Richtlinien
Die biometrische Beratung wissenschaftlicher Arbeiten ist eine Dienstleistung des Instituts für Medizinische Informatik und Statistik an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dieser spezielle Service steht allen Doktoranden, Habilitanden und wissenschaftlichen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen an der Medizinischen Fakultät kostenlos offen.
Serviceleistung
Die Unterstützung wissenschaftlicher Arbeiten durch die Mitarbeiter/Innen des Instituts umfasst primär die methodisch-statistische Beratung und Hilfestellung in den folgenden Bereichen:
- bei der Studien- und Versuchsplanung (Definition geeigneter Zielkriterien, Einflussgrößen), statistische Modellbildung, Hypothesenformulierung (Effekte, Äquivalenz), Stichprobenwahl, Randomisierung, Fallzahlplanung (Power).
- bei der Planung der Datenerhebung (Merkmalkatalog, Codebook, Fragebogen) und Datenerfassung (Erfassungsprogramme, Datenbanken).
- im Umgang mit verbreiteten Statistikprogrammen (u.a. SPSS, SAS, SYSTAT).
- bei der Auswahl und Begründung adäquater biometrischer Methoden im Rahmen der Deskription, der explorativen und statistischen Analysen sowie der biometrischen Modellbildung.
- bei der Darstellung und Interpretation der Ergebnisse aus statistischen Analysen.
- bei der Begutachtung der biometrischen Methodik in wissenschaftlichen Publikationen.
Ergänzend können
auch Auswertungen von Studiendaten mit Statistikprogrammsystemen durch
Mitarbeiter/Innen am Institut durchgeführt werden. Der Umfang dieser
Serviceleistung richtet sich allerdings nach der jeweiligen Fragestellung und
dem damit verbundenen personellen Aufwand.
Um den
Ratsuchenden aus der Medizinischen Fakultät einen zufriedenstellenden und
effektiven Service von Seiten des Instituts anbieten zu können, müssen
folgenden Punkte besonders beachtet werden:
Anmeldung und Termine
Die Anmeldung zur biometrischen Beratung erfolgt grundsätzlich über einen Beratungsbogen, der vor einer Erstberatung ausgefüllt und abgegeben werden muss. Um einen Beratungstermin abzusprechen, wenden Sie sich bitte an das Sekretariat des Instituts (Frau Neumann, Telefon 597 3201). Bitte melden Sie sich rechtzeitig, da es auf Grund der knappen Personalressourcen zu längeren Wartezeiten kommen kann.
Voraussetzungen
Die Inhalte und das methodische Niveau der Beratung orientieren sich primär an den Problemen und den Wünschen der Ratsuchenden. Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse der statistischen Methodik, wie sie in der Vorlesung "Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens" vermittelt werden sowie die Teilnahme an einem einführenden Biometrischen Tutorial.
Zeitpunkt
einer Beratung
Grundsätzlich wird empfohlen, die biometrische Beratung in der Planungsphase einer Studie oder eines Experimentes in Anspruch zu nehmen. Einerseits führt das Gespräch mit dem Biometriker häufig zu Präzisierung der Fragestellung und zur Optimierung der Versuchsplanung aus der Sicht der Statistik, andererseits können frühzeitig Fehler und methodische Mängel aufgedeckt und vermieden werden.
Erstberatung
Die Erstberatung wird im Rahmen eines Kolloquiums durchgeführt. Darin soll die/der Ratsuchende das Projekt verständlich darlegen (15 Minuten). Ziel der Erstberatung ist es die Fragestellung einer Untersuchung und die daraus abgeleiteten Probleme zu präzisieren sowie Lösungsmöglichkeiten durch den Beratenden erkennen zu können. Machen Sie sich (und vor allem dem Statistiker) den Hintergrund und die Motivation Ihrer Arbeit deutlich. Schildern Sie kurz und für Nichtmediziner verständlich die globale Fragestellung Ihrer Arbeit (z.B. in der Form "Ich möchte zeigen, dass...."). Präzisieren Sie die Fragestellung und formulieren Sie einzelne Arbeitsschritte und Aufgaben, mit denen Sie diese Frage beantworten möchten. Stellen Sie dabei eine Verbindung zu den Daten her, die Sie erheben möchten. Nennen Sie geeignete Variablen, die für die Beantwortung der Fragen eine Rolle spielen. Beschreiben Sie die Effekte und Veränderungen, die Sie messen möchten. Sind diese eher hoch (z. B. Veränderung von Schilddrüsenvolumina vor und nach Hormontherapie) oder eher gering.
Datenerfassung / Auswertung
Die notwendige Datenerfassung und Auswertung erfolgt grundsätzlich durch den Doktoranden / Wissenschaftler, dem somit auch die Verantwortung für die Richtigkeit der Daten obliegt. Für den Fall einer Unterstützung der Auswertung sind Minimalanforderungen an Struktur und Format der Daten einzuhalten (vgl. besonderes Merkblatt).
Verbindlichkeit
Die
Inanspruchnahme der biometrischen Beratung stellt allein noch keine methodisch
optimale Studienplanung und Auswertung sicher! Der Biometriker kann nur zu den
Teilaspekten Stellung nehmen, die ihm im Rahmen der Beratung mitgeteilt werden.
Methodische Ratschläge orientieren sich unter anderem auch daran, welchen
methodisch-statistischen Hintergrund der Ratsuchende hat und welche
Statistik-Software zur Verfügung steht. Außerdem hat der Biometriker keine
Möglichkeit zu kontrollieren, ob seine Ratschläge und Empfehlungen korrekt
umgesetzt werden.
Eine Nennung des Instituts oder des/der beratenden Mitarbeiters/Mitarbeiterin
im Rahmen einer Dissertation oder Publikation (sei es als Danksagung oder in
Form einer Koautorenschaft) setzt voraus, dass das Manuskript vor Einreichen in
der Fakultät oder bei einer Zeitschrift mit dem/der vorgenannten abgestimmt
wird.
Kooperation in Forschungsprojekten
Für
Forschungsprojekte, die umfangreichere Auswertungen auf hohem methodischen
Niveau beinhalten, kann eine intensivere Kooperation mit dem Institut
vereinbart werden, soweit es die Personalkapazität zulässt.
Weitere Hinweise
Eine
Unterstützung bei der Gestaltung der äußeren Form der Ergebnisse
(Grafiken/Tabellen, Präsentationsvorlagen) ist grundsätzlich nicht möglich.
- Eine Beratung dauert maximal eine Stunde. Bei Bedarf sind neue Beratungstermine zu vereinbaren. "Schnellberatungen" im Sinne einer Notfallambulanz oder am Telefon werden grundsätzlich abgelehnt, da eine Beratung ohne genauere Kenntnisse der Fragestellung unmöglich ist.
- Eine "kurzfristige Problemlösung" kann nicht erfolgen, wenn mit Rücksicht auf die routinemäßigen Aufgaben des Instituts eine gewissenhafte Einarbeitung in die Fragestellung nicht möglich und eine fachlich adäquate Auswertung in Frage gestellt ist.
- Das Institut für Medizinische Informatik und Statistik behält sich vor, bei gravierenden Mängeln aus statistischer Sicht die Zusammenarbeit abzulehnen.


