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Volkmar Herntrich |
Privatdozent Dr. Volkmar Herntrichgeb. 8. Dezember 1908 in Flensburg; gest. 14. September 1958 in Lietzow bei NauenEinrichtung: Altes Testament Volkmar Herntrich studiert Theologie in Tübingen, Kiel und Berlin, wo er 1930 sein Examen ablegt. Seit seiner Studienzeit ist er eng mit Dietrich Bonhoeffer befreundet. 1932 wird er Privatdozent in Kiel. Er ist Mitglied im Pfarrernotbund, der sich gegen die Übernahme des so genannten "Arierparagraphen" ausspricht und gehört zu den führenden Köpfen der Bekennenden Kirche. 1934 veröffentlicht er einen Vortrag über "Völkische Religiosität und Altes Testament", in dem er die Berechtigung des Alten Testaments gegen den nationalsozialistischen Antisemitismus verteidigt. Daraufhin sprechen sich die Gauleitung der NSDAP und der Rektor der Universität gegen einen Verbleib Herntrichs an der Kieler Universität aus. Im November 1934 wechselt der massiv unter Druck geratene Theologe an die katholische Hochschule in Bethel, seine universitäre Lehrbefugnis verliert er im folgenden Jahr. Nach der Schließung Bethels 1939 leitet er von 1940 bis 1942 das Evangelische Jugendwerk in Berlin-Dahlem und ist in dieser Zeit Opfer weiterer Repressionen wie Redeverboten, Hausdurchsuchungen, Verhören und vorübergehenden Verhaftungen. Ab 1942 ist er Hauptpastor der St. Katharinenkirche in Hamburg. Er ist Vorsitzender des Diakonischen Rates und ab 1948 Oberkirchenrat und stellvertretender Landesbischof. Ab 1949 lehrt er an der Theologischen Fakultät in Hamburg Alttestamentliche Exegese. 1956 wird er zum Bischof der Hamburgischen Landeskirche gewählt. Damit ist er der jüngste der deutschen evangelischen Bischöfe. Als Mitglied der Weltdienstkommission des Lutherischen Weltbundes vertritt er ökumenische Interessen und koordiniert Hilfseinsätze in Notgebieten. Im Alter von nur 50 Jahren verunglückt er tödlich auf dem Weg nach Warschau. ba Literaturangaben
Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
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