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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Professor Dr. Wilhelm Caspari

Dieser Artikel wird z.Z. überarbeitet

geb. 3. November 1876 in Memmingen; gest. 3. Februar 1947
Einrichtung: Alttestamentliche Theologie und
morgenländische Religionsgeschichte


Wilhelm Caspari habilitiert sich 1904 in Erlangen und ist seit 1915 Professor in Breslau, bevor er 1922 nach Kiel berufen wird. Vor seiner Berufung an die Christian-Albrechts-Universität hat er unter anderem Studien über die Bundeslade und die israelitischen Propheten veröffentlicht. Viele seiner Artikel erscheinen in den einflussreichen Zeitschriften "Theologische Studien und Kritiken" und "Neue Kirchliche Zeitschrift".

Der Theologe ist Mitglied der Bekennenden Kirche, die sich gegen die nationalsozialistisch vereinnahmte Landeskirche stellt, und nimmt an den illegalen Examensprüfungen der "Vorläufigen Kirchenleitung“ der Bekennenden Kirche teil. 1935 setzt er sich gegen diffamierende Äußerungen seines Kollegen Hermann Mandel zur Wehr und fordert ein Disziplinarverfahren, was von der Universitätsleitung abgelehnt wird. Da die alttestamentliche Wissenschaft während des Nationalsozialismus größte Schwierigkeiten hatte, sich zu legitimieren, wird die Arbeit des Theologen zusätzlich erschwert.

1935 versucht das Kultusministerium Caspari nach Halle zu versetzen, was die dortige Universität ablehnt. Noch im selben Jahr erfolgt seine Beurlaubung, ein Jahr darauf wird er von seinen Pflichten entbunden. Das Reichserziehungsministerium gibt für sein Vorgehen keine Gründe an. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Caspari aus anderen, nicht näher bekannten Umständen beurlaubt worden sei, was ihm die Besetzung einer Pfarrstelle unmöglich macht.

1945 stellt die Theologische Fakultät Kiel einen Antrag auf Wiedergutmachung und möchte den Theologen auf seinen ehemaligen Lehrstuhl zurückholen. Da der Ordinarius mittlerweile 69 Jahre alt ist, wird ihm angeboten, die Vertretung eines nicht besetzten Lehrstuhls zu übernehmen. Caspari lehrt daraufhin zwei Jahre in Kiel, bevor er 1947 an den Folgen eines Unfalls stirbt.
ba


Literaturangaben

  • Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
  • Prehn, Wolfgang (Hrsg.): Zeit, den schmalen Weg zu gehen. Zeugen berichten vom Kirchenkampf in Schleswig Holstein. Kiel 1985.
  • Alwast, Jendris: Geschichte der Theologischen Fakultät. Von Beginn der preußischen Zeit bis zur Gegenwart (Geschichte der Christian-Albrechts-Universität 1665-1965, Bd. 2, Teil 2). Kiel 1988.
  • DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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