Botanischer Garten Kiel Botanischer Garten Kiel  

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel


Aristolochia grandiflora

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Aristolochia grandiflora im Botanischen Garten Kiel
 
Aristolochia grandiflora   Mehrere Meter lang

Aristolochia grandiflora ist von Mittelamerika bis ins nördliche Südamerika verbreitet. Ihre Blüten können eine Gesamtlänge von mehreren Metern erreichen und sind damit die größten aller mittelamerikanischen Pflanzenarten. Sie gehören zu den größten Blüten der Welt. Die Blüte durchläuft einen mehrtägigen Bestäubungszyklus, in dem Fliegen zunächst in das Innere der als Kesselfallen ausgestatteten Blüten gelockt, dort für einen Tag gefangen gehalten und anschließend wieder freigelassen werden. Sie blüht über dem Becken der Victoria-Seerose.

Aristolochia grandiflora   Bestäubung

Die Blüte durchläuft einen mehrtägigen Bestäubungszyklus. Zunächst werden Fliegen in das Innere der Blüte gelockt, dort für einige Stunden in der Kesselfallenblume gefangen gehalten und danach wieder freigesetzt. Wenn die Pflanze im Victoria-Haus blüht, ist das "unüberriechbar" - und anhand des Odeurs wird auch klar, wodurch die Fliegen angelockt werden. Dabei ist die Blume harmlos; sie imitiert auf chemischer Ebene perfekt Aasgeruch und steht dabei doch gerade in der Blüte ihres Lebens.

Die Blüten aller Aristolochiaarten sind als Kesselfallen ausgebildet, bei denen ein mehr oder weniger großer, bauchiger Kessel zu einer schmalen Röhre verengt ist, in die abwärts gerichtete Borsten ragen. Am Morgen des zweiten Tages der Blüte neigen sich die dadurch gebildete Reuse und die Lippe der Blüte nach vorn, so daß sie in einem Winkel von etwa 60° zur Achse des Kessels stehen. Dann legen sich die Borsten im Inneren der Blüte an die Innenwand an und das Gewebe am oberen Ende des Kessels verdunkelt sich. So wird den vorübergehend inhaftierten Blütenbesuchern das Entkommen erleichtert und sie machen sich, mit blüteneigenem Pollen bedeckt, auf zu neuen Taten.

   

 



 
 
  Dr. Martin Nickol M.A., FLS 11. Oktober 2014 © Bilder: Nickol