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Privatdozent Dr. Willy Feller

geb. 7. Juli 1906 in Zagreb/Kroatien; gest. 14. Januar 1970 in New York
Einrichtung: Mathematik


Der als Vilim Feller geborene Mathematiker gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Wahrscheinlichkeitstheorie. Sein zweibändiges Hauptwerk "An Introduction to Probability Theory and its Applications" (1950-61) zählt zu den bedeutendsten mathematischen Abhandlungen des 20. Jahrhunderts und erscheint in russischer, polnischer, chinesischer, spanischer und ungarischer Sprache.

Willy Feller studiert an der Universität Zagreb, bevor er an die Universität Göttingen wechselt. 1926 promoviert er bei Richard Courant. Ab 1928 lehrt er in Kiel, wo er sich ebenfalls habilitiert.

Nach dem Inkrafttreten des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" (BBG) ist jedes Mitglied des Lehrkörpers verpflichtet, einen Fragebogen auszufüllen, um den seit April 1933 notwendigen "Ariernachweis" zu erbringen. Feller gibt an, dass sein Vater "gemischt", also zur Hälfte "nicht-arisch" war, er selbst gilt also als "Vierteljude". Dies führt zu der Forderung der Freien Kieler Studentenschaft, den Mathematik-Dozenten zu beurlauben. Sein Kollege Erhard Tournier denunziert Feller zusätzlich, indem er dessen jugoslawische Herkunft aufdeckt. Professor Theodor Kaluza setzt sich vergebens für Feller ein. Am 9. September 1933 wird Feller die Lehrbefugnis unter Anwendung des BBG entzogen. Noch im selben Jahr verlässt er Deutschland.

Er arbeitet zunächst bis 1934 in Kopenhagen, Dänemark, anschließend in Stockholm und Lund (von 1934 bis 1939), Schweden, bevor er mit seiner Frau Clara Mary Nielsen in die USA emigriert. 1944 erlangt er die amerikanische Staatsbürgerschaft und lehrt bis 1945 an der Brown University, Providence. Nebenbei fungiert er als einer der Herausgeber der 1940 gegründeten Fachzeitschrift Mathematical Reviews. 1945 erhält er einen Ruf an die Cornell University, New York, und fünf Jahre später übernimmt er einen Lehrstuhl an der Universität in Princeton. Kurz vor seinem Tod wird ihm 1970 die National Medal of Science für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen verliehen.
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Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
Rota, Gian Carlo: Fine Halls in its Golden Ages. Remembrances of Princton in the early fifties, www.princton.edu



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