Fast alle ihre Namen hat die Bachnelkenwurz von der Farbe und Form ihrer Blüten sowie von ihrem Standort erhalten:
Bachbluemae (Waldstätten)
Bachrösli (Thurgau)
Bachnägeli (Baden)
Wasser Geum (18. und 19. Jahrhundert als deutscher Name)
Herzglocken (Oberharz)
Wille Klocken (Schleswig)
Fleischglöckchen (Thüringen)
Feuergluocke (Nordböhmen)
Ziegenfleisch (Schlesien)
Bluatströpferl (Altbayern)
Schloatfegerla (Mittelfranken)
Scheisshäfala (Nürnberger Gegend)
Nachthäfele (Oberfranken)
Rotzglocken (Altbayern)
Herrgottsschühchen (Eifel)
Kuhschelle (Baden)
Frauaseckali, Maiaseckal (St. Gallen)
Dudelsacksblume (Schnalkalden)
Dotebüdele (Thüringen)
Schlotterhose (Thurgau)
Kapuzinerle (Baden, Schweiz)
Kapuzinerglöggli, -schella, -zotteli (St. Gallen, Waldstätten)
Patakappel (Egerland).
Von Kindern wurden die Blüten wegen ihres süßen Nektars ausgesaugt, daher hießen sie auch:
Heilands-, Himmelsbrot (Schwäbische Alb)
Speckblümchen (Gotha) und
Speckblüemli (Schweiz).
NUTZUNG
Die "Radix Caryophyllatae aquaticae seu Benedictae silvestris seu Gei rivalis", die also einst genutzte Nelken- oder Benediktenwurz, ist heute obsolet und wurde ohnenhin immer seltener als Volksmittel gebraucht, als ruchbar wurde, daß die Wurzel von Geum urbanum, der Echten Nelkenwurz oder Märzwurz, stärker wirkte. Der gewürznelkenähnlich duftende Wurzelstock wurde bei schwacher Verdauung, wegen der genagelten Blütenblätter der Pflanze bei Augenkrankheiten (Flecken in den Augen), seiner Bitterstoffe und des Eugenolgehaltes wegen aber auch als Aromatikum und als Tonikum eingesetzt.
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