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der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Ernst Ferdinand Nolte

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Ernst Ferdinand Nolte
 

Ernst Ferdinand Nolte, geb. am 24. Dezember 1791 in Hamburg, gestorben am 18. Februar 1875 in Kiel, leitete den Botanischen Garten ab 1826. Er sorgte auch für die Gründung des Universitätsherbariums, indem er verstreute Herbarbelege zusammenzog und weitere einwarb. Intensiv erforschte er die Flora Schleswig-Holsteins und lieferte viele Beiträge zur Flora Danica.

Nach Privatunterricht in Hamburg kam Nolte mit 18 Jahren nach Schwerin, wo er durch den Hofmedicus Johann David Wilhelm Sachse durch Unterricht in den alten Sprachen und den Naturwissenschaften auf ein Universitätsstudium vorbereitet wurde. Hier erwachte Noltes Neigung zur Botanik, der er auf zahlreichen botanischen Exkursionen freien Lauf ließ. Auf der Flucht vor einer Einziehung in das französische Heer landete er schließlich in Goslar, und trat dort als Lehrling bei dem Apotheker Braunholz ein, ehe er sich im Herbst 1813 an der Universität Göttingen immatrikulierte. Er studierte zwar Medizin, trieb aber daneben ebenso eifrig Botanik, wobei ihm die Bekanntschaft von Männern wie Karl Friedrich Wilhelm Wallroth, Heinrich Gustav Flörke, Georg Wahlenberg, Johann Georg Christian Lehmann, dem späteren Gründer des Hamburger Botanischen Gartens, und Joakim Frederik Schouw nutzte.

Regelmäßige Exkursionen führten ihn in die verschiedensten Gegenden Norddeutschlands. Lauenburg, dessen bester Florist er später wurde, scheint er 1815 als erstes bereist zu haben. 1817 wurde Nolte zum Dr. med. promoviert und setzte seine Ausbildung in Berlin fort. Er botanisierte zusammen mit Schlechtendalt.

Im Herbst 1818 verließ er Berlin und begab sich, nach einer kurzen Tätigkeit als Assistent des Botanikers Meyer in Göttingen, im Sommer 1820 nach Ratzeburg, wo seine Familie lebte. Bei einem Aufenthalt im benachbarten Mölln lernte Nolte den Kopenhagener Professor der Botanik, Jens Wilken Hornemann kennen, den Herausgeber der Flora Danica. Nolte wurde einer seiner Mitarbeiter, der mit Unterstützung der dänischen Regierung von 1821 bis 1823 Lauenburg und die Elbherzogtümer floristisch erforschte.

1824 siedelte Nolte auf Hornemanns Wunsch mit seinen Pflanzenschätzen und Erfahrungen nach Kopenhagen über. Ein Jahr später erschien seine erste Arbeit Botanische Bemerkungen über Stratiotes und Sagittaria, die von der Gesellschaft für Wissenschaft in Kopenhagen mit der silbernen Medaille ausgezeichnet wurde. Nolte stellte vor allem die Vermehrung der Pflanzen auf vegetativem und generativem Weg dar und gab eine für die damalige Zeit fortschrittliche Darstellung ihrer geographischen Verbreitung. Nolte durchforschte die dänische Provinz Seeland, Fünen und Jütland und die Inselgruppen an beiden Küsten des schleswig-holsteinischen Festlandes.

Im Sommer 1826 erhielt er die Professur für Botanik in Kiel und wurde Direktor des Botanischen Gartens. Sein berühmtester Schüler ist der berühmte Erforscher der Pflanzenwelt Australiens Ferdinand von Müller.

In Kiel nahm Nolte die Erforschung der Flora der Elbherzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg verstärkt in Angriff. Seine Tätigkeit für die Flora Danica gab er 1840 auf. Der Botanische Garten in Kiel nahm unter seiner Leitung einen kräftigen Aufschwung, die Anlage und Vergrößerung des Universitätsherbariums lag ihm besonders am Herzen.

1860 starb seine Frau, Tochter des hiesigen Physikers Christoph Heinrich Pfaff, was ihn in einen zerrütteten Zustand versetzte. Seine Sehkraft nahm rasch ab; eine Lähmung der rechten Hand machte ihm das Schreiben schwer und eine heftige Bronchitis, die ihn 1864 befiel, vergrößerte sein Siechtum. Anfangs suchte er auf Kuren Linderung, die ihn in die Schweiz, nach Bayern und nach Österreich führten. 1873 wurde er, durchaus gegen seinen Willen, pensioniert.

 

 

 

 

   

 

 
  17. November 2012 Dr. Martin Nickol M.A., FLS (c) Photos: Nickol