Herbarium Kiel Herbarium KIEL  

Universitatis Kiliensis

Herbarium


 
 
Indigofera oblongifolia

Indigofera oblongifolia, der Langblättrige Indigo, wurde von Forsskal auf der Reise nach Arabien erstmals entdeckt und beschrieben. Ein Pflanzenbeleg scheint nicht mehr zu existieren. Wilhelm Schimper sammelte unter der Nummer 773 am Silvestertag 1835 diesen, nun vermutlich ältesten Herbarbeleg, dessen Anerkennung als Neotypus momentan bearbeitet wird. Seine Ortsangabe: "In aggeribus arenosis circa cisternas ad oppidum Dscheddam." Der Ort Dschidda liegt in Arabien.

Indigofera oblongifolia

Diese Pflanze wird gerade medizinisch wegen ihrer Heilwirkung bei bestimmten Leberschädigungen des Menschen untersucht. Unter dem Namen "Hasr" wird sie in Arabien seit langem als Analgetikum, Antiinflammatorium, gegen Insektenstiche, Schlangenbisse und Schwellungen angewandt. Um so wichtiger ist es, den Typus dieser Pflanzenart exakt zu kennen, um sicherzustellen, welches Pflanzentaxon benutzt und getestet wird. Den ältesten Beleg von Indigofera oblongifolia verwahrt das Herbarium KIEL.

1888 galt: Dschidda (Dschedda), Stadt in der arab. Landschaft Hidschas, zwei Tagereisen westlich von Mekka, liegt auf einer kleinen Anhöhe am Roten Meer und wird auf der Landseite von einer Mauer umschlossen. D. ist gut gebaut, hat ungepflasterte, breite Straßen und hohe, steinerne Häuser. Die Vorstädte bestehen nur aus elenden Beduinenhütten, und die Umgebung ist Wüste. Quellwasser fehlt, Zisternen dienen zum Auffangen des Regens. Die Hauptgebäude sind: die Residenz des Gouverneurs, das Zollhaus, einige Moscheen, mehrere große Chane und das Kastell am Südende der Stadt.
Außerhalb der Mauern findet sich ein roher Steinbau, ca. 12 und 50 m an den Seiten messend, den die Moslems »Evas Grab« nennen. Die Bewohner, deren Zahl auf 22,000 angegeben wird, sind ein Gemisch der verschiedensten orientalischen Völker. D. verdankt seine Bedeutung allein seiner Eigenschaft als Hafenplatz von Mekka. Tausende von Pilgern landen hier jährlich, obschon der Zuzug derselben immer geringer wird (1879: 42,860, aber 1883 nur noch 28,883), und der Schiffsverkehr ist ein außerordentlich reger.
Die Reede wird durch Korallenbänke gefährlich, freilich aber auch einigermaßen geschützt. Das Klima ist heiß und sehr ungesund. Eingeführt werden: Getreide, Reis, Butter, Tabak, Öl, Moschus, Räucherwerk, Gewürze, Teakholz, Kokosnüsse, Musselin, Shawls, Manufakte, Kleider, Sklaven; ausgeführt dagegen: Perlen und Perlmutter, schwarze Korallen, Pferde aus Nedschd, Esel, Kaffee, Mekkabalsam, Senna u. a. Der Handel ist teils und hauptsächlich nach Ägypten und Abessinien, teils nach dem Innern des Landes gerichtet, jedoch gleichfalls in starkem Rückgang begriffen (Einfuhr 1876: 1,837,166 Pfd. Sterl., 1879: 1,676,850 Pfd. Sterl., 1883: 828,625 Pfd. Sterl.; Ausfuhr 1879: 424,125 Pfd. Sterl., 1883: 66,325 Pfd. Sterl.). Infolge des berüchtigten Blutbades vom 15. Juni 1858, welches die Mohammedaner unter der christlichen Bevölkerung anrichteten, wurde D. drei Tage lang von einem englischen Kriegsschiff bombardiert.

 
 

 
01.01.2011   Dr. Martin Nickol M.A., FLS