Botanischer Garten Kiel Botanischer Garten Kiel  

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Linné-Garten

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Linne-Garten Kiel

Panorama-Ansicht im Spätsommer (zum Zoomen auf das Foto klicken)

Linné-Garten in Kiel

Panorama-Ansicht im Dezember (zum Zoomen auf das Foto klicken)

Linné-Garten im Botanischen Garten Kiel
 

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Linne-Jahr

Linne-Ausstellung

Linnaea borealis Kiel

Linnaea borealis

  Carl von Linné
und sein Garten in Kiel

Der Garten für Linné, der temporäre Themengarten vor dem Victoria-Haus des Botanischen Gartens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, führt seine Besucher zurück in die Zeit der ersten großen Ordnung der pflanzlichen Vielfalt; eine Zeit, die bis in unsere Tage nachwirkt, denn noch immer basiert unser Wissen über die Verwandtschaftsverhältnisse der Organismen und vor allem deren korrekte Benennung auf der Leistung Carl von Linnés (1707-1778), dem dieser Garten gewidmet ist.
Mit dem Durchschreiten der Pforte lassen wir die ausgedehnte Welt des Botanischen Gartens mit seiner großen Artenfülle hinter uns – und stehen auf der mit einem duftenden Kräuterteppich bestockten Terrasse eines angedeuteten Hauses (siehe Grundriß des Gartens in der Heftmitte). Wir betreten einen Bereich der systematischen Ordnung. Vor uns erstrecken sich strahlenförmig vier Beete, in denen, zumindest in der frostfreien Jahreszeit, helle Tafeln stecken, die Linnés Klassifizierungszeichen tragen. „Monandria“, „Diandria“ und so fort bis hin, ganz rechts, zur 24. Klasse „Cryptogamia“. Die Bedeutung dieser Bezeichnungen erschließt sich, wenn wir uns nach rechts wenden und die Keramikkacheln betrachten. Die Vorlage für dieses erste gezeichnete System Linnés von 1736 lieferte Georg Dionysius Ehret (1708-1770), ein deutscher Pflanzenmaler. Übersichtlich führt es in die Gedankenwelt Linnés ein, die wir ausführlicher gleich noch kennen lernen (siehe „Linnés System“).
Umgeben von dem Halbrund der Sitzbank steht eine Linde. Der Lindenbaum ist der Namensgeber der Familie Linnés. Sein Vater, Nils Ingemarsson, mußte sich einen latinisierten Namen zulegen, als er mit seinem Theologiestudium begann. Er wählte als Vorbild die Linde vor seines Vaters Haus, die im smaländischen Dialekt linn heißt. So trägt Carl von Linné einen botanisch geprägten Familiennamen. Gegenüber, auf der anderen Seite des Gartens steht der Brunnen des Hauses. In ihm gedeiht die Pflanze, die nach Linné (latinisiert Linnaeus) benannt ist: Linnaea borealis, „min lilla Linnaea“ (meine kleine Linnaea), wie Carl von Linné sie selbst nannte. Obgleich sie so hingeduckt wächst, ist sie doch ein Halbstrauch der nordischen Flora. So bilden die Pflanzen, deren Namen Linnés Leben unmittelbar berühren, den Anfang der Bepflanzung.
In den vier Ordnungsbeeten wachsen die Beispiele der heimischen und exotischen Flora, die nach Linnés Ordnungssystem gruppiert sind. Dahinter erstrecken sich vor dem Zaun drei weitere Beete; ein langgestrecktes viertes nimmt den Platz vor dem Victoria-Haus ein. In diesen Beeten sind Pflanzen zu sehen, die von Linné nach Personen benannt wurden (wie die Fuchsie oder die Rudbeckie), die er als Vorläufer, Zeitgenossen oder Schüler würdigte, und weitere Dedikationspflanzen (die dediziert, das heißt zugeeignet wurden), die seinem Benennungsmuster folgend Menschennamen in der Gattungs- oder Artbezeichnung tragen. Denn was Linné begonnen hat und was sich so fulminant weltweit durchsetzte, ist bis heute gültiger Maßstab: Das Vergeben eines zweiteiligen Namens für jeden der Wissenschaft bekannten Organismus.

 

  Weitere Informationen

In der Eingangshalle der Schaugewächshäuser können Sie das Heft 15 der Reihe "Grüne Blätter aus dem Botanischen Garten" erwerben, das den Linné-Garten insgesamt vorstellt.

 

 

 

 

 

 

  Dr. Martin Nickol M.A., FLS 22. Oktober 2011 © Bilder: Dr. Martin Nickol