Botanischer Garten Kiel Botanischer Garten Kiel  

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Mediterranhaus

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Das Mediterranhaus im Botanischen Garten Kiel

Utricularia longifolia

Utricularia longifolia ist ein insectivorer Wasserschlauch, der in Brasilien endemisch ist. Er blüht im Insektivorenhaus im Innenhof der Schaugewächshäuser.

Das Mediterranhaus ist den Pflanzen aus den sogenannten Winterregen-Gebieten der Erde gewidmet. Klimatisch zeichnen sich diese Regionen durch mediterrane Bedingungen, also warm-trockene Sommer und feucht-kühle Winter aus. Dementsprechend ist das Mediterranhaus im Botanischen Garten Kiel ein Kalthaus mit Sommertemperaturen von 15-30°C und Wintertemperaturen, die nachts bis auf 5-10°C absinken können. Im Sommerhalbjahr dient es häufig unseren Veranstaltungen.

Geographische Schwerpunkte des Hauses sind das Mittelmeergebiet und die Kanarischen Inseln, das südafrikanische Kapland und die Hartlaubzonen Kaliforniens, Süd-Chiles und Australiens. Besonders auffallende Pflanzengruppen des Hauses sind Banksia, Hakea und andere Proteengewächse, Eucalyptus-Arten, südamerikanische Sophora und Cordyline sowie mittelmeerische Charakterpflanzen wie die Korkeiche Quercus suber oder der Johannisbrotbaum.

Viele Pflanzen der Winterregengebiete zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen aus, der als würzig-aromatischer Duft beim Betreten des Hauses wahrgenommen werden kann (z.B. Lorbeer, Eukalyptus, Myrte).

 

Johannisbrotbaum Mediterranhaus Kiel
Ceratonia siliqua, der Johannisbrotbaum, ist ein charakteristischer Vertreter mediterraner Flora.
 

Insectivorenhaus

Insectovoren Fleischfressende Pflanzen Kiel Botanischer Garten

Fragt man Kinder, was sie im Botanischen Garten sehen möchten, dann nennen sie fast immer zuerst die Fleischfressenden Pflanzen (manchmal nach den Schildkröten, tropischen Pfeilgiftfröschen und Fischen im Aquarium). Kaum eine andere Pflanzengruppe weckt so viel Interesse, und doch ist den meisten Besuchern nur wenig über die Lebensweise dieser Pflanzen bekannt. Weltweit gibt es mehr als 600 Pflanzenarten, die in der Lage sind, Insekten oder kleine Wassertiere zu fangen und zu verdauen. Den Pflanzen erlaubt diese zusätzliche Nahrungsquelle, an extrem nährstoffarmen Standorten zu überleben. Im neuen, vom Freundeskreis des Botanischen Gartens finanzierten Insectivorenhaus, das vom Innenhof aus zu besehen ist, können wir eine große Auswahl aus der Vielfalt dieser Ernährungskünstler zeigen. Zu sehen sind Arten aus Nordamerika, die bei uns auch ganzjährig im Freiland kultiviert werden können, südafrikanische Sonnentauarten, Arten der Tepuis in Venezuela bis hin zu tropischen Kannenpflanzen. Besehen Sie sich die Schlauchpflanzen (Sarracenia), die Kobrapflanze (Darlingtonia), oder auch die Venusfliegenfalle (Dionaea), mit ihren bekannten Klappfallen. Im Sommerhalbjahr sind im Teich im Innenhof der Schaugewächshäuser weitere Arten zu sehen, die in den Anzuchtshäusern überwintern, etwa große Sonnentauarten (Drosera) aus Südafrika. Die tropischen Kannenpflanzen (Nepenthes) sind auch im Tropenhaus zu finden. Wenigstens ein, zwei Mal im Jahr gibt es bei uns spezielle Führungen zu den Insectivoren.

Insectivorenhaus Fleischfressende Pflanzen Botanischer Garten Kiel

 
Aquarien
Die Wasserpflanzenbecken (Aquarien) ergänzen das Sumpf- und Wasserpflanzenspektrum im Victoriahaus, in dem untergetauchte Pflanzen weniger gut darstellbar sind als in Aquarien. Die Zierfische, Garnelen und Schnecken in diesen Aquarien beleben zwar das Bild ungemein und tragen zur Ökologie dieser winzigen Lebensräume bei, doch gilt das Augenmerk bei der Gestaltung ganz den Pflanzenarten, unter denen besonders Vertreter der typischen Wasserpflanzen-Familien Hydrocharitaceae (Gattung Vallisneria) und Alismataceae (Gattung Echinodorus) zahlreich vorhanden sind. Von Familien und Gattungen mit Land- und Wasserpflanzen sind untergetauchte Araceen (Cryptocoryne) und Amaryllidaceen (Crinum) vertreten. An die fein zerteilten Blätter des Tausendblattes (Myriophyllum) erinnern Doppelgänger aus anderen Familien mit feinzerteilten Unterwasserblättern wie Limnophila und Hydrotriche (Plantaginaceae). Weitere untergetaucht wachsende Pflanzen anderer Familien (z.B. Acanthaceae, Aponogetonaceae, Lythraceae) sind hier ebenfalls vertreten.
Aquarien im Mediterranhaus Kiel
Mehrere Aquarien präsentieren die Wasserpflanzen verschiedener Erdteile.
 

Kamelien

Kamelien im Mediterranhaus Kiel

Camellia japonica ist eine Pflanzenart aus der Familie der Teestrauchgewächse (Theaceae). Sie stammt aus Ostasien.

Im Mediterranhaus ist eine Gruppe von Kamelien ausgepflanzt, die von Dezember bis Februar eine außerodentliche Blütenfülle entfaltet. Camellia japonica wächst als sehr langlebiger, immergrüner Strauch oder kleiner Baum und erreicht in ihrer Heimat Wuchshöhen von 1,5 bis 6 (selten bis 11) Meter. Unsere Exemplare sind rund 60 Jahre alt und zwischen drei und vier Meter hoch.

Die sehr kurz gestielten Blüten stehen einzeln oder paarweise in den Blattachseln. Ihre sechs bis sieben (bei manchen Sorten auch mehr) ei- bis verkehrt eiförmigen Blütenkronblätter sind weiß, rosa bis rot. Die vielen unbehaarten Staubblätter sind 2,5 bis 3,5 cm lang; sie können zu Blütenkronblättern umgezüchtet werden. Man nennt sie dann petaloid. In Ostasien reicht die Blütezeit von Januar bis März; die Kamelien-Sorten blühen in Kultur im Spätwinter bzw. Frühjahr.

Mediterranhaus Kiel Neuguinea Rhododendron

Aus Neuguinea stammen bei uns nicht winterharte Rhododendren, die sich hier im Kalthaus als sehr blühfreudig erweisen.


 

  Dr. Martin Nickol M.A., FLS 15. August 2015 © Bilder: Dr. Martin Nickol