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"Hinter den Kulissen". Die Kieler Rechtswissenschaftliche Fakultät im Nationalsozialismus

Prof. Dr. Jörn Eckert


Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität wurde nach 1933 zur nationalsozialistischen "Stoßtruppfakultät" umgebaut. Hinter den Kulissen agierte dabei namentlich der Sicherheitsdienst der SS, der über Persönlichkeiten wie den Rechtshistoriker Karl August Eckhardt und den Staatsrechtler Paul Ritterbusch erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Christian-Albrechts-Universität unter dem Nationalsozialismus ausübte. Dies gilt namentlich für Eckhardt, der seit 1934 als Hauptreferent für die Fächer Recht, Staat, Politik, Wirtschaft und Geschichte in der Hochschulabteilung des Reichswissenschaftsministeriums bei der Neubesetzung aller geisteswissenschaftlichen Lehrstühle des Reiches an der politischen Schaltstelle saß. Darüber hinaus war er der maßgebliche Mann im Ministerium für die nationalsozialistische Umgestaltung der Universitätsverfassung und der Studienordnungen.

Die Nationalsozialisten hatten mit der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität von Anfang an Besonderes im Sinn. Sofort nach der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 schufen sie mit einem nahezu kompletten personellen Austausch und einer grundlegenden organisatorischen Umwälzung die Voraussetzungen, um die Fakultät zur nationalsozialistischen "Stoßtruppfakultät" im Reich zu machen. Dieser unter dem Namen "Kieler Schule" bekannt gewordene Versuch, eine ganze Fakultät und unter ihrer Führung eine ganze Universität geschlossen in den Dienst der Politisierung der Wissenschaft zu stellen, hob die Kieler Juristenfakultät nach 1933 unter den deutschen Rechtsfakultäten, aber auch unter den anderen Kieler Fakultäten hervor. Sie bildete die beherrschende Erscheinung im Rahmen der Bestrebungen nach einer umfassenden "völkischen Rechtserneuerung".


Zum Weiterlesen:
Eckert, Jörn: Hinter den Kulissen (pdf). Die Kieler Rechtswissenschaftliche Fakultät im Nationalsozialismus. In: Christiana Albertina. Forschungen und Berichte aus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 58 (2004), S. 18-32.



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