Quercus coccinea Blatt

Quercus coccinea, die Scharlacheiche, stammt aus dem Osten Nordamerikas.
Quercus laevis Arboretum Kiel
Die Gabeleiche Quercus laevis kommt von Florida bis in das südliche Neuengland vor. Sie wächst im Arboretum Amerika.
Mangrove-Bäume repräsentieren Gehölze wärmerer Klimate, die in den Gewächshäusern vertreten sind und so die dendrologischen Anschauungsmöglichkeiten enorm erweitern.
Stelzwurzeln Mangroven Kiel
Cercis siliquatsrum Arboretum Kiel blühend
Nur an wenigen Orten in Deutschland gibt es die Möglichkeit, ein Arboretum zu besuchen. Wenig verwunderlich, denn der Aufbau eines solchen botanischen Gartens für Bäume benötigt neben Fachwissen, Bodenfläche und Geld vor allem eines – viel Zeit. Unsere Arboreten verbinden wissenschaftlichen Nutzen mit landschaftlicher Schönheit. Sie liefern nicht nur Anschauungsmaterial für Kurse, Seminare und Übungen, sondern im Laufe der Zeit auch wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über das Wachstum von Bäumen aus fremden Klimazonen, die angesichts möglicher Klimaveränderungen zukünftig von großer Bedeutung sein können. Darüber hinaus sind sie für unsere Gartenbesucher eine Quelle des Staunens und der Inspiration. Dank der Klimagunst der Kieler Förde mit einer angegebenen Klimazone 8a können wir auch selten zu sehende Baum- und Straucharten kultivieren, die weiter im Binnenland der norddeutschen Tiefebene nicht gedeihen. Der Garten nahe der Förde beherbergt drei Arboreten mit Pflanzen aus Amerika, Asien und Europa. Für Dendrologen sind indessen auch die anderen Gartenbereiche interessant, in die weitere Gehölze integriert sind. Repräsentative Baumarten der Tropen und Subtropen stehen in den Schaugewächshäusern.
Der Judasbaum Cercis siliquastrum stammt aus dem Mittelmeergebiet. Er blüht vor dem Laubaustrieb im Frühling mit Knospen an Stämmen und Ästen. Dieses Phänomen heißt Kauliflorie.
Wisteria Arboretum Kiel
Wisteria ist ein windendes Gehölz.
Botanischer Garten Kiel Botanischer Garten Kiel  

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Arboreten im Botanischen Garten Kiel

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Arboretum Kiel

Juniperus communis, Gemeiner Wacholder, im Schnee

 

Arboreten im Botanischen Garten Kiel
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bäume aus aller Welt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besuchern geben unsere Arboreten die Möglichkeit, als Weltwanderer Bäume und Sträucher anderer Erdteile und Länder kennenzulernen. Dendrologisch, forstlich oder gärtnerisch Interessierte finden vielseitige und neue Baumbilder, die zur Vielfalt des Waldes und zur Bereicherung des Landschaftsbildes beitragen können. Heimische, bisher unbeachtete oder historisch zurückgedrängte Baum- und Straucharten, wie etwa die Eibe (Taxus baccata) oder der Speierling (Sorbus domestica), der an unserem Haupteingang wächst, sollen gefördert werden. Hinweistafeln erklären einzelne Baumarten und ihre Herkunft. Oft verblüffen die Verwendungsmöglichkeiten der Exoten in ihrer ursprünglichen Heimat.

Die Baumartenvielfalt vergleichbarer geographischer Breiten in Amerika und Ostasien ist gegenüber Europa auffallend groß. In Nordamerika gibt es 360 verschiedene Baumarten, in Asien etwa 700 verschiedene Baumarten und in Zentral-Europa nur etwa 130 verschiedene Baumarten. Die Ursache dafür war die Möglichkeit des Ausweichens der Baumarten vor den Eiszeiten in Nordamerika und die spätere Rückwanderung. Diese Möglichkeit des Rückwanderns bestand auf dem europäischen Kontinent infolge der in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirge nicht oder nur in geringem Umfang. Eine große Anzahl von Baumarten, die heute wieder eingebürgert werden, waren vor den Eiszeiten in unseren Wäldern heimisch, so zum Beispiel der Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum), Lebensbaum (Thuja plicata), der Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) und andere. Man könnte also argumentieren, daß es sich bei der Wiedereinbürgerung nicht um den Anbau "fremdländischer Baumarten" handele, sondern um die Rückführung ehemals heimischer Baumarten, die Reparatur der Eiszeitverluste sozusagen. Zur Erweitung der Pflanzensammlungen arbeitet der Botanische Garten Kiel intensiv mit anderen botanischen Gärten, Arboreten und weiteren Organisationen im In- und Ausland zusammen. 

Wichtige Pflanzenfamilien mit Gehölzen

Die für uns bedeutendste Pflanzenfamilie ist jene der Rosengewächse (Rosaceae). Die Familie ist mit etwa 3000 Arten weltweit verbreitet, in Mitteleuropa sind es über 100 Arten. Es handelt sich meist um auffällig blühende Bäume, Sträucher und Zwerggehölze, die zudem oft durch dekorative Früchte auffallen. Etliche Kirschenarten ziert eine schöne Rinde, welche die Bäume besonders im Winter reizvoll macht. Auch die meisten kultivierten Obstarten (Kernobst mit Apfel, Birne, Quitte, Steinobst mit Kirsche, Pflaume, Pfirsich, Aprikose,...) gehören dazu. Natürlich enthält diese Familie auch Stauden wie Erdbeere und Nelkenwurz und einige krautige Pflanzenarten. Die Palette der Arten und Sorten ist schier unüberschaubar, alljährlich kommen neue hinzu. Vertreten sind u. a. folgende Gattungen: Amelanchier, Aronia, Chaenomeles, Cotoneaster, Crataegus, Malus, Potentilla, Prunus, Pyrus, Rosa, Rubus,Sorbus, Spiraea  u. a.

Die Ahorngewächse (Sapindaceae) sind mit dem Ahorn (Acer) in vielen Arten und manchen Sorten vertreten. Es handelt sich um eine auf der gesamten Nordhalbkugel bis hin in tropische Gebirge verbreitete Gattung mit verschiedenen Wuchsformen. Vom zwergigen Fächerahorn Japans bis zum europäischen Bergahorn und dem kanadischen Zuckerahorn gibt es alle Übergänge in Größe, Form und Laubausbildung. Viele Arten zeichnen sich durch eine besonders intensive Herbstfärbung aus.

Die Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae) enthält prächtige Blütengehölze und bereichert viele Gärten. Die bekannte Tulpenmagnolie (Magnolia x soulangeana) ist nur eine von vielen dekorativen Arten und Sorten. Die Gattung ist in Asien und Amerika mit ca. 219 Arten verbreitet.

Die Walnußgewächse (Juglandaceae) sind eine mit rund 60 Arten relativ kleine Familie vorwiegend baumförmig wachsender Holzpflanzen, die zu den Buchenartigen (Fagales) gehört. Sie haben ihren Verbreitungsschwerpunkt auf der Nordhalbkugel und kommen sowohl in Amerika, als auch in Eurasien vor. Die meisten Gattungen sind dabei auf eine Seite des Pazifik beschränkt, lediglich Carya und Juglans kommen in der Alten und in der Neuen Welt vor. Alfaroa und Oreomunnea sind auf Amerika beschränkt, die übrigen Gattungen auf Asien. Nur zwei Gattungen reichen mit ihren Arealen auf die Südhalbkugel: Juglans wächst bis Nordargentinien, Engelhardia reicht bis Sumatra, Java und Neuguinea. Das Mannigfaltigkeitszentrum ist heute Ostasien, das Zentrum der fossilen Artenvielfalt ist - anhand bisheriger Ausgrabungen beurteilt - allerdings Nordamerika.

Die Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) zeichnen sich vor allem durch schöne Blütensträucher, wie Abelia, Kolkwitzia, Lonicera und Weigelia aus.

Zu den Moschuskrautgewächsen zählen der als Fruchtgehölz beliebte, heimische Holunder (Sambucus nigra) mit seinen Unterarten und die zahlreichen Schneeball-Arten (Viburnum).

Bei der Familie der Zaubernußgewächse (Hamamelidaceae) liegt der Zauber darin, daß sie ihre Blüten mitten im Winter bei milden Temperaturen öffnen. Mit Corylopsis, Fothergilla und Trichocladus hat die bekannte Zaubernuß Hamamelis bei uns vielfältige Gesellschaft.

Die Familie der Schmetterlingsblütler (Leguminosae, Fabaceae) ist sehr vielgestaltig und enthält neben vielen krautigen Pflanzen, darunter Nutzpflanzen (Klee, Luzerne, Erbse, Bohnen,...) auch Gehölze. An den Wurzeln dieser Pflanzen bilden Bakterienstämme (Knöllchenbakterien, Rhizobien) Wurzelknöllchen, die Luftstickstoff den Pflanzen zugänglich machen. Eine bekannte Pionierpflanze, die aus Amerika stammt, ist die Robinie, auch als „Falsche Akazie" bezeichnet, die große Flächen Ödlandes besiedeln kann, aber auch in heimische Wälder eindringt. Aber auch Goldregen, Ginster, der mächtige Schnurbaum, der zierliche Judasbaum, dessen Blüten direkt am Stamm entspringen, die stark kletternde Wisteria mit langen blauen Blütentrauben und viele andere interessante Gattungen zählen dazu.

Bei den Ölbaumgewächsen (Oleaceae) denkt man an Oliven und südliche Vegetation. Diese Familie umfaßt aber auch bekannte und schöne Blütensträucher wie Flieder und Forsythie, deren leuchtend gelbe Blüten meist zu Ostern erscheinen und ihr den Namen Osterstrauch einbrachte. Der Flieder erblüht Anfang Mai. Ein im Spätwinter blühender Spalierstrauch ist der gelbe Jasmin (Jasminum nudiflorum), der für südseitige Mauern wie an unserem alten Haupteingang gut geeignet ist. Der Liguster ist ein wichtiger Heckenbildner, gehört in unsere Knicks, ist aber mit mehreren selteneren Arten in Asien vertreten.

Aus der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) sind nur wenige, verholzende Pflanzen bekannt wie etwa die Deutzia, Philadelphus (Pfeifenstrauch oder falscher Jasmin) und die Zierjohannisbeere (Ribes), deren rote Blüten meist gemeinsam mit den gelben der Forsythia erscheinen.

Die Familie der Weidengewächse (Salicaceae) ist mit ihren Vertretern, den Weiden und Pappeln, in Parks ebensowie in der Landschaft Schleswig-Holsteins vertreten. Die kleinen, kriechenden Weiden sind im Botanischen Garten besonders im Alpinum zu sehen.

Vertreter der immergrünen Nadelgehölze sind die Familien der Cypressengewächse (Cupressaceae) mit den Gattungen Chamaecyparis (Scheinzypresse), Thuja (Lebensbaum) und Juniperus (Wacholder). Bei den Kiefergewächsen (Pinaceae) sind die Gattungen Pinus (Kiefer), Picea (Fichte), Abies (Tanne), Larix (Lärche) und Cedrus (Zeder) zu nennen; die kleine Familie der Eibengewächse (Taxaceae) enthält vor allem die Eibe (Taxus). Viele Gattungen der Nadelgehölze zeigen eine große Formenvielfalt in Wuchs sowie Farbe und Form der Benadelung.

 

 

 

 




 

 

 

 

 

  Dr. Martin Nickol M.A., FLS 17. September 2011 © Bilder: Dr. Martin Nickol