Botanischer Garten Kiel Botanischer Garten Kiel  
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Gefährdete Frühlingsblüher
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Frühlingsblüher im Garten - in der Natur gefährdet

Tulipa turkestanica

Tulipa turkestanica Regel aus Mittel-Asien

    Begehrt - und gefährdet

Zwiebelpflanzen
Die Zwiebelpflanzen erscheinen im Herbst mit dem Austreiben der Blätter an der Bodenoberfläche. Im Frühling schieben sie die Blütenstände nach und betreiben noch über mehrere Wochen Photosynthese.

Während wir in unseren Gärten Millionen Tulpen halten, sind die Wildtulpen in ihren Herkunftsgebieten oft stark gefährdet oder gar schon verschwunden. Auch in deutschland gibt es heimische Zwiebelpflanzen (Geophyten), bei uns im Norden etwa den Gelbstern, weiter im Süden auch Wildtulpen, Muscari-Arten und Milchsterne.
Die Vegetationszeit nach der Blüte ist sehr wichtig, um Reserven in die Zwiebeln einzulagern, welche zur Vermehrung, zum Austreiben und zur Regeneration nach Schäden durch Fraß, Krankheit, Mahd, Bodenbearbeitung oder Herbizideinsatz nötig sind. Im Frühsommer vertrocknen die oberirdischen Teile der Zwiebelpflanzen, wodurch sie tolerant gegenüber
oberflächlichen Bewirtschaftungsmassnahmen werden.

Wichtige Faktoren für den Rückgang:
● Schädigung der oberirdischen Pflanzenteile während der Vegetationszeit der Zwiebelpflanzen
durch Mähen, Mulchen, Herbizideinsatz, Beweidung (Schafe!) oder Bodenbearbeitung
● Konkurrenz durch dichten, grasreichen Unterwuchs
● Zerstörung der Zwiebeln durch zu feine Bodenbearbeitung (gilt nicht für Gelbstern)
● Verlagerung von Zwiebeln in zu grosse Tiefen, wo sie absterben, zum Beispiel bei tiefer Bodenbearbeitung, bei Terrassierungen oder Aufschüttungen
● Grosser Zwiebelverlust durch ganzflächige und zeitlich für Zwiebelpflanzen ungünstige Eingriffe wie Erneuern der Anlage oder Terrassierung.

    Pulsatilla vulgaris

Daß Bewohner von Magerrasen, wie die Küchenschelle stark bedroht sind, liegt an der Gefährdung der Lebensräume insgesamt, aber auch an "Raubgräbern", die zur Auslöschung der Arten beitragen. Im Botanischen Garten Kiel sind etliche Pulsatilla-Arten zu sehen, die am Standort in den Gebirgsregionen bis hin nach Asien bedroht sind.

 
  Dr. Martin Nickol M.A., FLS 09. April 2009 © Bilder: Nickol