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Cyphostemma currorii

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Cyphostemma currorii -
der Baum im Logo des Botanischen Gartens Kiel

Cyphostemma currorii

Cyphostemma currorii

Der Butterbaum Cyphostemma currorii ist ein Weinrebengewächs (Vitaceae) aus Südwestafrika. Er lebt dort in heißen, trockenen und felsigen Gebieten vom südlichen Angola bis Namibia. Besonders zahlreich kommt er auf dem Brandberg vor. Er wird dort als Kobas oder Botterboom bezeichnet.

Die Hälfte des Jahres ist der Butterbaum blattlos. Dann wirken die bizarren Stämme im Aridhaus Afrika besonders. Ihre Borke ist papierdünn und blättert leicht ab. Darunter liegen Schichten chlorophyllhaltiger Zellen. Ohne Blätter muß der Stamm mit seinem sukkulenten Aufbau die Photosynthese übernehmen, ohne daß in der dann in der Heimat des Baumes herrschenden Trockenheit Wasser über die Blätter verdunstet würde.

In der anderen Jahreshälfte trägt der Baum nach der Blüte derbfleischige, dreigeteilte Blätter. Das Laub und die Früchte enthalten viel Oxalsäure, die Pflanzenfresser abschreckt. Allerdings werden die Früchte in Südwestafrika von Pavianen und anderen Affen verzehrt. Die unscheinbaren, becherförmigen, hellgelben Blüten stehen zu vielen in Zymen am Ende der Triebe. Die zunächst grünen Beeren färben sich später orangerot um.

Cyphostemma im Botanischen Garten Kiel

Cyphostemma currorii (Hook.f.) Desc.

Bild 1: Cyphostemma currorii im Botanischen Garten Kiel im Sommerhalbjahr
Bild 2: Cyphostemma currorii im Botanischen Garten Kiel im Winterhalbjahr
Bild 3: Cyphostemma currorii am Standort in Namibia
Bild 4: Cyphostemma currorii wurde in den alten Gewächshäusern zum Transport vorbereitet
Bild 5 bis 7: Vom Alten Garten werden die Fässer mit Cyphostemma currorii 1983 vorsichtig zu der neuen Schaugewächshausanlage des Botanischen Gartens am Ende der Leibnizstraße gefahren.
Bild 8: Cyphostemma currorii zieht in ihr neues Domizil ein, wo sie ausgepflanzt wird.

Cyphostemma currorii wurde von Joseph Dalton Hooker nach dem schottischen Schiffsarzt und Pflanzensammler Andrew B. Curror benannt, der auf HMS Waterwitch Dienst tat, als er Herbarbelege des Butterbaumes in der Elefantenbucht in Angola sammelte. Der Gattungsname leitet sich vom Griechischen kyphos für Höcker und stemma für Girlande oder Kranz ab: Die allermeisten der etwa 250 Vertreter der Gattung sind nämlich keine sukkulenten Bäume, sondern Winde- und Schlingpflanzen.

Die Exemplare in Kiel sind die größten, die in irgendeinem Gewächshaus der Welt zu bewundern sind. Sie kamen 1923 als ein Geschenk aus Südwestafrika nach Kiel, wo sie seither - über den 2. Weltkrieg mit seinen starken Zerstörungen des Pflanzenbestandes hinweg - kultiviert und studiert werden. Bei der Ausfuhr wurde ihnen regierungsamtlich ein Alter von 500 Jahren bescheinigt. Sie sind damit auch die ältesten Pflanzen, die wir in Kultur haben. Gründe genug, um Cyphostemma currorii zu einem Symbol der Arbeit des Botanischen Gartens in Kiel zu machen. Unsere Mission, die Pflanzenwelt zu erforschen, zu dokumentieren, zu präsentieren, zu erklären und zu erhalten, wird durch das von Ralph Heinsohn gestaltete Logo mit dem Butterbaum besonders betont.

Dieser pachycaule Baum (unverholzt und damit eigentlich eine Staude) ist zugleich die größte Art der Gattung und kann bis zu 7,5 Meter hoch werden. Pachycaul nennt man Bäume mit dickem, unverzweigtem oder wenig verzweigtem Stamm und weichem Holz.

 
  Dr. Martin Nickol M.A., FLS 17. Mai 2011 © Bilder: Nickol