Alle Kakteen sind im Washingtoner Artenschutzabkommen aufgelistet, viele Gattungen und Arten stehen im Anhang 1 und sind somit vollständig geschützt. Das ist notwendig, weil viele Kakteen nur ein sehr kleines Verbreitungsareal haben und andererseits sehr beliebte und oftmals sehr wertvolle Zimmerpflanzen sind. Ihre Habitate sind oft durch Straßenbau oder andere wirtschaftlich motivierte Aktivitäten des Menschen gefährdet.
Im Botanischen Garten Kiel arbeiten wir mit beim Erhalt seltener Arten dokumentierter Herkunft. Ein anderer Teil der Sammlung dient der Lehre und der Unterrichtung der Öffentlichkeit, wiederum andere werden als Forschungsobjekte genutzt. Ganzjährig zugänglich ist die große Sammlung im Aridhaus Amerika, in der 120 Jahre alte Echinocactus grusonii (Schwiegermuttersessel) die ältesten Vertreter der alten Kieler Sammlung sind.
Die mit 118 Gattungen und 1210 Arten in der Neuen Welt (altweltlich nur Rhipsalis baccifera in Afrika) verbreiteten Kakteen sind xeromorphe Bäume oder Stammsukkulente, wachsen mitunter epiphytisch. Alle diese Wuchsformen sind in der Sammlung des Botanischen Gartens vertreten.
Areolen, die stark reduzierte Kurztriebe sind, stehen auf zylindrischen oder abgeflachten Sprossen meist gefeldert verteilt oder sonst auf den Erhöhungen der Rippen oder Warzen. Sie sind filzig und tragen Dornen, also umgewandelte Grundorgane, in diesem Falle stark reduzierte Blätter. Filz und Dornen sind bei jungen Keimpflanzen immer vorhanden, werden aber häufig im Laufe des Wachstums reduziert. Die den Areolen entspringenden Laubblätter sind in der Unterfamilie der Pereskioideae vollständig ausgebildet, meist aber pfriemförmig, sukkulent und kurzlebig (Unterfamilien Opuntioideae und Maihuenioideae). Bei der großen Unterfamilie der Cactoideae fehlen sie meist völlig.
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