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Das Kieler Studentenwerk im Nationalsozialismus



Die nicht politisch ausgerichtete Kieler Studentenhilfe wurde 1933 in das Studentenwerk eingegliedert und damit als eigenständiges karitatives Organ ausgeschaltet. Wie alle lokalen Studentenwerke wurde schließlich auch jenes in Kiel 1934 als "Studentenwerk Kiel e.V., Zweigstelle des Reichsstudentenwerks" den Weisungen der Zentrale in Berlin unterstellt.

Neben den früheren sozialen Tätigkeiten wie Mensaspeisung, Arbeits- oder Wohnungsvermittlung kamen nun Maßnahmen zur "Förderung der Volksgesundheit" hinzu. Darüber hinaus leistete das Studentenwerk einen Beitrag zur ideologischen Erziehung und zur nationalsozialistischen Elitenbildung, indem es Förderungen nicht mehr aufgrund wissenschaftlicher Qualifikation und sozialer Bedürftigkeit, sondern vor allem aufgrund ideologischer und politischer Gesinnung und Zuverlässigkeit vergab.

Ein weiteres Instrument zur Durchdringung des Studentenalltags waren sogenannte "Kameradschaftshäuser", nationalsozialistische Wohnheime, die jenen Studenten günstige Wohnmöglichkeiten boten, die ihren ideologischen Auswahlkriterien entsprachen. In Kiel wurde beispielsweise das Christian-Albrechts-Haus zu einem Kameradschaftshaus und "Führerhaus des NSDStB" (Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund). Oft war finanzielle Förderung nur bei Zugehörigkeit zu einem solchen Haus zu erlangen.

Die ideologische Indoktrinierung der Kieler Studenten wurde außerdem vom "Amt für politische Schulung der Kieler Studentenschaft" intensiviert, das sich die politische Erziehung der Gesellschaft zum Ziel gesetzt hatte. Der deutsche Student sollte geschult werden "zum politischen Menschen, zum politischen Soldaten", wie es im Sommer 1939 in einem Bericht des Amtes hieß.

Im Gegensatz zu Frank-Michael Kuhlemann geht der Kieler Geschichtsdidaktiker Manfred Hanisch davon aus, dass der Gleichschaltung der Universitäten kein Widerstand entgegengehalten wurde und die nationalsozialistische Durchdringung in allen Bereichen des universitären Lebens umfassend erfolgen konnte.
sas


Literaturangaben

Hanisch, Manfred: Eine Universität in Deutschland. Zur Lage der Studenten an der Universität Kiel im Dritten Reich. In: Pohl, Karl Heinrich (Hrsg.): Die Pädagogische Hochschule Kiel im Dritten Reich. Bielefeld 2001, S. 56-71.



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