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Lithops helmutii aus Südafrika
Aizoaceae - Faszinierende Mittagsblumengewächse |
Die Mittagsblumengewächse, auch Mesembs, Aizoaceae oder Mesembryanthemaceae genannt, bilden die größte Sukkulenten-Familie der Welt. Überwiegend sind sie in den Winterregengebieten der Kapregion Südafrikas zu Hause. Sie zeichnen sich durch Robustheit und bizarre Pflanzenformen aus und sind optimal an die unwirtlichen Bedingungen der Kapregion angepaßt.
Die Mittagsblumengewäche (Aizoaceae) sind eine Familie in der Ordnung der Caryophyllales (Nelkenartige Gewächse) mit etwa 120 Gattungen und rund 2500 Arten von blattsukkulenten Kräutern und kleinen Sträuchern, die überwiegend in Südafrika, mit wenigen Arten im Mediterrangebiet, in Nord- und Südamerika, sowie in Australien verbreitet sind.
Ihre Blätter sind meist gegenständig, sie weisen keine Nebenblätter auf, und sie sind auffällig sukkulent mit großen, wasserspeichernden Zellen, nicht selten mit durchscheinenden Zellkomplexen („Fenster“) im Blattspitzenbereich. Die Blüten sind zwittrig, radiär, meist K4-15 C∞ A∞ G(4-20) und auffällig weiß, gelb oder rot gefärbt; das Gynoeceum ist ober-/mittel-/unterständig, oft von Nektarien umgeben. Die Frucht ist vielgestaltig: Kapsel, Beere, Nuß. Häufig reich an Oxalsäure und dem Alkaloid Mesembrin.
Der Name ist aus den griechischen Bezeichnungen für „immer lebendig“ (aei, zoós) zusammengesetzt.
Phylogenie: Die Aizoaceae bilden mit den Phytolaccaceae, Nyctaginaceae und weiteren Familien ein Monophylum innerhalb der Caryophyllales. |
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Faucaria felina (L.) Schwantes
(Syn.: Faucaria acutipetala L. Bolus) gehört zu einer von Gustav Schwantes in Kiel aufgestellten Gattung, deren botanischer Name Faucaria sich vom lateinischen Substantiv „faux“ für „Rachen“ ableitet und auf die gezähnten Blätter verweist, die wie ein geöffneter, gezähnter Tierrachen aussehen. Die gelben Blüten, die bis zu fünf Zentimeter Durchmesser erreichen, erscheinen im Spätherbst und Winter. Sie öffnen sich nur im vollen Sonnenlicht. |
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Systematik und einige Gattungen |
- Aizoideae, ohne Petalen, Tepalen sepaloid und petaloid, Samen ohne Arilli: Aizoon
- Sesuvioideae, ohne Petalen, Tepalen sepaloid und petaloid, Samen mit Arilli: Sesuvium
- Mesembryanthemoideae, Petalen am Grunde ± verwachsen: Aptenia, Mesembryanthemum
- Ruschioideae: Petalen frei: Argyroderma, Carpobrotus, Cephalophyllum, Conophytum, Cylindrophyllum, Delosperma, Dorotheanthus, Drosanthemum, Faucaria, Fenestraria, Gibbaeum, Glottiphyllum, Lampranthus, Lithops, Malephora, Nananthus, Pleiospilos, Ruschia, Titanopsis
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Lithops N.E.Br., Lebende Steine |
In der Gattung Lithops sind 108 Taxa beschrieben. Dahinter verbergen sich vielleicht zwischen 40 und 75 Arten. Von den 5563 beschriebenen Arten der Aizoaceae sind Anfang 2011 immerhin 1067 als gültig anzusehen. Der taxonomische Forschungsbedarf ist also groß - und neben Feldforschungen sind Pflanzensammlungen in Botanischen Gärten unerläßlich, um Klarheit über die Artenfülle und Artabgrenzungen zu gewinnen.

Lithops herrei aus Südafrika
Die Lithops-Arten leben in Südwest-Afrika und vor allem im Kapland. Es handelt sich um blattsukkulente, stengellose, nicht winterharte Zwergstauden mit einem Paar dick angeschwollener, dicht aneinander liegender, teilweise verwachsener, glatter, steinartig aussehender Blätter (Name: Griech. lithos - Stein, -opsis - ähnlich). Ihr deutscher Name „Lebende Steine“ nimmt aber nicht nur auf diese Eigentümlichkeit Bezug, sondern verweist auch auf die durch Oberfläche und Färbung gegebene Anpassung an den steinigen, oft aus Granitbruchstücken bestehenden Untergrund, im dem sich die Pflanzen mimetisch vor Freßfeinden tarnen. Ihre Blüten stehen meist einzeln, selten zu 2-3, terminal. Die zahlreichen Petalen sind gelb, orange bis weißlich. Die Artabgrenzungen sind teilweise sehr schwierig und problematisch, doch stellen sie einen enormen Schmuck unserer Sukkulentensammlung dar. |
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| Weltweite Verbreitungs der Mesembryanthemoideae |

In Kiel stellten Ihlenfeldt, Schwantes & Straka die Unterfamilie der Mesembryanthemoideae auf, deren schwerpunktmäßige Verbreitung in Südafrika liegt, die mit wenigen Arten aber auch in Südamerika, in Australien und an den mittelmeerischen und atlantischen Inseln vorkommt. In der IUCN Liste der bedrohten Pflanzenarten sind 37 Aizoaceen aufgeführt. Weil die Mittagsblumengewächse so populär waren, sind die Wildbestände früher stark geplündert worden. Heute macht den Arten besonders der Klimawandel mit der Verschiebung der Klimagürtel zu schaffen, der in der sukkulentenreichen Karoo im Süden Afrikas zum Verlust der Habitate der Aizoaceae führt.

Lithops karasmontana var. opalina |
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