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Linnaea borealis
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Linnaea borealis

Linnaea borealis

Das Moosglöckchen Linnaea borealis wächst inmitten weichen Mooses im Halbschatten der nordischen Fichtenwälder. Es hat kleine glockenförmige, weiß-rosa Blüten, die schwach nach Vanille duften. In Schweden ist es eine der bekanntesten Pflanzen und ein beliebtes Motiv auf Porzellan, Tischdecken und in der Malerei. Linné selbst besaß viele Haushaltswaren, die mit seiner Wappenblume verziert waren.

Wie aber kam das Moosglöckchen zu seinem botanischen Namen? Hat Linné es entdeckt? Nein, denn die Pflanze war - in der Literatur - schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Man ordnete sie da noch zu den Glockenblumen und einer ihrer Namen war Campanula serpyllifolia. Auf seiner Lapplandreise gewann Linné dieses Gewächs indessen derart lieb, daß er es gerne nach sich benannt haben wollte. Nun benennen Botaniker aber keine Pflanzen nach sich selbst - und auch Linné, obgleich nicht immer der bescheidenste Sterbliche, nahm davon Abstand. Er suchte jemanden, der diese taxonomische Arbeit für ihn tun könnte.

Die Gelegenheit ergab sich auf seiner Hollandreise. Nach seiner Promotion befreundete er sich mit dem berühmten Arzt und Botaniker Gronovius, der ihm auch die Herausgabe der ersten Auflage des "Systema naturae" ermöglichte. Gronovius benannte die Gattung des Moosglöckchens Linnaea. Linné war hocherfreut und ergänzte selbst das Artepitheton "borealis", das "aus den nördlichen Gebieten" bedeutet. Da Gronovius diese Benennung vor 1753, dem Jahr, in dem das "Systema plantarum" erschien, das der Ausgangspunkt der binären botanischen Nomenklatur wurde, vornahm, ist der Autor des Pflanzennamens nun doch Linné. Das Moosglöckchen heißt also botanisch Linnaea borealis L.

 
 
  Dr. Martin Nickol M.A., FLS 27. Juli 2007