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Brassica oleraceae ist die Stammform unserer Kohlsorten.
Er kommt noch auf Helgoland vor und blüht auf dieser Aufnahme in der Düne des Botanischen Gartens Kiel.
Düne und Strand an Nord- und Ostsee
im Botanischen Garten Kiel |
Im Lehrbiotop Düne des Botanischen Gartens Kiel wird ein bedeutender heimischer Lebensraum Schleswig-Holsteins dargestellt und zahlreiche Pflanzenarten, die ihn prägen und die zum Teil, besonders außerhalb streng geschützter Gebiete, selten geworden sind, sind für die Besucher wahrnehmbar.
Strand- und Dünenpflanzen sind an den Meeresküsten an nährstoffarme, salzreiche, lockere Sandböden angepaßt. Infolge des hohen Salzgehalts des Bodens herrschen Salzpflanzen (Halophyten) vor. Strandpflanzen haben gegen Verwehung und Auswehung verzweigte Wurzelstöcke, gegen austrocknende Winde Verdunstungshemmungen wie Rollblätter, Wachsüberzüge oder Haare auf den Blättern.
Lebensraum Meeresküste
Küstendünen entstehen nach
Aufspülung und Windanwehung von Sand.
Nach Alter, Farbe und Pflanzengarnitur unterscheidet man Primär-, Weiß-, Grau- und Braundünen. Dünenpflanzen zeichnen sich durch
starke Durchwurzelung des Bodens sowie Toleranz gegenüber Salz aus. Solche Halophyten, Pflanzen salzreicher Standorte, besiedeln Böden mit mehr als 0,5% Gehalt an Natriumsalzen, vorwiegend der Meeresküsten (aber auch an Binnenseen wie etwa dem Neusiedler See). Salzpflanzen können der osmotischen Saugkraft des Bodens durch eigene Salzaufnahme und Wasserspeicherung (Sukkulenz, vgl. die Pflanzen im Aridhaus Afrika und im Aridhaus Amerika) entgegenwirken. Man unterscheidet Salz benötigende Pflanzen (Queller, Salzkraut, Salzmiere), Salz liebende und Salz ertragende Pflanzen. Die Salzpflanzen tropischer Meeresküsten sind im Victoriahaus unter den Mangrovepflanzen zu finden.
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| Der Steg durch die Düne im Winterkleid |
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Was sind Strandpflanzen? |
Strandpflanzen gehören zur natürlichen Küstenvegetation unserer Klimazone und spielen eine wichtige Rolle als Pionierpflanzen, für die Küstenbefestigung und die Landgewinnung. Die Vegetation des Strandes und der trockenen Dünen weist zahlreiche Xerophyten auf. Im Lehrbiotop Düne sind auch Pflanzen der angrenzenden Gebiete zu sehen, die sich häufig am Strand finden und zum Lehrbiotop Heide einerseits und zum Lebensraum Waldrand andererseits überleiten. |
Strandpflanzen der deutschen Nord- und Ostseeküste |
Deutscher Name |
Botanischer Name |
Weißes Straußgras |
Agrostis stolonifera |
Allium kochii |
(Dünensippe des Weinberg-Lauchs Allium vineale L. s. l.) |
Rohr-Fuchsschwanzgras |
Alopecurus arundinaceus |
Gemeiner Strandhafer |
Ammophila arenaria |
Küsten-Engelwurz |
Angelica archangelica subsp. litoralis |
Strand-Wundklee |
Anthyllis vulneraria subsp. maritima (Schweigg.) Corb. |
Echte Strand-Grasnelke |
Armeria maritima subsp. maritima |
Sand-Grasnelke |
Armeria maritima subsp. elongata (Hoffm.) Bonnier |
Strand-Beifuß |
Artemisia maritima |
Strandaster |
Aster tripolium |
Gelappte Melde |
Atriplex laciniata |
Strand-Melde |
Atriplex littoralis |
Gestielte Keilmelde |
Atriplex pedunculata |
Spieß-Melde |
Atriplex prostrata |
Portulak-Keilmelde |
Atriplex portulacoides |
Wilde Bete, See-Mangold |
Beta vulgaris subsp. maritima (die Wildform unserer Rüben) |
Zusammengedrückte Quellbinse |
Blysmus compressus |
Rote Quellbinse |
Blysmus rufus |
Gewöhnliche Strandsimse |
Bolboschoenus maritimus |
| Wild-Kohl |
Brassica oleracea |
Salz-Hasenohr |
Bupleurum tenuissimum |
Europäischer Meersenf |
Cakile maritima |
Baltischer Strandhafer |
X Calammophila baltica (Flüggé ex Schrad.) Brand |
Strandwinde |
Calystegia soldanella |
Echte Zaunwinde |
Calystegia sepium subsp. baltica (Rothm.) |
Sand-Segge |
Carex arenaria |
Strand-Segge |
Carex extensa |
Strand-Tausendgüldenkraut |
Centaurium littorale |
Viermänniges Hornkraut |
Cerastium diffusum |
Dickblättriger Gänsefuß |
Chenopodium chenopodioides |
Graugrüner Gänsefuß |
Chenopodium glaucum |
Englisches Löffelkraut |
Cochlearia anglica |
Dänisches Löffelkraut |
Cochlearia danica |
Echtes Löffelkraut |
Cochlearia officinalis |
Silbergras |
Corynephorus canescens |
Echter Meerkohl |
Crambe maritima |
Armblütige Sumpfbinse |
Eleocharis quinqueflora (Hartmann) O. Schwarz |
Dünen-Quecke |
Elymus athericus |
Binsen-Quecke |
Elymus farctus |
Strand-Kriech-Quecke |
Elymus repens subsp. littoreus |
Dünen-Reiherschnabel |
Erodium ballii Jord. |
Stranddistel |
Eryngium maritinum |
Strand-Wolfsmilch |
Euphorbia paralias |
Rot-Schwingel-Gruppe |
(Festuca rubra agg.) |
Salzwiesen-Rot-Schwingel |
Festuca salina |
Dünen-Rot-Schwingel |
Festuca arenaria |
Küsten-Färber-Ginster |
Genista tinctoria L. subsp. littoralis (Corb.) Rothm. |
Lungen-Enzian |
Gentiana pneumonanthe |
Gelber Hornmohn |
Glaucium flavum |
Strand-Milchkraut |
Glaux maritima |
Sanddorn |
Hippophae rhamnoides |
Salzmiere |
Honckenya peploides |
Strandgerste |
Hordeum marinum |
Berg-Sandglöckchen |
Jasione montana |
Dünen-Jakobs-Greiskraut |
Jacobaea vulgaris subsp. dunensis (Dumort.) Pelser & Meijden |
Baltische Binse |
Juncus balticus |
Bodden-Binse |
Juncus gerardii |
Meerstrand-Binse |
Juncus maritimus Lam. |
Tataren-Lattich |
Lactuca tatarica (ein Neophyt) |
Strand-Platterbse |
Lathyrus japonicus |
Pfefferkraut |
Lepidium latifolium |
Strandroggen |
Leymus arenarius |
Gewöhnlicher Strandflieder |
Limonium vulgare |
Europäischer Strandling |
Littorella uniflora |
Salz-Hornklee |
Lotus tenuis |
Gezähnter Steinklee |
Melilotus dentatus (Waldst. & Kit.) Pers. |
Kleiner Mäuseschwanz |
Myosurus minimus |
Salz-Zahntrost |
Odontites litoralis |
Wegerich |
Plantago |
Strand-Wegerich |
Plantago maritima |
Krähenfuß-Wegerich |
Plantago coronopus |
Gewöhnliche Kreuzblume |
Polygala vulgaris subsp. collina |
Strand-Knöterich |
Polygonum oxyspermum |
Gänsefingerkraut |
Potentilla anserina |
Andel |
Puccinellia maritima |
Kartoffel-Rose |
Rosa rugosa (ein Neophyt) |
Dünen-Rose |
Rosa spinosissima |
Strand-Ampfer |
Rumex maritimus |
Strand-Salde |
Ruppia maritima L. |
Strand-Mastkraut |
Sagina maritima |
Niederliegendes Mastkraut |
Sagina procumbens var. littoralis Rchb. |
Europäischer Queller |
Salicornia europaea agg. |
Schlickwatt-Queller |
Salicornia stricta |
Kriech-Weide |
Salix repens (mit drei Unterarten) |
Gemeines Salzkraut |
Salsola kali |
Salzbunge |
Samolus valerandi |
Salz-Teichbinse |
Schoenoplectus tabernaemontani |
Salz-Schlickgras |
Spartina anglica (ein Neophyt) |
Schlickgras |
Spartina maritima |
Townsend's Schlickgras |
Spartina × townsendii |
Flügelsamige Schuppenmiere |
Spergularia media |
Salz-Schuppenmiere |
Spergularia salina |
Strandsode |
Suaeda maritima |
Weißklee |
Trifolium repens subsp. pratense var. maritimum |
Erdbeer-Klee |
Trifolium fragiferum subsp. fragiferum |
Strand-Dreizack |
Triglochin maritimum |
Echte Strandkamille |
Tripleurospermum maritimum |
Geruchlose Strandkamille |
Tripleurospermum perforatum |
Gewöhnliches Seegras |
Zostera marina |
Noltes Seegras |
Zostera noltii Hornem. |
Nicht alle diese Pflanzen sind in jedem Jahr oder ganzjährig zu sehen. |
| Pflanzenleben in Gischt und Salz |
Der Gischt ist der weiße Schaum, der an den Strand gespült wird oder auf der Meeresoberfläche entsteht, wenn der Wind oder ein Boot das Wasser aufwühlen. Mit Wind und Wasser gelangen Salze in den küstennahen Lebensberech und daran müssen die Pflanzen sich anpassen, um diesen Lebensraum besiedeln zu können.
Halophyten oder Salzpflanzen besiedeln salzreiche Standorte weitgehend breitenunabhängig in trockenen bis überfluteten Lebensräumen, häufig in Meeresnähe und an Salzseen. Die noch unzureichend untersuchten Mechanismen, mittels derer die Pflanzen sich an extreme Umweltbedingungen anpassen und photosynthetisch aktiv bleiben können, sind sehr vielfältig. Einige Salzpflanzen (die obligaten Halophyten) werden durch die moderaten Salzgehalte in ihrem Wachstum gefördert, andere Salzpflanzen benötigen kein Salz für ihre Lebenstätigkeit. Sie gedeihen wesentlich besser auf salzfreien Böden, doch sind sie hier der Konkurrenz anderer Pflanzen unterlegen.
Die Salzwiese als Lebensraum
Im Uferbereich unserer gemäßigten Klimazone existieren an Flachküsten im Bereich der mittleren Hochwasserlinie schlickige Marschgebiete, die bei höheren Wasserständen überflutet werden. Die schleswig-holsteinische Nordseeküste ist einer dieser besonderen Lebensräume. In solchen salzbeeinflußten Bereichen bilden sich Salzwiesen, die der Lebensraum vieler Blütenpflanzen sind, die sich an diese extremen Verhältnisse angepaßt haben. Die Besiedlung der Salzwiesen erfolgt in Abhängigkeit von der Höhe über dem mittleren Hochwasser und somit vom Salzgehalt und wird nach der Vegetationszusammensetzung in mehrere Zonen unterteilt.
Wirkungen des Salzes auf die Pflanze
Die Wirkungen des Salzes werden auf drei Ebenen sichtbar. Bei Nichthalophyten führt dies zu Schädigungen, während die Halophyten durch unterschiedliche Mechanismen angepasst sind.
- Osmotische Effekte erschweren die Wasseraufnahme aus dem salzigen Medium (physiologische Trockenheit).
- Durch den Überschuss an Natrium kommt es zu einem Ionenungleichgewicht, da lebensnotwendige Ionen wie Kalium, Calcium und Stickstoff von nicht angepaßten Pflanzen nicht mehr in ausreichenden Ausmaß aufgenommen werden können. Es kommt zu einem durch Natrium induzierten Kaliummangel.
- Salzionen haben auch spezifische Effekte auf verschiedene Stoffwechselbereiche. Beispiele sind die Hemmung des Proteinstoffwechsels, eine Erhöhung der Aktivität des Pentosephosphat-Zyklus und eine Verminderung der Glykolyse.
Unter den Bodensalzen weist das an den meisten Standorten zugleich häufigste Salz, nämlich Natriumchlorid, die größte Toxizität (Giftigkeit) auf; darauf folgen - mit abnehmender Giftwirkung - Calciumchlorid, Magnesiumchlorid, Natrium- und Magnesiumsulfat. |

Die Vegetation der Nord- und Ostseeküste im Botanischen Garten Kiel |
Was sind Salzpflanzen?
Salzpflanzen oder Halophyten können mit verschiedenen Kriterien definiert werden. Eines davon ist, ob die Pflanzen auf Salzboden mit mehr als 0,5 Prozent Salz im Bodentrockengewicht wachsen können. Dieser Wert ist zwar leicht zu bestimmen, wichtiger für die Pflanze ist jedoch die Salz- bzw. Ionenkonzentration im Bodenwasser.
Jennings definierte 1976 Halophyten schlicht als „die natürliche Flora auf Salz-Standorten“. Bereits Eugen Warming (1909), der den Begriff Halophyt erstmals anwandte, schrieb. „eine gewisse Menge an löslichen Salzen muß anwesend sein, bevor eine halophytische Vegetation entsteht; die Art des Salzes scheint von keiner Bedeutung zu sein.“ Pflanzen, die an Salzstandorten auch unter Ausschluß der Konkurrenz nicht überleben, werden als Glykophyten bezeichnet. Sie sind auf Süßwasser angewiesen und zeigen keinerlei Salztoleranz.
Salztolerante Lebewesen werden als halophil bezeichnet, wenn sie durch die evolutionär bedingte Salzresistenz nicht mehr fähig sind, in Abwesenheit von Salz zu existieren. Diese Salzresistenz hat sich mehrfach unabhängig entwickelt. Zwar tritt sie in einigen Pflanzengattungen oder sogar –familien verstärkt auf, die Halophyten bilden aber keine wie auch immer zu definierende monophyletische Einheit.
Unter den Höheren Pflanzen finden sich Halophyten nur unter den Angiospermen. Es gibt rund 1.500 bekannte Halophytenarten. Familien mit zahlreichen Vertretern sind die Amaranthaceae (Chenopodiaceae), Aizoaceae, Frankeniaceae, Plumbaginaceae und unter den Mangroven die Rhizophoraceae, Lythraceae, Avicennioideae innerhalb der Acanthaceae, Combretaceae und Myrsinaceae. Zudem gibt es Halophyten unter den Süß- und Sauergräsern sowie den Juncaceae.
In Deutschland kommen 54 Halophytenarten vor. Hinzu kommen einige Übergangsformen, die nur selten eine Salztoleranz ausbilden oder als Bastarde von litoralen (Ammophila arenaria) und binnenländischen (Calamagrostis epigeios) Arten aufgefaßt werden. Die Existenz derartiger besonderer Litoralformen von sonst weitverbreiteten halophytischen oder sandbewohnenden Gräsern ist ein Beleg dafür, daß diese bereits vor sehr langer Zeit von ihrem gegenwärtigen Standort Besitz ergriffen haben müssen und hier die diesem entsprechenden Formen ausgelesen wurden.
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JENNINGS D. H. 1976. The effects of sodium chloride on higher plants. — Biol.
Rev. 61: 453-486.
Typische Salzpflanzen
Deutscher Name |
Botanischer Name |
Andel |
Puccinellia maritima |
Dänisches Löffelkraut |
Cochlearia danica |
Queller |
Salicornia europaea |
Salzbinse |
Juncus gerardii |
Salzmelde |
Atriplex halimus |
Schlickgras |
Spartina spec. |
Strandaster |
Aster tripolium |
Strand-Beifuß |
Artemisia maritima |
Stranddreizack |
Triglochin maritimum |
Strandflieder |
Limonium spec. |
Strand-Grasnelke |
Armeria maritima |
Strandsode |
Suaeda maritima |
Strandwegerich |
Plantago maritima |
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