Die Blüte durchläuft einen mehrtägigen Bestäubungszyklus, in dem Fliegen zunächst in das Innere der Blüte gelockt, dort für einige Stunden in der Kesselfallenblume gefangen gehalten und danach wieder freigesetzt werden. Wenn die Pflanze im Victoria-Haus blüht, ist das "unüberriechbar" - und anhand des Odeurs wird auch klar, wodurch die Fliegen angelockt werden. Dabei ist die Blume harmlos; sie imitiert auf chemischer Ebene perfekt Aasgeruch und steht dabei in der Blüte ihres Lebens.
Die Blüten aller Aristolochiaarten sind als Kesselfallen ausgebildet, bei denen ein mehr oder weniger großer, bauchiger Kessel zu einer schmalen Röhre verengt ist, in die abwärts gerichtete Borsten ragen. Am Morgen des zweiten Tages der Blüte neigen sich die dadurch gebildete Reuse und die Lippe der Blüte nach vorn, so daß sie in einem Winkel von etwa 60° zur Achse des Kessels stehen. Dann legen sich die Borsten im Inneren der Blüte an die Innenwand an und das Gewebe am oberen Ende des Kessels verdunkelt sich. So wird den vorübergehend inhaftierten Blütenbesuchern das Entkommen erleichtert und sie begeben sich, mit blüteneigenem Pollen bedeckt, zu neuen Taten. |