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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Universität Kiel und Nationalsozialismus

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Privatdozent Dr. Rudolf Heberle

geb. 3. Juli 1896 in Lübeck; gest. 20. April 1991 in Baton Rouge, Louisiana


Nachdem er im Ersten Weltkrieg gekämpft hat, studiert Rudolf Heberle in Göttingen, Königsberg, Freiburg, Marburg und Kiel, wo er bei seinem späteren Schwiegervater Ferdinand Tönnies 1923 in der Soziologie promoviert. Nach seiner Promotion lehrt er bis 1926 in Königsberg, und schließlich kehrt er 1928 nach Kiel zurück um hier bis zu seiner Emigration zehn Jahre später zu lehren.

Schon früh steht der Soziologe den Nationalsozialisten ablehnend gegenüber. Er erforscht die Ursachen für ihren Erfolg in Schleswig-Holstein in einer Studie, die 1934 kein Verlag drucken will, aber später große Beachtung finden wird. Unmittelbar nach der Machtergreifung 1933 bekommt Heberle Schwierigkeiten mit dem Dekan der Philosophischen Fakultät, der Heberles Vorlesungsthemen aus politischen Gründen für ungeeignet hält. Im November 1936 wird Heberle von einem Studenten denunziert: Er lehre "Marxismus", heißt es, was fast zu seiner Entlassung führt. Als er später trotzdem für eine Professur vorgeschlagen wird, stellt sich heraus, dass sein Urgroßvater Jude im Sinne der NS-Gesetzgebung war. Die Berufung wird fallengelassen.

Nachdem ihm 1937 das Privatdozentenstipendium und die Lehrauftragshonorare aus denselben Gründen verwehrt werden, nimmt er einen Ruf an die Louisiana State University an, wo er bis zu seiner Emeritierung 1963 bleibt. Dort wird er vor allem durch seine vergleichenden Studien über Massenbewegungen und Untersuchungen über den Wandel des "alten Südens" der USA bekannt. Auch macht er die Schriften Ferdinand Tönnies' in Nordamerika bekannt.

Heberle, dem nach Anerkennung seines Wiedergutmachungsverfahrens eine Professur in Kiel angeboten wird, lehnt diese ab und bleibt in den USA.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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