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Professor Dr. Abraham Halevy (Adolf) Fraenkel

geb.17. Februar 1891 in München, gest. 15. Oktober 1965 in Jerusalem
Einrichtung: Besondere Mengenlehre, Arithmetik und Beziehungen zur Philosophie


Fraenkel studiert in München, Marburg, Berlin und Breslau. In Marburg promoviert er 1914 mit einer Dissertation über die Teiler der Null und die Zerlegung von Ringen.

Obwohl er von 1914 bis 1918 Kriegsdienst leistet, habilitiert er sich 1916. Durch seine Arbeit "Theorie unscharfer Mengen" und für sein Hauptwerk "Einleitung in die Mengenlehre" (1919) wir er weltbekannt. 1928 wird der 37-jährige Fraenkel an die Kieler Universität berufen.

Fünf Jahre später, am 25. April 1933, wird er beurlaubt, da er nach dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" als Jude gilt, obwohl eine Ausnahmeregelung auf ihn zutrifft, die es ehemaligen Frontkämpfern erlaubt, an der Universität zu bleiben. Einen Tag später stellt er selbst einen Antrag auf Beurlaubung und Versetzung in den Ruhestand, die am 9. September 1933 erfolgt. Ab Ende des Jahres werden ihm keine Bezüge mehr gezahlt. Fraenkel bemüht sich schon ab Mai 1933 darum, an die Universität Jerusalem zurückkehren zu können, wo er bereits als Gastprofessor gelehrt hat. Er stellt einen Antrag auf Wohnsitzverlegung, der im Oktober 1933 schließlich genehmigt wird.

Die erste Zeit in Jerusalem ist für Fraenkel finanziell äußerst schwierig, da er kein Gehalt bekommt. Zwar werden ihm 1934 Gnadenbezüge aus Deutschland zuerkannt, aber die Beihilfen für seine Kinder mit der Begründung gestrichen, dass sie in Jerusalem keine deutsche Erziehung erhielten. Sein Lohn wird auf ein Sperrmarkkonto in Deutschland überwiesen, auf das nur mit hohen Verlusten von Jerusalem aus zugegriffen werden kann.

Fraenkel, der von 1938 bis 1940 Rektor der Jerusalemer Universität ist, wird nach dem Krieg als Emeritus der Universität Kiel geführt. Im Zuge eines Wiedergutmachungsverfahrens erhält Fraenkel nach einer Entscheidung des Schleswig-Holsteinischen Finanzministeriums vom 15. Januar 1957 die ihm zustehenden Bezüge.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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