Botanischer Garten Kiel Botanischer Garten Kiel  

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Kunstausstellung 2009

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Skulpturenfrühling mit Werken von Georg Engst

1. März bis 22. April 2009:
Skulpturenfrühling im Botanischen Garten

Skulpturen von Georg Engst, Jersbek, aus Eisen und Bronze.
Skulpturenfrühling im Botanischen Garten

Mit 40 Skulpturen von Georg Engst bringt der Freundeskreis des Botanischen Gartens der Universität ab Sonntag, 1. März, Kunst mit dem blumigen Frühling zusammen. In den Schaugewächshäusern des Botanischen Gartens werden sich Einradfahrer, Blumenbäume und nicht-figürliche Skulpturen zwischen den Pflanzen und in Vitrinen tummeln – und mit den Besuchern auseinandersetzen wollen.
Wie Ausstellungskurator Dr. Peter Bergmann vorab erklärte, zeichne sich das schöpferische Werk von Georg Engst durch die künstlerische Durchdringung des stets erneut aktuellen Themas der Beziehungen des einzelnen Menschen zur Gruppe aus. Das Verhalten des Einzelnen, das Aufgelöstsein im sozialen Netzwerk bis hin zur Anonymität drücke sich in vielen kleinen Bronzen bis hin zu mehrere Meter hohen Metallfiguren aus.

Einradfahrer Georg Engst Botanischer Garten Kiel
Gemeinsam – und in der Ausstellung, die bis zum 22. April täglich von 9.30 bis 16.30 frei zugänglich ist, so zu entdecken – ist vielen Figuren die Darstellung als Einradfahrer. Dieser, immer im labilen Gleichgewicht auf seinem mobilen Thron, wird zur Metapher für die Balance, die man halten, verlieren oder wieder gewinnen kann. Im 21. Jahrhundert bietet der Botanische Garten, 1669 aus dem Gedanken der Kunst- und Wunderkammern heraus gegründet, durch die Werke von Georg Engst Einblicke in diese zeitlose, voller beziehungsreicher Anspielungen steckende Thematik.
Der Bildhauer Georg Engst, 1930 in Hamburg geboren, lebt und arbeitet in Jersbek/Schleswig-Holstein. Engst studierte bei Prof. Hiller in München und bei Edwin Scharf in Hamburg, studierte Theologie und die Verhaltensforschung von Konrad Lorenz. Diese Vielfalt schärft den Blick – auch auf Verborgenes. Er hat monumentale Reliefs in abstrakten Formen und Arbeiten an öffentlichen Bauten und auf Plätzen in Gestalt gegenstandsloser Kompositionen geschaffen, die eingebunden sind in den Bau oder gerade als Kontrast zur Architektur bestehen. In Kiel steht vor dem mathematischen Seminar der Universität eine Metallkonstruktion prismatischer Raumkörper, vor der Jahnschule in Holtenau radeln drei Einradfahrer. Im Botanischen Garten treten ein Block mit sieben Pferden, einstürzende Häuser beim Brand von Dresden, Stelen, geometrische Körper und – natürlich – weitere Einradfahrer hinzu.

Kuratiert wurde die Ausstellung des Freundeskreises Neuer Botanischer Garten von Dr. Peter Bergmann.

 

 

  Dr. Martin Nickol, M.A., FLS, 28.04.2009   (c) Foto: Dr. Peter Bergmann