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der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Pflanzengeschichten

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Blaue Lotosblume Nymphaea caerulea
 
Blaue Lotosblume

Nymphaea caerulea,
die Blaue Lotosblume vom Nil

Die Blüten duften und werden von Bienen besucht.

Die Blaue Seerose oder Blaue Lotusblume heißt im Englischen „Sacred Blue Lily of the Nile“ – und in der Tat stammt sie aus Ägypten, kommt aber bis hinab nach Südafrika vor. Es ist die heilige Pflanze, die zur Pharaonenzeit als Lotusblume auf Gebrauchsgegenständen ebenso wie in Gräbern, als Symbol des Lebens, abgebildet wurde. Als 1922 Pharao Tutanchamuns Grab geöffnet wurde, war seine Mumie mit getrockneten Blüten des Blauen Lotus bedeckt. Dieser Ritus läßt sich seit Ramses II. belegen.
Besonderheiten: Nymphaea caerulea (neuerdings auch Nymphaea nouchali Burm. f. var. caerulea (Sav.) Verdc.) ist eine mehrjährige Wasserpflanze. Sie hat schildförmige, ovale Blätter die unregelmäßig gezähnt sind. Diese haben einen Durchmesser von 10 bis 15 cm und sind an der Unterseite grün und purpurn gesprenkelt.
Die Blüten entwickeln sich im Frühjahr. Sie sind violettblau und in der Mitte gelb. Im Gegensatz zur Königin der Seerosen (Victoria amazonica) öffnen sie sich tagsüber. Am späten Nachmittag schließen sie sich, bleiben nachts geschlossen und erblühen am nächsten Vormittag erneut. Dieser Schließ- und Öffnungsrhythmus wird von den außen liegenden Kelchblättern (Sepalen) gesteuert. Entfernt man diese Sepalen, verliert die Blüte ihre Bewegungsfähigkeit.

Die Seerosenfamilie zählt zu den sehr ursprünglichen Bedecktsamern (Angiospermen) und Fossilien lassen den Schluß zu, daß die Seerosen sich in den letzten 160 Millionen Jahren nicht sonderlich verändert haben. Die Gattung Nymphaea ist mit rund 50 Arten in den gemäßigten und tropischen Gebieten der Erde verbreitet.

 

   

 

 
  07. November 2007 Dr. Martin Nickol M.A., FLS (c) Photo: Nickol