Botanischer Garten Kiel Botanischer Garten Kiel  

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Georg Heinrich Weber

  || zurück ||
   
Georg Heinrich Weber
 

Georg Heinrich Weber, Arzt und Botaniker, wurde am 27. Juli 1752 in Göttingen geboren. Dort studierte der Naturbegeisterte Medizin bis zur Promotion (1774). 1777 erhielt er eine außerordentlicher Professur der Medizin und wurde Prosector in Kiel. 1780 folgte die Ernennung zum ordentlichen Professor der Medizin und Botanik, 1799 zum Archiater, d. h. Leibarzt des Herzogs, ein Titel, den auch Carl von Linné im Königreich Schweden trug. 1802 wurde Weber zum Direktor des akademischen, von ihm gestifteten Krankenhauses ernannt, als diese von ihm als Privatklinik gegründete Anstalt von der Christian-Albrechts-Universität übernommen wurde. Damit wurde Georg Heinrich Weber zugleich zum Begründer des 3. Standortes des Botanischen Gartens der CAU, denn er hatte an der Klinik ein umfangreiches Gelände für botanische Studien, akademischen Unterricht und zur Erholung der Kranken angelegt. 1806 erhielt er den Titel eines Etatsrathes, 1810 wurde er zum Direktor des schleswig-holsteinischen Sanitäts-Collegiums und zum Oberaufseher über die vereinigten Krankenanstalten und den Botanischen Garten ernannt. Seine konstanten Forschungen, Veröffentlichungen und das wegen seiner humanitären Errungenschaften hohe öffentliche Ansehen veranlaßte die Göttinger philosophische Fakultät 1824, ihn zum 50jährigen Doktorjubiläum zum Ehrendoktor zu ernennen. 1827 wurde er in Schleswig-Holstein aus Anlaß seines 50jährigen Amtsjubiläums zum „Conferenzrath“ ernannt. Er starb am 25. Juli 1828.

Seine Veröffentlichungen spannen den weiten Bogen von der Botanik über die Entomologie bis zur inneren Medizin. Seine „Commentatio botanico-medica, sistens vires plantarum cryptogamicarum medicas" (1778), untersucht den heilkundlichen Einsatz von Moosen und Farnen, seine „Flora von Göttingen“ (veröffentlicht 1778), von Holstein (1780 und 1784) ist eine frühe Erfassung der Pflanzenbestände. In der Medizin leistete er, wie sein früh verstorbener Sohn Friedrich, auch durch Übersetzungen aus anderen Sprachen wichtige Aufklärungs- und Fortbildungsarbeit, so durch die „Abhandlung von dem Ursprung der Venusseuche . . . Aus dem Französischen“ (Bremen 1775); „Vollständige Auszüge aus neuen Dissertationen medicinischen und physischen Inhalts (2 Bde., Bremen 1775–76); „Zwölf Nachrichten von dem Zustande der Krankenanstalt zu Kiel“ (Kiel 1785–98); „Bitte an das Publicum um Unterstützung zu dem in Kiel zu errichtenden Krankenhause“ (1788); „Einige Erfahrungen über die Behandlung der jetzigen Ruhrepidemie“. Schließlich berichtet er 1798 auch „Ueber die Schleswig’schen Möwen und Holsteinschen Schwimmvögel“.

„Weber, Georg Heinrich“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), Seite 302-303. Leicht verändert.

 

 

 

   

 

 
  24. Juli 2010 Dr. Martin Nickol M.A., FLS (c) Photos: Nickol