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Blick über den Großen Teich im Botanischen Garten Kiel
Biotop Teich im Botanischen Garten Kiel |
Der Teich beherbergt mehrere Pflanzenformationen:
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Schwimmblatt-Gesellschaften mit Seerose (Nymphaea alba), Teichrose (Nuphar lutea) und Laichkraut (Potamogeton natans) sowie Krebsschere (Stratiotes aloides).
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Röhrichtgürtel mit Schilf (Phragmites australis), Breitblättrigem Rohrkolben (Typha latifolia) und Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris) sowie dem Kalmus Acorus calamus und dem Wolfstrapp Lycopus europaeus direkt am Sitzplatz. Der Fieberklee Menyanthes trifoliata hat einen dichten Bestand gebildet.

Der Fieberklee Menyanthes trifoliata wird in Schleswig-Holstein in Kategorie 3 der gefährdeten Pflanzen eingestuft und ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. An freien Ufern wächst er halb untergetaucht weit ins Flachwasser hinein, als Sumpfpflanze aber auch mit kriechendem Rhizom terrestrisch. Im Botanischen Garten Kiel ist er sowohl am Großen Teich, als auch im System der Pflanzen zu finden.
Großer wie Kleiner Teich im Botanischen Garten Kiel sind Amphibienlaich- und Vogelbrutgebiete, in dem regelmäßig Jungtiere von Teich-, Berg- und Kammolchen und Wasservögeln heranwachsen. Gerne nutzen sie den Übergang zu Schwingrasen mit einer breiten Verlandungszone als Rückzugsgebiet. Direkt an den Teich grenzt zum Sitzplatz unter den Metasequoia glyptostroboides (Urwelt-Mammtbäume) hin die thematisch passende Hochstaudenflur am Fuße des Alpinums, während die Teichwiese mit Moor und Erlenbruch an die andere geographische Seite anschließen, so daß sich das Thema Feuchtgebiete Studierenden wie Besuchern in seiner gesamten Breite erschließt.
Wasserpflanzen
Gemäß ihrer Wuchsformen unterteilt man die aus verschiedenen Verwandschaftsgruppen stammenden Wasserpflanzen in mehrere Gruppen. Prinzipiell läßt sich unterscheiden zwischen Tauchpflanzen (submerse Pflanzen, gänzlich untergetaucht) und Schwimmpflanzen (an der Oberfläche).
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| Die Teichwiese im Botanischen Garten Kiel. |
| Aquatische Lebensräume im Süßwasser |
Von Süßwasser-Lebensräumen spricht man dann, wenn die Konzentration an gelöstem Salz im Wasser geringer ist als ein Prozent. Das Süßwasser wird unterteilt in stehende Gewässer, wie Seen, Teiche und Binnenfeuchtgebiete und in Fließgewässer, wie Flüsse und Ströme. Nur ein Prozent der Erdoberfläche ist von Süßwasser bedeckt, dennoch leben beispielsweise 41 Prozent der bekannten Fischarten darin. Das Wasser wird mit Nährstoffen, wie Stickstoff und Phosphor, über Zuflüsse versorgt und ist somit eng mit den Ökosystemen des Landes verbunden und von ihnen beeinflußt.
Zu den Lebensräumen des Süßwassers gehören Ströme, Flüsse und Bäche sowie Seen, Teiche und Moore sowie periodisch überflutete Feuchtgebiete; sie alle können erheblich zum biologischen Reichtum eines jeden Ökosystems beitragen. Der weitaus größte Anteil des Süßwassers ist als ewiges Eis in den Polkappen gebunden. An den Polen ist der Wechsel zwischen Winter und Sommer (man könnte auch sagen, zwischen Nacht und Tag, denn jenseits der Polarkreise ist es im Winter 24 Stunden am Tag dunkel und im Sommer 24 Stunden lang hell) sehr drastisch; in der wegen ihrer Höhe kälteren Antarktis bleiben im Winter nur eine Pinguin- und eine Robbenart standorttreu, während zahlreiche Algenarten unter dem Eis durchaus weiterleben können.
Lebensräume in stehenden Gewässern
Seen und Weiher sind natürlich entstandene, stehende Gewässer. Sie werden hauptsächlich durch den Niederschlag, Schmelzwasser und oberirdische Zuflüsse aus Bächen und Flüssen gespeist. Auch Seen lassen sich in verschiedene Zonen untergliedern: Man unterscheidet das Benthal, die Bodenzone und das Pelagial, die Freiwasserzone.
Das Benthal gliedert sich seinerseits in Litoral und Profundal. Das Literoral ist die Uferzone, die von Licht durchflutet ist und in dem das Nährstoffangebot aus den Zuflüssen hoch ist. Hier kommen alle Arten von Pflanzen vor, also wurzelnde Pflanzen, Schwimmpflanzen, Unterwasserpflanzen und Phytoplankton. Das Litoral ist damit die produktivste Zone in einem See, beherbergt viele Amphibien und Insekten und ist Nistplatz für eine große Zahl von Wasservögeln. Das Profundal ist die pflanzenlose Zone, die an das Litoral anschließt.
Das Pelagial ist der Lebensbereich der aktiven Schwimmer (Fische) und der passiven
Schweber (Plankton). Es umfaßt den gesamten Wasserkörper von der Gewässeroberfläche
bis wenige Zentimeter über den Boden. |
| Die Uferzone |
Das Litoral [die Uferzone (lat. litus, litoris, Ufer)] wird in einzelne Zonen unterteilt:
Das Epilitoral ist der oberste Rand des Ufers, der nicht mehr vom Wellenschlag betroffen ist. Aufgrund des hoch anstehenden Grundwasserspiegels stellt er einen Lebensraum für Pflanzen dar, die mit einem feuchten Boden zurechtkommen (Hygrophyten). Die lichten Erlenbruchwälder mit Schwarzerle (Alnus glutinosa), Moorbirke (Betula pubescens) und Weide (Salix spec.) haben einen dichten Unterwuchs, der aus Moosen, Farnen und Sauer- oder Riedgräsern (Binsen) besteht. An offeneren Stellen findet man auch die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) und in der Nähe von Bächen die Sumpfdotterblume (Caltha palustris).
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Die Tierwelt setzt sich aus Detritusfressern [Regenwürmer (Lumbricus terrestris), Asseln, Landschnecken], Spinnen und Insekten zusammen, die wiederum die Nahrungsgrundlage für Vögel darstellen, die Bäume, Büsche und den Boden als geschütztes Brutrevier nutzen.
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Dieser Uferstreifen wird zwar von den Wellen selbst nicht erreicht, aber vom Spritzwasser der sich am Ufer brechenden Wellen durchnässt.
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In der Brandungszone herrschen starke mechanische Kräfte, die das Aufwachsen größerer Pflanzen nicht zulassen. Jedoch siedeln sich fest haftende, sauerstoffliebende Organismen wie Strudelwürmer (Turbellaria spec.) sowie krustenbildende Cyanobakterien hier an.
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In dieser Zone siedeln größere Pflanzen, die an einen ständig überfluteten Boden angepaßt sind. Sie besitzen ein Aerenchym, ein zusammenhängendes System von großen Zellzwischenräumen (Interzellularen), so daß auch die Wurzeln mit Sauerstoff versorgt werden können. Dieser Uferbereich dient als Laich- und Brutgebiet für viele Fische, Vögel und Insekten. Das Infralitoral wird wieder in mehrere Abschnitte unterteilt:
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Sie liegt im Bereich zwischen Hoch- und Niedrigwassermarke. Charakteristische Pflanzen sind die Seggen (Carex spec.). Daneben kommen auch Wasserminze (Mentha aquatica), Blutweiderich (Lythrum salicaria) und Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre) vor.
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Röhrichtzone
Auch hier sind noch emerse Pflanzen, deren Stängel und Blätter größtenteils über den Wasserspiegel hinausragen, zu finden. Dies sind vor allem Schilfrohr (Phragmites australis), Rohrkolben (Typha) und Froschlöffel (Alisma). Bläßhuhn (Fulica atra) und Teichralle (Gallinula chloropus) nisten regelmäßig hier und machen unseren Besuchern wie uns gleichermaßen Freude.
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In windgeschützten Teilen des Sees können sich Schwimmblattpflanzen ansiedeln, die bis auf die Blätter vollständig untergetaucht sind. Diese Blätter schwimmen auf der Wasseroberfläche und haben die Spaltöffnungen für den Gasaustausch auf der Oberseite der Blätter. Bei Landpflanzen befinden sich die Stomata in der Regel auf der Blattunterseite. Am auffälligsten sind neben dem Wasser-Knöterich (Persicaria amphibia) die Vertreter der Seerosengewächse, Seerose (Nymphaea alba) und Teichrose (Nuphar lutea).
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Hier leben nahezu vollständig untergetauchte Wasserpflanzen, die auch unterhalb der Wasserlinie Blätter aufweisen, die dann oft stark zergliedert sind, um die Oberfläche für den Stoffaustausch zu vergrößern. Namengebend ist das Laichkraut (Potamogetum spec).
- Die Pflanzen dieser Zone sind vollständig untergetaucht. Blütenpflanzen wie das wurzellose Hornblatt (Ceratophyllum spec.), Tausendblatt (Myriophyllum spec.), Wasserpest (Elodea canadensis) und Wasserschraube (Vallisneria spec., in den Aquarien im Mediterranhaus) können nicht in eine Tiefe über 10 m vordringen, da der Wasserdruck ihr Aerenchym zerstören würde. Wenn das Licht ausreicht, können aber Moose, zum Beispiel das Quellmoos (Fontinalis antipyretica) und Algen bis zu 30 Meter Tiefe vorkommen. So bilden die Armleuchteralgen (Characeae) die unterste Zone der unterseeischen Wiesen.
Die einzelnen Zonen des Litorals bilden für Tiere unterschiedliche ökologische Nischen, die es ihnen ermöglichen, trotz ähnlicher Nahrungsansprüche Konkurrenz zu vermeiden.
Beispiele:
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Die Stockente (Anas platyrhynchos) ist bei der Nahrungssuche nur in seichteren Uferzonen zu finden, da sie beim Gründeln nicht abtaucht. Der Höckerschwan (Cygnus olor) kann mit seinem längeren Hals den Boden in tieferem Wasser nach Nahrung durchsuchen, während der Haubentaucher (Podiceps spec.) in größeren Tiefen Jagd nach Fischen macht.
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