Ptilotus

Der australische Ptilotus gehört in die Familie der Amaranthaceae.
Campanula System Kiel
Campanula saxifraga subsp. aucheri (A.DC.) Ogan., synonym mit Campanula ruprechtii Boiss., wächst im Iran und repräsentiert die Campanulaceae (Glockenblumen-
gewächse).
Die Familie der Cactaceae (Kakteengewächse) gehört in die Ordnung der Caryophyllales (Nelkenartige).
Mammillaria plumosa
Botanischer Garten Kiel Botanischer Garten Kiel  

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

System der Pflanzen

  || Zurück ||
   

Nemophila maculata im Botanischen Garten Kiel

Nemophila maculata Benth. ex Lindl. ist eine einjährige Boraginacee (Rauhblattgewächse), die in Kalifornien endemisch ist. Sie lebt dort in der Sierra Nevada und im Tal von Sacramento besonders häufig. Sie wird von Solitärbienen bestäubt, denen die auffallenden Punkte auf den Blütenblättern gelten.

 

Das System der Pflanzen im Botanischen Garten Kiel
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles in Ordnung

In unserer systematischen Abteilung können Sie sich über die verwandtschaftlichen Verhältnisse von Pflanzen informieren. Um die Zugehörigkeit verschiedener Familien zu einer bestimmten Unterklasse verständlicher zu vermitteln, sind die acht Unterklassen der ein- und der zweikeimblättrigen Pflanzen, die Ordnungen und Klassen mit eigenen Etiketten beschildert. Den Besuchern wird dadurch verdeutlicht, dass beispielsweise der Sauerdorn (Berberis vulgaris, Familie der Berberidaceae) und die Sumpfdotterblume (Caltha palustris, Familie der Ranunculaceae) zu derselben Unterklasse der Magnoliidae gehören. Beide Gattungen müssen also über bestimmte gemeinsame Merkmale verfügen. Durch die genauere Beobachtung der Pflanzen können Sie sowohl die gemeinsamen (Kategorie der Unterklasse) als auch die trennenden (Kategorie der Familie) Charakteristika herausfinden und so das ganze hierarchische System der Pflanzen besser verstehen.

Das System der Samenpflanzen zeigt die Verwandtschaft der heute lebenden Samenpflanzen und gibt Hinweise auf ihre Abstammungslinien. Neben den Nacktsamigen Pflanzen wie Koniferen, Ginkgo oder Palmfarnen bestimmen vor allem die Bedecktsamigen Pflanzen das Pflanzenkleid der Erde. Die Nacktsamer produzieren ihre Samen in offenen Zapfen, die Bedecktsamer schützen den Samen durch die Umhüllung mittels ihrer Fruchtblätter.

Besonders die gemeinsame Entwicklung von Blütenpflanzen und Insekten hat zu einer ungeheuren Artenvielfalt geführt. Diese zu ordnen und die Abstammungsverhältnisse zu klären ist Ziel der Pflanzensystematik. Den Wurzeln der ersten Blütenpflanzen stehen heute Seerosen, Sternanis und Amborella trichopoda am nächsten (ein kleiner Strauch, der nur auf einer kleinen Insel im süd-westlichen Pazifik beheimatet ist). Zu den Magnolienartigen gehören neben Magnolien, Lorbeer, Pfeffer und Pfeifenwinden. Allen gemeinsam ist der einfache Bau des Holzes sowie bestimmte Inhaltsstoffe. Aus den Vorfahren dieser Gruppe haben sich die beiden anderen großen Abstammungslinien entwickelt: die Einkeimblättrigen (Lilien, Palmen und Gräser) und die Zweikeimblättrigen Pflanzen (Clematis, Nelken, Rosen, Astern).

Wir beginnen auf der dem Großen Teich zugewandten Seite des Systems mit den ursprünglichen Vertretern der zweikeimblättrigen Pflanzen (Dicotyledoneae = Magnoliatae), den Magnoliengewächsen (Magnoliaceae) und enden bei den höher entwickelten Körbchenblütlern (Asteraceae) dieser ersten Klasse der Magnoliophytina. Unter "Magnoliophytina" versteht man eine Unterabteilung der Samenpflanzen. Die Anlagen ihrer Samen sind in einem Fruchtknoten eingeschlossen, in dem sie zu Samen heranreifen.

Über den großen Hauptweg hinweg setzt sich das System mit der zweiten Klasse der Magnoliophytina, den einkeimblättrigen Pflanzen (Monocotyledoneae = Liliatae) fort. Hier finden Sie unter anderem verschiedene Vertreter der Lilien- und Schwertliliengewächse sowie der Orchideen, Süß- und Sauergräser. Zahlreiche Vertreter der beiden erstgenannten Familien überdauern die warm-trockene Jahreszeit unterirdisch als Zwiebel, Knolle oder Rhizom, die oberirdischen Organe wie Stengel, Blätter, Blüten und Früchte entwickeln sie nur im zeitigen Frühjahr bzw. im Herbst und "sterben" schon im Frühsommer zumindest oberirdisch ab. Daher erwecken manche Beete über lange Zeit des Jahres den Anschein, unbewachsen zu sein. Dafür aber erfreuen im Hochsommer die Canna und die Freilandbananen Kiels.

 

 

 

Der Stammbaum der Pflanzen ...

Noch ist das System der Pflanzen im Botanischen Garten Kiel als zentraler Bereich eines Botanischen Gartens nach einem wissenschaftlichen Stammbaummodell der Pflanzen von 1973 angeordnet. Die Systematik hat seither Riesensprünge gemacht, so daß wir über viel bessere Vorstellungen von den evolutionären Abläufen, der Untergliederung in die aufgeführten Gruppen, den Verwandschaftsbeziehungen der Gruppen zueinander und der Gruppenzugehörigkeit verschiedener Familien verfügen. Dieses System ist mittlerweile zumindest auf Familienebene weitgehend gesichert. Wir planen also, Mittel vorausgesetzt, den Umbau des Systems in eine zeitgemäße Fassung.

Indessen bietet das System des Botanischen Gartens noch immer - oder schon jetzt - hervorragende Möglichkeiten, an das Thema Systematik heranzuführen. Außerdem sind viele Bestimmungsbücher nach wie vor an die älteren Stammbaummodelle angelehnt, selbst der in Gärtnerkreisen viel benutzte "Zander" ist noch dem relativ Alten verhaftet.


 

 

Die Entwicklung des Pflanzenlebens auf der Erde

Tertiär und Quartär vor 65 Millionen Jahren bis heute
Weiterentwicklung bedecktsamige Pflanzen (Diversifizierung und Radiation)
Entwicklung der Säugetiere
Entstehung der Affen und später des Menschen
Weiterentwicklung der Insekten

 
  
Kreide vor 145 - 65 Mill. Jahren
Entwicklung und Verbreitung der bedecktsamigen Pflanzen (Blütenpflanzen)
 Aussterben der Dinosaurier
 
  

Jura vor 200 - 145 Mill. Jahren
Palmfarne, Nadelgehölze und Farne weit verbreitet
Dinosaurier dominieren
Entwicklung der Vögel
Entwicklung der Insekten
 
  

Trias vor 245 - 200 Mill. Jahren
Schachtelhalme und Ginkgos weit verbreitet
Palmfarne
Beginn des Siegeszugs der Dinosaurier
Erste kleine Säugetiere
 
  

Perm vor 290-245 Mill. Jahren
Pflanzen der „Steinkohlewälder“ sterben aus
Weiterentwicklung der Reptilien
 
  

Karbon vor 360 - 290 Mill. Jahren
Sumpfwälder aus Baumförmigen Farnen und Bärlappen („Steinkohlewälder“)
Entstehung der Moose
Vorfahren der Nacktsamigen Pflanzen
Erste Reptilien
 
  

Devon vor 410 - 360 Mill. Jahren
Weiterentwicklung der Landpflanzen
(Erste Vorfahren der Bärlappe, Schachtelhalme und Farne)
Erste Amphibien
Weiterentwicklung der Fische
 
  

Silur vor 435 - 410 Mill. Jahren
Erste einfache Landpflanzen: Cooksonia
Erste luftatmende Wirbeltiere (Fische)
 
  

Ordovicium vor 500 - 435 Mill. Jahren
Lebermoose
Erste Wirbeltiere in den Meeren

 
  
Kambrium vor 570 – 500 Mill. Jahren
Erste Algen & erste Tiere in den Meeren

 
  
Präkambrium – vor über 570 Mill. Jahren
Beginn des Lebens
Erste Einzeller & Cyanobakterien

Merke: Wir haben die besten Originale aus 3,5 Milliarden Jahre Evolution - wer kann das sonst noch bieten?

 

 

  Dr. Martin Nickol M.A., FLS 26. Juni 2011 © Bilder: Dr. Martin Nickol