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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Die Erfahrungen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft
und die Idee der Universität



Gerhard Fouquet, Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Prorektor sowie designierter Präsident der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel widmet seinen Essay dem verstorbenen Kieler Rektor und Rechtshistoriker Professor Jörn Eckert. Fouquet beschäftigt sich darin mit der Rolle der Universität im Staat.

Der Historiker geht von der während des Nationalsozialismus "pervertierten" Universität, für die er beispielhaft die Vorgänge an der Christiana Albertina darstellt, aus. Er verneigt sich vor den wenigen Wissenschaftlern, die den Mut zu einer eigenen Meinung hatten und dadurch Leben, Gesundheit oder ihren Beruf verloren. Vor diesem Hintergrund betrachtet Fouquet Karl Jaspers' Schrift "Die Idee der Universität", die 1945 entstanden war. Als Historiker interessiert ihn die "im Verhältnis zur Erfahrung der Zeitgenossen merkwürdig historisch-politische Sterilität der Schrift". Wie Hannah Arendt, mit der sich Jaspers über seinen Text austauschte, kritisiert Fouquet das Modell einer Universität, die nur auf sich selbst bezogen ist und fragt "Wie politisch sollte und durfte die Universität 1945/46 sein?"

Durch die Erfahrungen allzu lascher Entnazifizierungen auch im Wissenschaftsbereich sieht Fouquet seine These bestätigt, die "von Jaspers beschriebene unentschiedene staatlich-staatsfreie Verfasstheit verhinderte bei allen Bekenntnissen zur Autonomie ein selbstbewusstes, selbstverantwortetes und wie selbstverständlich partnerschaftlich mit dem Souverän getragenes bildungs- wie gesellschaftspolitisches Rollenverständnis der Universitäten".

Der Kieler Historiker und zukünftige Universitätspräsident fordert abschließend eine "neue demokratische Universität", die "im gesellschaftlichen Raum ... ein ebenso selbstbewusstes wie verantwortbares politisches Mandat für ihre Sache" wahrnehme.
sck




Literaturangaben



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