Vortrag wird mit folgenden Worten kommentiert:

 

 

Wissenschaftler 1: Das ist genial!

Wissenschaftler 2: Aber das wäre ja eine Revolution in der ganzen Medizin!

Wissenschaftler 3: Na, das ist es auch, Kollege. (20)

 

Der Film stilisiert Robert Koch zu einem deutschen Genie mit starker Persönlichkeit, der mit menschlicher Größe als weitblickender Arzt für seine fortschrittliche Idee lebt. Da im Film die Ablehnung seiner Forschung viel extremer dargestellt wird, als sie der historische Robert Koch erfahren mußte, muß er hier für seine Idee kämpfen. (21)

 

4.2. Die Gegner Robert Kochs

4.2.1. Die "kleingläubigen Seelen"

In Wollstein in der "Provinz" finden sich drei Personen, die die Arbeit von Robert Koch sabotieren: der Waldhüter Göhrke, der Dorflehrer und der Vorbeter der Gesundbetersekte. Alle drei gehen zweimal gegen Robert Koch vor. Im ersten Schritt beschwert sich der Lehrer bei dem Landrat von Hartwig und versucht so, den Kreisphysikus aus dem Ort zu treiben (22). Er hat genauso wenig Erfolg wie der Vorbeter, der zusammen mit Göhrke und den anderen Gesundbetern versucht, physisch gegen Koch vorzugehen (23). Im zweiten Schritt bilden die drei eine Allianz und versuchen, mit Hilfe eines polemischen Leserbriefs im "Wollsteiner Anzeiger", den Doktor in Mißkredit zu bringen (24). Auch diese Aktion scheitert, da Robert Koch zeitgleich befördert und nach Berlin versetzt wird (25).

Alle drei haben verschiedene Motive, um den Doktor abzulehnen. Der Waldhüter Göhrke macht ihn indirekt für den Tod seiner Tochter verantwortlich, da seiner Meinung nach nur die Gesundbeter hätten helfen können. So beschimpft er seine Frau:

 

 

Göhrke: Ja, jetzt heulste! Und wie ich dir gesagt habe, hol eenen, der das Martelchen gesundbetet, da hast du ja nicht glauben wollen! Oder das Martelchen vom bösen Geist angefallen worden ist. Jo jo, da hilft keen Doktor nich! Die mit ihren Giften und verfluchten Pillen! [...]

Göhrke: Was will er denn mit der Martelchen? Wer weeß, was er für einen Teufelsspuk hier treiben will... (26)

 

Auch der Lehrer hat persönliche Gründe, sich gegen Robert Koch stark zu machen. Er fühlt seine Autorität bei den Schülern gefährdet, da Koch diesen die Anweisung gegeben hat, in der Schule die Fenster zu öffnen, um die Infektionsrate an Tuberkulose zu verringern. Darin scheint der Lehrer einen Angriff auf seine Ehre zu sehen:

 

 

Lehrer: Wer hat hier was zu sagen? Ich oder der Kreisphysikus? Wenn ich noch einmal ein offenes Fenster sehe, dann hau ich euch den Hintern voll, daß ihr an mich denkt! Habe nicht Lust, mir die Schwindsucht zu holen! Dem Kreisphysikus werde ich zeigen, wer hier der Herr ist! (27)

 

Zwischen Koch und dem Vorbeter, dem geistigen Oberhaupt der Gesundbetersekte des Ortes, gibt es einen natürlichen Interessenkonflikt. Während Koch ein Anhänger der modernen Schulmedizin ist, versucht der Vorbeter, Kranke allein durch Gebete zu heilen. Der Doktor sieht darin einen "idiotischen Aberglauben" und macht sich damit den Vorbeter zu einem Erzfeind (28). Dieser hetzt seine Gemeinde mit folgender Predigt gegen Koch auf:

 

 

Vorbeter: Es sind heute zwei Mitglieder unserer Gemeinde unter uns, die um ihr Kind trauern, das Gott ihnen entrissen hat. Sie hatten sich dem unerforschlichen Willen Gottes nicht fügen wollen und einen Menschenarzt zu Rate gezogen. Einen Menschenarzt, der seine sündige Weisheit für Wissenschaft ausgibt! Zu uns hättet ihr kommen müssen! Unser Gebet, unser gläubiges Vertrauen hätte geholfen! Es ist eine Todsünde, Gott durch einen Arzt in den Arm fallen zu wollen! [...] Den leibhaftigen Satan habt ihr in euer Haus gelassen! Austreiben muß man ihn, mit Feuer und Schwefel! (29)

 

Aus diesen Worten ist ersichtlich, daß der Vorbeter der radikalste Gegner Robert Kochs in Wollstein ist. Er ist ein religiöser Fanatiker und personifiziert das Böse mit seinem Kontrahenten. Dieser läßt sich dagegen nicht auf den Konflikt ein, sondern bezeichnet ihn ganz rational als "Dummheit" (30).

Auch auf den Lehrer scheint Koch keinen persönlichen Haß zu haben. Er bezeichnet ihn zwar als "Spießer", entschuldigt sein Verhalten aber mit Unwissenheit:

 

 

Koch: [...] Der Herr Lehrer... die ganze verlogene sogenannte gute Gesellschaft. [...] Der Spießer hat immer recht; er irrt sich nur in den Voraussetzungen. Die Leute wissen freilich nicht, warum ich Leichen seziere und mit Versuchstieren arbeite. (31)

 

Auch gegen Göhrke scheint Robert Koch keinen persönlichen Groll zu hegen, er klagt nur über das Unverständnis der "kleingläubigen Seelen"  (32).

Die drei Feinde Kochs in Wollstein werden alle durch Unwissenheit und Ignoranz charakterisiert. Sie sind nicht in der Lage zu verstehen, welchen Wert die Forschungen Kochs haben und stellen sich deswegen gegen ihn. Sie sind aber gleichzeitig Verkörperungen drei verschiedener Typen: Der Waldhüter Göhrke steht für den naiven Dorfmenschen, dem alles, was neu oder fortschrittlich ist, suspekt ist. Er kann den Fortschritt nicht begreifen und flüchtet sich in den Aberglauben. Der Dorflehrer ist der typische "Spießer". Er will den Fortschritt nicht wahrhaben und als Konservativer das Bestehende erhalten. Da er die modernen Tierversuche und Gewebeentnahmen nicht begreifen will und glaubt, daß der Doktor mit seinen Ratschlägen an die Schulkinder in seinen persönlichen Herrschaftsbereich eingedrungen sei, intrigiert er gegen ihn. Der Vorbeter ist der typische religiöse Fanatiker, der alles, was er nicht verstehen kann, als Teufelswerk abtut und dagegen von der Kanzel wettert. Die düstere Stimmung in der Kirche und der Fackelzug der Gesundbeter durch den Wald wirken wie ein Anachronismus aus dem Mittelalter (33).

Diese drei fiktiven Feinde Robert Kochs werden als fortschrittsfeindliche Bestandteile veralteter Systeme dargestellt. Es gibt für ihn aber keine Schwierigkeiten, seine Arbeit in Wollstein trotz ihrer Torpedierungen zu vollenden, um in Berlin einem weitaus stärkeren Widersacher entgegenzutreten.

 

4.2.2. Rudolf Virchow

Anders als die unbedeutenden Angestellten, die Kochs Theorien in Berlin ablehnen, ist Rudolf Virchow als Antipathie-Träger des Films der große Gegner Robert Kochs. Bereits die Attribuierung als "Medizinpapst" gibt ihm den Anstrich überheblicher Unfehlbarkeit (34).

Der Gegensatz zwischen den beiden wird schon vor dem Erscheinen Virchows thematisiert, indem Koch ankündigt: "Ich würde es dem Virchow schon beweisen." (35) Auch durch die Inszenierung wird eine Kontrastierung zwischen Koch und Virchow vorgenommen, und das schon mit der ersten Szene, in welcher der Reichstagsabgeordnete eingeführt wird. Die vorherige Sequenz, die in Kochs kleinem Labor in Wollstein spielt, endet mit einer Kamerafahrt zu diesem, der gerade während eines kurzen Monologes aufgestanden ist, in dem er mit ruhiger Stimme seine Überzeugung darlegt (36). Dabei ist Koch in der Perspektive der Aufsicht zu sehen, füllt das ganze Bild aus und schaut mit festem Blick in die Ferne. Ganz anders dagegen erscheint Virchow in direkter Folge: In gebeugter Haltung steht er in dem Hörsaal der Charité, um den Studenten mit zittriger Stimme eine Theorie vorzutragen, die der Zuschauer soeben als falsifiziert erkannt hat (37). Dabei ist er von oben zu betrachten, und die Kamera bewegt sich von ihm weg, was ihn klein erscheinen läßt. Im Gegensatz zu der massigen starken Ausstrahlung von Robert Koch erscheint er greisenhaft, kränklich und leicht senil. Die Miniaturisierung Virchows durch die Kameraführung wird auch in den folgenden Sequenzen, in denen er auftaucht, beibehalten.

Dieser äußerliche Kontrast zwischen den beiden ist nicht historisch, denn zu dem dargestellten Zeitpunkt war der echte Koch 35 Jahre und der echte Virchow 57 Jahre alt, also ein keineswegs greisenhaftes Alter (38). Die gegensätzliche Darstellung der beiden ist aber motiviert, denn die beiden Schauspieler Emil Jannings und Werner Krauß waren im Jahre 1939 beide 55 Jahre alt (39).

Der Konflikt zwischen Robert Koch und Rudolf Virchow basiert auf verschiedenen Auffassungen über die Tuberkulose. Virchow läßt die Eingaben Kochs zu den Akten legen, denn er ist ein Gegner der Bazillentheorie. Dies macht er auf besondere Art vor den Studenten deutlich:

 

 

Virchow: Seit dem Auftreten des Herrn Pasteur in Paris erhalte ich durchschnittlich in der Woche zehn bis zwanzig Zuschriften von kunstbeflissenen Kollegen aus der Provinz, aus denen hervorgehen soll, daß die Krankheiten nicht, wie ich ihnen soeben auseinandersetzte, auf einen Zerfall der Gewebe zurückzuführen sind, sondern auf die Tätigkeit kleiner Tierchen - Tierchen! [Lachen der Studenten] Sie wissen schon, meine Herren, es handelt sich immer um die neuen Schlagworte: Mikroben! Bazillen! Seit Pasteur ist die Jagd auf diese Tierchen geradezu Mode geworden. Ich mache aber diesen Unfug nicht mit! Sie können nicht verlangen, daß ich mich dazu noch besonders äußere. Wenn jemand unter ihnen anderer Meinung ist, wäre es besser, er kaufte sich ein Mikroskop, zöge sich auf sein Zimmer zurück und betrachtete den menschlichen Körper einfach als zoologischen Garten. Guten Tag meine Herren! [Beifall] (40)

 

Dieser ironische Vortrag stellt Virchow als einen engstirnigen, zynischen Wissenschaftler dar, der dem Fortschritt feindlich gegenübersteht. Indem er die direkte Konfrontation mit Koch scheut, und dessen Vortrag nicht kommentiert, verhält er sich im Film wie ein feiger Ignorant, auch wenn er am Ende Größe in der Niederlage zeigt (41).

Eine solche Darstellung des sozial engagierten Forschrittspartei-Abgeordneten Rudolf Virchow ist historisch unhaltbar und löste schon im Dritten Reich Proteste aus. Er gilt als hervorragender Pathologe und akzeptierte und unterstützte die Forschungsergebnisse Robert Kochs nach anfänglicher Skepsis (42).

Der Film konstruiert einen Gegensatz zwischen den beiden und nimmt dabei auch eine hierarchisierende Bewertung vor: Der Film enthält nur zwei Einblendungen; eine davon zeigt den arbeitenden Koch während der Szene, in der Virchow sich, mit Frack und Zylinder bekleidet, auf dem Hofball des Kaisers vergnügt. Auf der einen Seite steht der fleißige, ständig arbeitende Forscher, auf der anderen der dekadente "Demokrat" (43). Noch eindeutiger sind die vier Szenen, in denen die Kontrahenten aufeinandertreffen: Während der ersten Begegnung, in der Virchow noch Skepsis äußert, überragt Koch ihn in extremer Form, sieht aufrecht auf den alten Mann hinunter (44). Das zweite Treffen findet während der Präsentation von Kochs Ergebnissen statt, wobei Virchow sich vor ihm beugen muß, um in die Mikroskope zu schauen (45). Bei der dritten Begegnung muß Virchow sich dem Genie Kochs geschlagen geben. Erst hier, als er sich als guter Verlierer zu erkennen gibt, darf er mit seinem Gegner auf einer Höhe sein. Die beiden wechseln während des Disputs immer wieder ihre Positionen, aber am Ende steht Koch wieder über dem Bezwungenen (46). Für diese drei Szenen gilt dasselbe wie für die meisten Dialoge im Film, an denen Robert Koch beteiligt ist: Er befindet sich als Ruhepol am rechten Bildrand, während sein Gesprächspartner vor ihm oder links im Bild steht. In der vierten Szene, in der Koch und Virchow aufeinandertreffen, findet dann die absolute Unterwerfung statt. Virchow gibt seinem Kontrahenten ergriffen die Hand, nachdem dieser die Schlußrede gehalten hat. Dieses Bild, in dem Virchow fast vor dem übergroßen Koch hinter dem Rednerpult verschwindet, ist zugleich das letzte des Films (47).

Der Konflikt zwischen den beiden Wissenschaftlern ist das zentrale Thema des Films. Robert Koch verkörpert dabei den revolutionären Fortschritt, während Virchow als reaktionärer, dekadenter Bürgerlicher dargestellt wird.

 

4.3. Die Helferfiguren

4.3.1 Gertrud Koch

Gertrud Koch ist eine passive und stille Figureninstanz. Sie ist aus der Berufswelt des Mannes ausgeschlossen, wirkt aber im engen Familienkreis positiv. Sie kümmert sich um die Tochter, den Haushalt und die Finanzen der Familie. Ihre Treue gibt dem Mann Halt und Sicherheit, und sie bewahrt die Ehe als höchstes Gut, auch wenn sie viel duldet und leidet:

 

 

Koch: Das muß ich wissen; das muß ich herauskriegen; dafür opfere ich meine Zeit, meine Kraft, meine Nerven...

Fr. Koch: ...und mich!

Koch: Ja, und dich Mama. Ich weiß, ich mache dir das Leben nicht leicht, aber mir auch nicht, das kannst du mir glauben. [...]

Fr. Koch: Ich verstehe dich nicht!

Koch: Nein, du verstehst mich nicht, weil du eben nicht an mich glaubst! Oder glaubst du doch an mich? - Na, gute Nacht, Mama. (48)

 

Gertrud Koch erkennt nicht die Bedeutsamkeit der Forschungen ihres Mannes. Daher belastet sie seine Arbeitswut stark und sie ist nicht in der Lage, mit dieser Situation fertig zu werden. Das hat zur Folge, daß sie bereit ist, ihre intakte Ehe zu zerstören, als sie während einer Bekundung ihres Unmuts über den Forscherdrang des Mannes mit der Trennung droht:

 

 

Fr. Koch: Ja, du! Du, du, immer nur du! Was du mußt, was du mußt! An deine Familie denkst du überhaupt nicht mehr! - Nein! Ich halte das nicht länger aus! Ich nehme mein Kind und gehe zu meinen Eltern!

Koch: Bitte. Tu was du für richtig hältst. (49)

 

Aus diesem Dialog geht hervor, daß Gertrud Koch die Familienidylle über den Fortschritt stellt. Ganz anders dagegen denkt Robert Koch, dessen fast gleichgültige Antwort zeigt, daß ihm seine Forschung weitaus wichtiger ist als das persönliche Eheglück.

Frau Koch macht ihre Ankündigung nicht wahr, und zum Ende des Films erkennt sie ihre Rolle als dienende Ehefrau. Sie versteht, daß ihr Daseinszweck darin besteht, ihrem Mann bei dessen Arbeit zu unterstützen:

 

 

Fr. Koch: Ich halte es nicht mehr aus. Ich kann nicht mehr. Seit Wochen habe ich meinen Mann kaum noch gesehen.

Elke: Frau Doktor! Sie wissen doch, warum er nicht kommt. Um was es für ihn geht!

Fr. Koch: Ja, ich weiß. Und wie er sich quält, und ich kann ihm nicht helfen. Zu was bin ich überhaupt noch da? (50)

 

Trotz dieser Erkenntnis stellt der Film Frau Koch nicht als Vorbild dar, denn sie ist nicht in der Lage, die Prioritäten zu setzen, die der Film fordert.

Zwischen Koch und seiner Frau findet keine Erotik statt, er redet sie nicht einmal mit dem Namen an, sondern nennt sie durchgehend "Mama" oder "Frau".

Auch zwischen dem Liebespaar Elke und Fritz kommt es nicht zu praktizierter Erotik.

 

4.3.2. Schwester Elke

Schwester Elke ist der gute Geist im Hause Kochs. Bereits bei ihrem ersten Auftritt sieht man sie die für seine Forschung benötigten Geräte reinigen (51). In Wollstein arbeitet sie als Arzthelferin von Robert Koch und kümmert sich liebevoll um die Patienten (52). Nach dessen Versetzung nach Berlin wirkt sie segensreich in der Familie und spendet Frau Koch Trost und Zuversicht (53). Auch Fritz erkennt ihre Qualitäten:

 

 

Fritz: Wie schön das ist!

Elke: Was denn, Fritz?

Fritz: Ich weiß nicht, wie ich dir das sagen soll. - Ich meine, wie du für mich sorgst.

Elke: Ach Fritz! Es wird noch viel schöner werden, wenn wir erst verheiratet sind...

Fritz: Elke!

Elke: Warum küßt du mich nicht?

Fritz: Nein, bitte nicht!

Elke: Ich liebe dich so sehr! (54)

Fritz und Elke lieben sich, aber sie ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nichts von seiner Krankheit. Als sie davon erfährt, benachrichtigt sie sofort Robert Koch, obwohl sie ihrem Liebsten Schweigen versprach (55). Ihre tiefe Trauer über den Tod von Fritz macht sie mit Tränen deutlich, und nun spendet Koch ihr Trost (56).

Schwester Elke ist eine Person, die immer für andere da ist. Ihr engelhaftes Wesen erlaubt es der jungen Frau nicht, Erotik auszustrahlen. Selbst als sie Fritz um einen Kuß bittet, bleibt sie in ihrer hochgeschlossenen Schwesterntracht farblos.

 

4.3.3. Fritz von Hartwig

Wie Schwester Elke ist auch Fritz von Hartwig eine fiktive Figur (57). Da die Liebesbeziehung tragisch endet, ist anzunehmen, daß diese nicht der Grund für die Erschaffung dieses Charakters ist.

Als Fritz wieder in Wollstein auftaucht, hat er gerade sein Doktorexamen mit Auszeichnung bestanden (58). Sein Ziel ist aber nicht die große Karriere in Berlin, die sein Vater für ihn vorgesehen hat, sondern eine Einstellung als Assistent von Robert Koch. Er will diesen bei seinen Forschungen helfen. Seine Motivation ist aber eine andere als die von Koch, der aus Pflichtgefühl der Forschung gegenüber diszipliniert arbeitet:

 

 

Fritz: Stell dir das doch nur vor, Vater! Als Pionier der Wissenschaft vorzudringen in unerforschte Welten; bis dahin, wo das Mysterium beginnt. Das Mysterium des Schöpferischen! Das ist doch eine Lebensaufgabe! Gibt es etwas Schöneres, Vater? (59)

 

Fritz ist durchdrungen von einer Faszination des "Mysteriums des Schöpferischen". Dieses irrationale Moment gewinnt prägt ihn und läßt ihn seine Assistenz mit großer Emotionalität ausüben:

 

 

Koch: Na, du zitterst ja!

Fritz: Wenn es ihnen heute gelänge...

Koch: Fritz! Seit Jahren warte ich auf diesen Augenblick! Warum sollte er gerade heute kommen? Es kann auch morgen sein oder in einem Jahr - wer weiß das. (60)

 

Dieses übertriebene Engagement kennzeichnet Fritz von Hartwig in allen Laborszenen. Er agiert überhastet und linkisch. So ist er anfänglich nicht einmal in der Lage, den von Koch soeben sichtbar gemachten Tuberkelbazillus wahrzunehmen: "Ich sehe nichts!" (61)

Diese Eigenschaften kennzeichnen den schwächlich Wirkenden schon früh als Todeskandidaten. Während er fasziniert die gezüchteten Bazillen betrachtet, vergißt er, seinen Mundschutz anzulegen und infiziert sich mit der damals tödlichen Krankheit.

Doch schon vor diesem Vorfall wird der Tod von Fritz gerechtfertigt:

 

 

Fritz: Herr Doktor! Ist das wahr? Sie haben ihn gefunden?

Koch: Ich glaube, daß ich ihn gefunden habe.

Fritz: Herrgott, daß ich das miterleben durfte. Ich bin ja so glücklich!

Koch: Kaltes Blut, Fritz! Wir stehen erst am Anfang. (62)

 

 

Beinahe prophetisch wirkt die Aussage von Fritz, schon sein Lebensziel erreicht zu haben.

Die Figur des Fritz v. Hartwig hat im Film vor allem zwei Funktionen: Einerseits zeigt sie, daß man mit "kaltem Blut" agieren muß, denn wenn man seinen Gefühlen freien Lauf läßt, hat das negative Konsequenzen. Andererseits symbolisiert er die Opferbereitschaft. Wer einer großen Sache gedient hat, darf auch in jungen Jahren glücklich sterben.

 

5. Fortschritt und nationalsozialistische Ideologie

5.1. Das Sujet des Films

Der Gegenstand des Films ist die Geschichte der Entdeckung des Tuberkuloseerregers durch Robert Koch. Er steht in der Tradition der "Preußenfilme" und spielt in der "Ära Bismarck" (63). Der militaristische Geist dieser Epoche wird durch die Parade betont, mit der die Stadt Berlin in den Film eingeführt wird (64).

In der nationalsozialistischen Darstellung der Geschichte sollte das historische Analogon zur Gegenwart präsentiert werden. Die Zuschauer sollten glauben, daß sich in der Gegenwart das erfüllt, was in der Vergangenheit angestrebt wurde. Hierzu bedurfte es einer Figur, die dem Führer des Dritten Reiches entsprach. Der historische Robert Koch war für diese Rolle besonders geeignet. Er wird im Film, wie bereits unter Punkt 4.1. erörtert, als Genie dargestellt, das mit fachlicher Kompetenz und mit menschlichen Qualitäten den Fortschritt verkörpert. Beides gehört auch zu den Qualifikationen, die den Führer auszeichnen, wie ihn das Dritte Reich in Adolf Hitler verkörpert sah, in jeder Führerfigur aber auch wiederfinden wollte. Die humorvollen Szenen, in denen Koch im Film seine Patienten behandelt, dienen also nicht nur der "Auflockerung" des Films (65). Robert Koch entspricht dem Führermodell, denn man schuldet ihm Gehorsam aus fachlichen Gründen und Gefolgschaft wegen der menschlichen Qualitäten.

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der das Thema für die Filmpropaganda des Dritten Reiches prädestinierte: Bei der Medizin im allgemeinen und der Tuberkulose im besonderen geht es um das Grenzphänomen von Leben und Tod, um eine existenzielle Betroffenheit, die die Menschen in starkem Maße berührt. So wird es den Propagandisten erleichtert, das historische Sujet für ihre Intentionen zu degradieren. Welche Rolle dabei der durch den historischen Robert Koch erzielte wissenschaftliche Fortschritt spielt, läßt sich erkennen, indem man die Sprache des Films betrachtet.

 

 

5.2. Die Terminologie des Films

Im Spielfilm gibt es zwei Sequenzen, in denen sich Robert Koch über das Ziel seiner Forschung äußert:

 

 

Koch: Warum? Wo steckt der Feind? Wie sieht er aus? Mit welchen Waffen kann ich ihn bekämpfen? (66)

Koch: Nun kenne ich den Feind. Nun kann ich die Waffe schmieden, die ihn vernichten wird. Und wenn ich dereinst fallen werde, werde ich meine Waffe weitergeben in die Hände derer, die nach uns kommen. Der Kampf beginnt und wird nicht enden, bevor der Feind besiegt ist. (67)

 

Diese Kriegsterminologie ist in weniger extremer Form im gesamten Film vorzufinden. Es wird die Sprache des Krieges für einen wissenschaftlichen Disput benutzt. Umgekehrt bedient sich Robert Koch während einer zwischenmenschlichen Konfrontation medizinischer Begriffe:

 

 

Koch: Auserwählte des Herrn? Ein Krebsschaden seid ihr, den man ausbrennen sollte! (68)

 

Das ständige Vertauschen dieser Sprachebenen innerhalb des Films hängt mit dem organischen Staatsmodell des dritten Reiches zusammen. Der nationalsozialistische Staat verstand sich als ein Organismus, der aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt und im Ganzen mehr ist, als nur die Summe seiner Organe. Der Kopf dieses Staatswesens wurde durch den Führer des Reiches dargestellt. Adolf Hitler benutzte häufig medizinische Terminologie, wenn er über politische Angelegenheiten referierte:

 

 

Hitler: Wenn die Juden nicht arbeiten wollten, würden sie erschossen. Wenn sie nicht arbeiten könnten müßten sie verkommen. Sie wären wie Tuberkelbazillen zu behandeln, an denen sich ein gesunder Körper anstecken könne.  (69)

 

Eine solche Staatsauffassung diente als Legitimation für Eugenik, Euthanasie und Massenmord. Es galt als moralisch vertretbar, "kranke" Elemente, ähnlich wie durch einen chirurgischen Eingriff, aus dem gesunden "Volkskörper" zu entfernen. In diesem Zusammenhang läßt sich das folgende Zitat, das Robert Koch in den Mund gelegt wird, als antisemitisches verstehen:

 

 

Koch: Denn das weiß ich jetzt: Die Erreger der Krankheit sind Bazillen. Sie dringen von außen in den gesunden Körper ein. Sie verrichten das Zerstörungswerk. (70)

 

Es gibt noch eine andere Erklärung für den Vertausch der Sprachebenen: Der Film ist nicht nur das Protokoll einer wissenschaftlichen Entdeckung, sondern ein politischer Film. Das obige Zitat und die Kriegsterminologie legen nahe, daß man sich hier des medizinisch-wissenschaftlichen Themas bedient hat, um politische Agitation zu betreiben. Dabei steht der wissenschaftliche Fortschritt für eine politische Richtung, die sich gegen eine andere durchzusetzen hat.

 

5.3. Der Kampf der Systeme im Film

Der wissenschaftliche Fortschritt im Film ist politischer Fortschritt. Er wird durch Robert Koch als Einzelgänger repräsentiert. Sein Gegner Rudolf Virchow steht für ein anderes System:

 

 

Koch: Ich bin mir bewußt, daß ich damit bisher gültige Gesetze der Medizin umstoße.

Virchow: Jetzt kenne ich sie! Sie sind ein Revolutionär!

Koch: Die medizinische Welt steht vor einer Revolution. Ich vollstrecke nur ihren Willen. (71)

 

Der Film beschreibt nicht nur die Entdeckung des Tuberkelbazillus, sondern den Kampf zweier Systeme: Revolution und Reaktion.

Dafür, daß dieser Kampf als politisch und nicht wissenschaftlich zu betrachten ist, spricht der Auftritt von Bismarck im Film. Die Reichstagsdebatte ist für den Handlungsverlauf irrelevant, dient aber der Konstruktion eines Gegensatzes. Virchow zeigt sich als unterlegener Kontrahent Bismarcks, genauso, wie er durch Robert Koch besiegt wird (72). So, wie er nicht in der Lage ist, die wissenschaftliche Größe Kochs zu sehen, erkennt er auch nicht das politische Genie Bismarcks. Durch diesen neuen Gegensatz entsteht eine Parallelität oder Gleichsetzung von Robert Koch mit Bismarck, denn beide sind siegreich gegen denselben Feind. Auf diese Weise wird der Arzt und Forscher zur Verkörperung einer politischen Richtung, und es kann kein Zweifel daran bestehen, daß diese national-sozialistisch ist. Denn Bismarck wurde schon sehr früh im Dritten Reich als "Eiserner Kanzler" zum "Propheten des Führers" erklärt.

Daß die wissenschaftliche Revolution im Film als historisches Gleichnis zur national-sozialistischen Revolution verstanden wird, läßt sich noch am weiteren Beispiel der Personen, die sich dieser Bewegung entgegenstellen, verdeutlichen. Bei den Gegnern Robert Kochs handelt es sich im Film um Typen, welche die Bevölkerungs-elemente verkörpern, die im Jahre 1939 als nicht systemkonform galten. Demokraten wie Virchow waren natürlich Gegner des diktatorischen Regimes, ebenso wie humanistisch gebildete Bürgerliche, wie sie der Lehrer repräsentiert. Der naive Waldhüter Göhrke könnte die damalige konservative Landbevölkerung verkörpern, in der die NSDAP den wenigsten Rückhalt fand. Die Sekte des Vorbeters trägt einerseits Züge der katholischen Kirche, die sich nicht gleichschalten lassen wollte, andererseits ähnelt sie in ihrem Fanatismus den "Bibelforschern", die sich heute "Zeugen Jehovas" nennen und im Dritten Reich verfolgt und ermordet wurden.

Das Filmpendant Robert Kochs expliziert diesen Kampf des Alten gegen das Neue:

 

 

Koch: Große neue Dinge werden in der Regel von der Welt nicht verstanden. Dann werden sie bekämpft, und schließlich sind sie selbstverständlich. (73)

 

Diese Aussage ist sicherlich wahr, kann aber im Zusammenhang mit der Verachtung und dem Spott, den die Intellektuellen während der "Kampfzeit" noch kurze Zeit vor der Machtergreifung der Hitlerbewegung entgegenbrachten, nur als Anspielung auf die Etablierung des nationalsozialistischen Gedankens in Deutschland verstanden werden.

Ähnlich sind die letzten Worte Rudolf Virchows im Film zu sehen, der als Unterlegener begreifen muß, daß nicht nur seine medizinischen Vorstellungen überholt sind, sondern auch die weltanschaulichen:

 

 

Virchow: Vergessen wir doch in diesem Kampf, daß wir Menschen sind. Es ging um mehr als uns. Sie sehen, ich habe viel von ihnen gelernt. (74)

 

Innerhalb des medizinisch-wissenschaftlichen Diskurses, der für den Sieg der nationalsozialistischen Revolution steht, transportiert der Film auch andere ideologische Vorstellungen, die für das Staatsbewußtsein des Dritten Reichs entscheidend waren.

 

6. Normaspekte

In Propagandafilmen wird ein Disziplinierungsversuch durch Normvermittlung vorgenommen (75). Dies geschieht am besten dadurch, daß Normaussagen in einem Zusammenhang präsentiert werden, der den Zuschauer stark affiziert. Im Robert-Koch-Film gibt es eine bewegende Sequenz, die sich stark von dem Realismus der anderen abhebt: der Tod von Fritz v. Hartwig. In einer fast expressionistischen Einstellung wird ein von senkrechten Lichtbündeln durchbrochenes gotisches Fenster gezeigt, daß sich über Fritz´ Sterbebett befindet. Dazu erklingt laute pathetische Musik, die sich von der dezenten musikalischen Untermalung des Films abhebt. Das Bild verändert sich, bis nur noch die Lichtbündel zu sehen sind. Diese Szene vermittelt eindeutig das Pathos des Todes. Die aufstrebende Immaterialität des Lichts, verbunden mit Musik und der Schwerelosigkeit gotischer Baukunst symbolisieren das transzendente Hinübergehen in eine höhere Daseinsform. Der Tod hat an Schrecken verloren. Warum dies der Fall ist, wird aus den letzten Worten des Sterbenden deutlich:

 

 

Fritz: Das ist der Sieg! [...] Das war es Wert, gelebt zu haben.

Koch: Das war es, Fritz. [...]

Fritz: So ist es nicht umsonst gewesen. Jetzt bin ich unsagbar glücklich. (76)

 

Fritz kann mit der Gewißheit in den Tod gehen, daß es sich gelohnt hat zu leben, denn er hat seinen Teil für den Sieg der von Robert Koch getragenen Revolution geleistet. Hier wird eindeutig eine nationalsozialistische Maxime vermittelt: "Die Sache ist alles, die Person ist nichts." Fritz hat diese Maxime begriffen und daraus die Konsequenz gezogen, Opferbereitschaft zu zeigen.

Das Motiv der Opferbereitschaft zieht sich durch den ganzen Film, in dem Erfolge nur über Opfer erzielt werden: Bereits am Anfang stirbt ein Mädchen, in dessen Lungen-gewebe Koch den Tuberkelbazillus entdeckt. Da Robert Koch sein Privatleben der Forschung opfert, muß seine Frau ihre intakte Ehe opfern. Else opfert ihre Liebe, und Fritz, der nur zu diesem Zweck als fiktive Figur einbezogen wurde, sein Leben. In der Schlußrede findet eine explizite Relevantsetzung des Opfergedankens statt, als Koch die Studenten im Auditorium direkt anspricht:

 

 

Koch: Arzt und Helfer der Menschheit zu sein - diese Tat hat nichts mit lautem Ruhm zu tun. Sie ist still und namenlos, wie die Opfer, die ihretwegen gebracht werden. Ihr jungen Menschen, Ihr werdet mich verstehen, wenn ich sage, daß es kein Leben und kein Vorwärts zu großen Zielen gibt, ohne Opfer! (77)

 

Diese Worte sind deshalb besonders einprägsam, weil sie in sehr pathetischer Form vorgetragen werden und weil sie am Ende des Films stehen. In dieser Schlußrede wird noch ein anderer Normaspekt erwähnt:

 

 

Koch: Sie sehen mich beschämt. Man hat meine Arbeit hier einen Verdienst genannt. Ich tat nur meine Pflicht! [...] Wir alle sind sterblich und können irren! Aber nichts darf uns abhalten, den Weg unserer Pflicht zu Ende zu gehen, der einzig und allein dem Wohl der leidenden Menschheit geweiht ist! (78)

 

Opferbereitschaft und Pflichtbewußtsein, wie sie durch Fritz v. Hartwig und Robert Koch repräsentiert werden, sind die Eigenschaften, die der Film als die wichtigsten einstuft, um einen Erfolg zu erringen. Die Kernaussage in der Rede von Bismarck, der einzigen Norminstanz des Films neben Koch, lautet:

 

 

Bismarck: Ein Appell an die Furcht hat im deutschen Herzen noch niemals ein Echo gefunden! (79)

Wenn man bedenkt, daß die Uraufführung des Robert-Koch-Films ungefähr drei Wochen vor dem Überfall auf Polen stattfand, ist davon auszugehen, das die Relevantsetzung von Furchtlosigkeit, Opferbereitschaft und Pflichtbewußtsein nicht dazu diente, ein bestimmtes Arbeitsethos des Forschers zu postulieren. Es sollte vielmehr Einfluß auf die Bereitschaft der Deutschen genommen werden, in den Zweiten Weltkrieg zu ziehen.

7. Schluß

Der Film "Robert Koch - Bekämpfer des Todes" diente den nationalsozialistischen Propagandisten der Erschaffung von Geschichtsmythen durch Geschichtsfälschung. Ein tatsächlich stattgefundener Diskurs wurde in eine historisch unhaltbare Darstellung gebracht. Im Film ist Robert Koch der Repräsentant von wissenschaftlichem Fortschritt. Dieser wird aber politisch umgedeutet und mit der nationalsozialistischen Revolution gleichgesetzt. Das geschieht vor allem durch den vertauschten Gebrauch von medizinischer und politischer Sprache sowie durch den inhaltlichen Transport nationalsozialistischer Ideologie. Koch steht dabei als Genie und Führerfigur, die sich durch Pflichtbewußtsein, Fleiß und Rigorosität gegen die Vertreter eines veralteten Systems durchsetzen kann. Dabei können Erfolge nur über Opfer erzielt werden.

Der Film zeigt eindrucksvoll, wie es der nationalsozialistischen Filmdramaturgie gelingen konnte, historischen Fortschritt mit ihrer Ideologie, die sich als wissenschaftlich fundiert verstand, zu verknüpfen.

 

8. Literatur

- Udo Benzenhöfer / Wolfgang U. Eckart (Hrsg.), Medizin im Spielfilm des Nationalso-zialismus, Tecklenburg 1990.

- Francis Coutarde / Pierre Cadors, Geschichte des Films im Dritten Reich, München 1975.

- Boguslaw Drewniak, Der deutsche Film 1938-1945. Ein Gesamtüberblick, Düsseldorf 1987.

- Klaus Kanzog, "Staatspolitisch besonders wertvoll". Ein Handbuch zu 30 deutschen Spielfilmen der Jahre 1934 bis 1945, München 1994.

- Ulrike Reim, Probleme filmischer Darstellung medizinhistorischer Sachverhalte am Beispiel des "Robert Koch"- Films, Med. Diss. München 1989.

- Jerzy Toeplitz, Geschichte des Films 1934-1939, München 1980.

 

9. Sequenzprotokoll

Sequenz

Nr.

Sequenz-

beginn

Handlung

1

0:00.00

Titelsequenz

2

0:00.48

Wald; Haus des Waldhüters Göhrke; Tod "Martelchens"; Trauer von Frau Göhrke; Koch gibt Hygieneanweisungen an Kinder aus der Gegend; Koch kündigt Untersuchung der Leiche an; Skepsis von Göhrke

3

0:10.21

Schule; lärmende Kinder; Lehrer sieht seine Autorität durch Koch gefährdet

4

0:11.21

Kochs Praxis; wartende Patienten; Schwester Elke, Fritz v. Hartwig, Frau und Tochter von Koch werden eingeführt; Fritz soll an Sektion teilnehmen

5

0:17.30

Amtszimmer Landrat v. Hartwigs; Beschwerde des Lehrers; Entgegnung Hartwigs

6

0:18.42

Kochs Praxis; unkonventionelle Behandlungsmethoden bei Frau Paul und Baronin v. Kossin

7

0:25.27

Amtszimmer v. Hartwigs; Disput zwischen Fritz und seinem Vater; Erlaubnis, Kochs Assistent zu werden

8

0:26.37

Kochs Praxis; Baron v. Kossin ist dankbar; Koch möchte nach Berlin; Frau Koch beschwert sich über Forscherdrang des Gatten

9

0:33.28

Kirche der "Gesundbeter"; Gesang; Hetzpredigt des Vorbeters; Fanatiker ziehen zum Haus der Göhrkes

10

0:36.41

Haus des Waldhüters; Fritz und Koch sezieren Kinderleichnam und entnehmen Gewebe; Gesundbeter dringen ein; Koch beruhigt sie durch Autorität

11

0:39.37

Kochs Praxis; Fritz und Koch arbeiten mit Gewebeproben

12

0:42.43

Zimmer des Lehrers (?); Göhrke, Lehrer und Vorbeter setzen Schreiben gegen Koch auf

13

0:43.27

Kochs Praxis; Fritz und Koch entdecken den Tuberkelbazillus

14

0:46.20

Hörsaal Charité; Virchow macht sich vor Studenten über Bakteriologen lustig; Arbeitszimmer Virchows; Virchow ignoriert Eingaben Kochs

15

0:49.32

Gasthaus Wollstein; Feinde Kochs verlesen Zeitungsartikel

16

0:50.05

Kochs Praxis, Frau Koch will ihren Mann verlassen; Koch wird zum Regierungsrat ernannt und darf Forschungen in Berlin fortsetzen

17

0:54.10

Berlin; Militärparade

18

0:55.13

Kochs Labor in Berlin; Fritz vergißt Mundschutz; Streit Kochs mit Michalke

19

0:58.24

Amtszimmer des Rechnungsrats; Michalke intrigiert gegen Koch; Streit Kochs mit Rechnungsrat

20

1:00.42

Virchows Arbeitszimmer; Virchow vermeidet Treffen mit Koch; Gaffky bevorzugt Koch

21

1:04.20

Reichstag; Virchows Rede; Eintreffen Kochs und Fritz`; Rede Bismarcks; erste Begegnung Kochs mit Virchow; Gaffky bietet Koch seine Dienste an

22

1:10.48

Virchows Arbeitszimmer; Virchow gewährt Koch Unterstützung

23

1:11.29

Eßzimmer Kochs; Frau Koch und Kind fühlen sich vernachlässigt

24

1:12.43

Kochs Labor; Frau Koch kann kein Treffen mit Ehemann arrangieren; Koch hat Beweiskette vervollständigt

25

1:17.16

Virchows Arbeitszimmer; Kochs Vortrag wird angekündigt

26

1:17.44

Kochs Labor; Fritz ist infiziert; Elke gesteht Fritz ihre Liebe, dieser ihr seine Krankheit

27

1:20.30

Kochs Wohnung; Koch erfährt von Fritz` Krankheit

28

1:22.16

Physiologisches Institut; Koch hält Vortrag vor Virchow und anderen Wissenschaftlern; Virchow bezieht keine Position

29

1:28.10

Virchows Arbeitszimmer; Virchow schickt Depesche an das Kulturministerium, fährt ins Schloß

30

1:28.57

Charité; Elke und Koch am Sterbebett von Fritz

31

1:30.50

Schloß; Hofball; Kaiser empfängt Virchow; Einblendung des arbeitenden Kochs

32

1:34.24

Charité; Virchow gibt sich Koch geschlagen

33

1:41.35

Charité; Tod von Fritz; Koch am Sterbebett

34

1:44.40

Hygienisches Institut; Rede Kochs

 

1:48.00

Ende

 

 

1 Vgl. Klaus Kanzog, "Staatspolitisch besonders wertvoll". Ein Handbuch zu 30 deutschen Spielfilmen der Jahre 1934 bis 1945, München 1994, 195.

2 Zit. n. Udo Benzenhöfer / Wolfgang U. Eckart (Hrsg.), Medizin im Spielfilm des Nationalsozialismus, Tecklenburg 1990, 6-7.

3 Erste Hälfte: Sequenzen Nr. 1-16; Zweite Hälfte: Sequenzen Nr. 17-34.

4 Sequenzen Nr. 4 und 28.

5 Vgl. Jerzy Toeplitz, Geschichte des Films 1934-1939, München 1980, 364.

6 Vgl. Boguslaw Drewniak, Der deutsche Film 1938-1945. Ein Gesamtüberblick, Düsseldorf 1987, 202.

7 Sequenzen Nr. 31 und 33.

8 Sequenz Nr. 8.

9 Sequenz Nr. 11.

10 Sequenz Nr. 6.

11 Vgl. Ulrike Reim, Probleme filmischer Darstellung medizinhistorischer Sachverhalte am Beispiel des "Robert Koch"- Films, Med. Diss. München 1989, 76.

12 Sequenz Nr. 17, 21, 32, 33.

13 Sequenz Nr. 18.

14 Sequenz Nr. 10.

15 Sequenz Nr. 11.

16 Sequenz Nr. 16.

17 Sequenz Nr. 11.

18 Vgl. Kanzog, 32.

19 Sequenz Nr. 7.

20 Sequenz Nr. 28.

21 Vgl. Reim, 102.

22  Sequenz Nr. 5.

23 Sequenz Nr. 10.

24 Sequenz Nr. 12.

25 Sequenz Nr. 16.

26 Sequenz Nr. 1.

27 Sequenz Nr. 3.

28 Sequenz Nr. 8

29 Sequenz Nr. 9.

30 Sequenz Nr. 10.

31 Sequenz Nr. 16.

32 Sequenz Nr. 11.

33 Sequenzen Nr. 9 und 10.

34 Sequenzen Nr. 4 und 28.

35 Sequenz Nr. 8

36 Sequenz Nr. 13.

37 Sequenz Nr. 14.

38 Vgl. Reim, 74.

39 Ebenda.

40 Sequenz Nr. 14.

41 Sequenzen Nr. 20, 28, und 32.

42 Vgl. Reim, 95-101.

43 Sequenz Nr. 31.

44 Sequenz Nr. 21.

45 Sequenz Nr. 28.

46 Sequenz Nr. 32.

47 Sequenz Nr. 34.

48 Sequenz Nr. 8.

49 Sequenz Nr. 16.

50 Sequenz Nr. 23.

51 Sequenz Nr. 4.

52 Sequenz Nr. 6.

53 Sequenz Nr. 23.

54 Sequenz Nr. 26.

55 Sequenz Nr. 27.

56 Sequenz Nr. 30.

57 Vgl. Benzenhöfer / Eckart, 26.

58 Sequenz Nr. 4.

59 Sequenz Nr. 7.

60 Sequenz Nr. 11.

61 Sequenz Nr. 13.

62 Ebenda.

63 Kanzog, 30.

64 Sequenz Nr. 18.

65 Vgl. dagegen Reim, 105.

66 Sequenz Nr. 8.

67 Sequenz Nr. 32.

68 Sequenz Nr. 10.

69 Zit. n. Eberhard Jäckel, Hitlers Herrschaft. Vollzug einer Weltanschauung, Stuttgart 1986, 120.

70  Sequenz Nr. 13.

71 Sequenz Nr. 21.

72 Ebenda.

73 Ebenda.

74  Sequenz Nr. 32.

75 Vgl. Kanzog, 34

76 Sequenz Nr. 33.

77 Sequenz Nr. 34.

78 Ebenda.

79 Sequenz Nr. 21.