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Dr. Wolf Bodenheimer

geb. 23. Juli 1905 in Frankfurt/Main; gest. 31. Mai 1975 in Jerusalem
Einrichtung: Chemie


Der Chemiker Wolf Bodenheimer folgt seinem Lehrer Professor Karl Lothar Wolf von Karlsruhe nach Kiel, wo er 1931 bei ihm promoviert und anschließend als Assistent eingestellt wird.

Am 1. Juli 1933 wird Bodenheimer aufgrund seiner »nicht-arischen« Abstammung entlassen. Da ihm klar ist, dass es ihm nicht mehr möglich ist, in Deutschland zu arbeiten, nutzt er seine ausländischen Kontakte und bittet um eine Tätigkeit in Cambridge. Die Gutachten, die über den 28-jährigen Chemiker eingeholt werden, sind äußerst positiv. Auch der mittlerweile als Universitätsdirektor eingesetzte Karl Lothar Wolf unterstützt seinen ehemaligen Assistenten. Bodenheimer erhält im September eine Einladung nach England, um dort seine Studien fortzusetzen.

Da die finanzielle Situation des Chemikers ungesichert ist, bittet er den »Academic Assistance Council«, der emigrierten Wissenschaftlern befristete Unterhaltungsbeihilfen zuteilt, um ein Stipendium – vergebens. Er folgt der Einladung trotzdem und geht nach London. Um sich über Wasser zu halten gründet Bodenheimer mit anderen Emigranten ein Laboratorium, in dem koschere Suppenwürfel hergestellt werden. Als er beim »Academic Assistance Council« um ein Darlehen anfragt, wird dieses auch abgelehnt. Bodenheimer, der sich von der Hilfsorganisation völlig im Stich gelassen fühlt und dies auch nach dem Krieg in einem wütenden Schreiben zum Ausdruck bringt, arbeitet daraufhin als Chemiker in einem Londoner Unternehmen und später während des Krieges in der Metallchemie, bevor er als Fellow in das »Royal Institute of Chemistry« (Königliches Institut für Chemie) in London aufgenommen wird.

Nach dem Krieg, im Jahre 1950, wandert er nach Israel aus und wird Gründungsmitglied der »Israel Chemical Society« (Gesellschaft für Chemie). Ab 1952 hält er gelegentlich Gastvorträge an der Hebrew University, Jerusalem. Nach Deutschland kehrte er nicht zurück.

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Literaturangaben

► Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
► DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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