Alle Grundorgane der Pflanze können als Wasserspeicher dienen: Bei den „lebenden Steinen“ (Lithops) und anderen Mittagsblumen, den Aloe-Arten und den Dickblattgewächsen sind die Blätter sukkulent, Wolfsmilcharten und Stapelien haben säulenförmig dicke Sproßachsen, die oft sehr an Kakteen erinnern. Wieder andere Sukkulenten haben unterirdische Speicherknollen, die riesengroß und uralt werden können, während die zarten Laubtriebe jährlich verdorren und zur Regenzeit neu gebildet werden.
Was in Amerika die Kakteen, sind in den Trockengebieten Afrikas wasserspeichernde (sukkulente) Pflanzen anderer Pflanzenfamilien. Hier bestimmen Wolfsmilchgewächse, Dickblattgewächse, Mittagsblumen, Seidenpflanzen und Aloe-Arten die Vegetation der Dornsavannen und Halbwüsten, doch auch uns vertraute Familien wie Korbblütler und Storchschnäbel haben unter der heißen Sonne Südafrikas sukkulente Vertreter hervorgebracht. Die Virtrine an der hinteren Stirnseite zeigt das südafrikanische Namaqualand, eine der extremsten Wüsten der Welt, wo die „lebenden Steine“ zu finden sind, die zwischen den Kieseln getarnt und am besten zur Blütezeit im Spätsommer zu sehen sind.
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der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Aridhaus Afrika (Wüstenhaus)

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Aridhaus Afrika Kiel

Panorama-Ansicht im November (zum Zoomen auf das Bild klicken)

Aridhaus Afrika im Botanischen Garten Kiel
 

 

  Sukkulente

Das Aridhaus Afrika ist den Pflanzen aus den Trockenregionen Afrikas, insbesondere den Halbwüsten und Wüsten, gewidmet. Klimatisch handelt es sich also um ein Kalthaus, das sich ganzjährig durch hohe Tages- und relativ niedrige Nachttemperaturen (im Winter 5-10°C), bei geringer Luftfeuchte von etwa 30% auszeichnet.

Bei den im Aridhaus Afrika kultivierten Pflanzen handelt es sich vor allem um Bewohner extrem niederschlagsamer Standorte. Sie werden als Xerophyten bezeichnet und zeichnen sich durch vielfältige Anpassungen aus, die sie dazu befähigen, lange Trockenzeiten zu überdauern.

Eine der häufigsten und in verschiedenen Familien zu beobachtenden Anpassungen ist die Ausbildung von fleischig-saftigen Geweben, die als Wasserspeicher dienen. Wegen ihrer besonderen Bauweise werden diese Pflanzen auch als Saftpflanzen (= Sukkulente) bezeichnet. Als Wasserspeicher können die Wurzeln, häufiger aber die Stämme und Blätter dienen. Die Kakteen (Familie Cactaceae) aus Amerika sind die bekanntesten Vertreter der Sukkulenten. Daneben kann Sukkulenz aber auch bei den Aloen (Fam. Asphodelaceae), sowie bei Mittagsblumen- (Fam. Aizoaceae), Wolfsmilch- (Fam. Euphorbiaceae) u.a. Familien beobachtet werden. Eine stammsukkulente Vitacee, der Butterbaum Cyphostemma currorii, ist eine der großen Besonderheiten aus diesen Lebensräumen, die wir im Botanischen Garten Kiel kultivieren.

 

 

  Madagaskar-Ecke

Der hintere Teil des Gewächshauses zeigt Pflanzen aus den Dornbuschsavannen im Südwesten Madagaskars. Durch die frühe Trennung dieser Insel vom afrikanischen Kontinent haben sich auf Madagaskar ganz eigenständige Pflanzengruppen, wie etwa die dornigen Didiereaceen, entwickelt.

 

 

 

 

 

 

  Dr. Martin Nickol M.A., FLS 03. Dezember 2010 © Bilder: Dr. Martin Nickol