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Walter Bülck |
Professor Dr. Walter Bülckgeb. 7. März 1891 in Hamburg; gest. 20. April 1952 in HamburgEinrichtung: Praktische Theologie 1916 wird der Theologe Walter Bülck Pfarrer in Kellinghusen und habilitiert sich 1921 in Kiel als Privatdozent für Praktische Theologie. Sein Lehrer ist der liberale Theologe Otto Baumgarten. Von 1919 bis 1922 ist Bülck Mitglied der "Deutschen Volkspartei". 1925 erhält er in Kiel einen Lehrauftrag für schleswig-holsteinische und nordische Kirchenkunde. 1931 übernimmt er den Lehrstuhl für Praktische Theologie, ein Jahr später wird er beauftragt, die akademischen Gottesdienste abzuhalten. 1934 wird er in den "Schleswig-Holsteinischen Hochschulblättern", dem Organ der Kieler Studentenschaft, das seit den späten zwanziger Jahren nationalsozialistisches Gedankengut propagiert, scharf angegriffen. Der Konflikt spitzt sich zu, als er sich gegen die Berufung eines Ordinarius ausspricht, der den nationalsozialistischen Rassegedanken unterstützt. Es beginnt eine Hetzkampagne gegen den Theologen, der als "Liberaler", "Demokrat" und "Baumgartenschüler" beschimpft und dessen Frau aufgrund ihrer "nicht-arischen" Abstammung ebenfalls angefeindet wird. Sein Kollege Hermann Mandel wirft ihm vor, "dem Totalitätsanspruch des Nationalsozialismus den des Christentums" entgegenzustellen. 1935 wehrt Bülck sich juristisch gegen diese Äußerung und bekommt Recht. Trotz dieses Erfolgs vor Gericht wird der in den Augen der Nazis missliebige Ordinarius 1936 gezwungen, eine schlechter bezahlte Stelle in Greifswald anzunehmen. 1945 verlässt Bülck Greifswald und geht nach Hamburg, wo er einen Lehrauftrag für Religionsgeschichte erhält und eine Pfarrstelle in Altona übernimmt. Da sowohl sein Versuch, an die Universität Greifswald zurückzukehren, als auch sein Antrag auf Emeritierung scheitern, bleibt Bülck in Hamburg, wo er bis zu seinem Tod lebt. ba Literaturangaben
Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
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