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der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Internationales Jahr der Wälder 2011

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Internationales Jahr der Wälder 2011
 

Jahr der Waelder

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschloß mit ihrer Resolution 61/193, das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder zu erklären:

  • in Bekräftigung
    ihres Bekenntnisses zu weltweitem Konsens über die Bewirtschaftung, Erhaltung und  nachhaltigen Entwicklung aller Arten von Wäldern
  • unter Hinweis
    auf das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt, das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung in den von Dürre und/oder Wüstenbildung schwer betroffenen Ländern, insbesondere in Afrika, und andere Übereinkünfte, die sich mit der Komplexität der die Wälder betreffenden Fragen befassen,
  • in der Erkenntnis,
    daß Wälder und eine nachhaltige Waldbewirtschaftung maßgeblich zur nachhaltigen Entwicklung, zur Armutsbeseitigung und zur Erreichung der international vereinbarten Entwicklungsziele beitragen können,
  • unter Betonung
    der Notwendigkeit einer nachhaltigen Bewirtschaftung aller Arten von Wäldern, einschließlich sensibler Waldökosysteme,
  • in der Überzeugung,
    daß auf allen Ebenen konzertierte, gezielte bewußtseinsbildende Maßnahmen durchgeführt werden sollen, um die nachhaltige Bewirtschaftung, die Erhaltung und die nachhaltige Entwicklung aller Arten von Wäldern zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen zu stärken.

Bundespräsident Christian Wulff übernimmt die Schirmherrschaft für das „Internationale Jahr der Wälder 2011″.

Internationales Jahr der Wälder im Botanischen Garten Kiel

Ein Blick über den Teichrand: Auf die Bäume im europäischen Arboretum des Botanischen Gartens Kiel.

Wälder

Wälder - so schätzt sogar die Weltbank - bieten Lebensräume für etwa zwei Drittel aller Arten auf der Erde. Die Abholzung der tropischen Regenwälder ist verantwortlich für den Verlust der biologischen Vielfalt mit geschätzten 100 Arten pro Tag.

Wälder sind ein Hort der globalen Biodiversität. Nach Schätzungen der Weltbank sind mehr als 1,6 Milliarden Menschen für ihren Lebensunterhalt abhängig von der Nutzung von Wald. International werden Wald-Produkte in der Größenordnung von 270 Milliarden Dollar gehandelt - Wald ist ein nicht zu unterschätzender Motor für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung weltweit.

Die UN Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) schätzt, daß jedes Jahr 130.000 km² Wald verloren gehen. Umstellung auf landwirtschaftlichen Flächen, die nicht nachhaltige Gewinnung von Holz und die Schaffung von menschlichen Siedlungen werden als die häufigsten Gründe für den Verlust der Waldflächen genannt.

Nach Angaben der Weltbank entstehen bis zu 20 Prozent der globalen klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen durch Entwaldung. Nach Daten der FAO speichern die Wälder der Welt inklusive des Waldbodens mehr als eine Billion Tonnen Kohlenstoff - doppelt so viel wie in der Atmosphäre vorhanden ist.

Bäume und Wald im Botanischen Garten Kiel

Holzige Pflanzen treten in vielen systematischen Gruppen des Pflanzenreiches auf. In den Arboreten des Botanischen Gartens kann man die Lebensgemeinschaft Wald erleben und studieren. In diesen Pflanzenformationen, die im wesentlichen aus Bäumen aufgebaut sind, kann sich ein charakteristisches Waldklima entwickeln, das zwar gärtnerisch reguliert wird, in dem sich andererseits aber Pflanzen und Tiere frei entfalten dürfen.

Europaeisches Arboretum Kiel

Ein Blick in das winterliche europäische Arboretum im Botanischen Garten Kiel

Neben der Darstellung der Arten der Wälder dieser Erde, der Besonderheiten heimischer Lebensräume und auch deren Bedrohung durch menschliche Einflußnahme, der Lebensgemeinschaften, die sich ansiedeln und in gegenseitiger Abhängigkeit stehen, ist die Vielfalt der Begegnungen mit Wald und waldbildenden Pflanzen im Botanischen Garten der Universität Kiel ein wichtiger Aspekt der Arbeit.

Nicht nur im Rahmen von Führungen und Aktionen, sondern auch auf dem Gebiet der Kunst wirkt der Botanische Garten im Sinne der UN-Resolution bewußtseinsbildend. Eine Gelegenheit, das zu erleben, waren die „Holzwege 2011“. Viele unserer seltenen Baumarten sind eigens beschildert - achten Sie bei einem Rundgang darauf!

Holzwege 2011

 

 

   

 

 
  28. Juli 2011 Dr. Martin Nickol M.A., FLS (c) Photos: Nickol