Suchen Sitemap Kontakt Impressum | Schüler + Studieninteressenten | Wirtschaft | Presse | Alumni + UG | CAU Intern

Zur Startseite

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Universität Kiel und Nationalsozialismus

Nationalsozialismus

Machtergreifung

Lehrerbildung

Vertriebene Wissenschaftler

Heinrich Hoeniger

Aufarbeitung

Weitere Arbeiten

Hinweise

zur Druckfassung


Professor Dr. Heinrich Hoeniger

geb. 26. Dezember 1879 in Ratibor/Schlesien; gest. 14. April 1961 Frankfurt/Main
Einrichtung: Bürgerliches Recht, Arbeits- und Handelsrecht


1932 wird der 53-jährige Rechtswissenschaftler Heinrich Hoeniger aus Freiburg als Professor nach Kiel berufen. Am 9. April 1934 scheidet er bereits wieder aus dem Lehrkörper aus, da er laut dem Universitätsoberinspektor als Jude gilt. Wie viele andere seiner Kollegen wird er unter anderem auf Betreiben der Kieler Studentenschaft 1934 nach Frankfurt zwangsversetzt. 1935 wird er mit 56 Jahren pensioniert, da das Reichsbürgergesetz vom 14. November desselben Jahres vorsieht, dass als Juden eingestufte Beamte mit Ablauf des Jahres in den Ruhestand zu treten haben.

Der Rechtswissenschaftler emigriert 1938 in die Vereinigten Staaten, wo er von 1939 bis 1941 an der Fordham University und von 1941 bis 1950 am Hunter College in New York Vorlesungen über arbeitsrechtliche und sozialpolitische Themen hält.

Nach dem Krieg gibt der als sozial engagiert geltende Heinrich Hoeniger zuweilen Gastvorlesungen in Deutschland, die vor allem von den jungen Studenten begeistert aufgenommen werden. 1950 kehrt er schließlich dauerhaft in die Bundesrepublik zurück, und lehrt als Gastprofessor bis 1960 in Frankfurt. Im selben Jahr geht er in den Ruhestand und erhält die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main, die seit 1952 jährlich an bis zu fünf Persönlichkeiten verliehen wird, die sich auf kommunalpolitischem, kulturellem, wirtschaftlichem, sozialem oder städtebaulichem Gebiet um Frankfurt verdient gemacht haben.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
Döhring, Erich: Geschichte der Juristischen Fakultät 1665 bis 1965 (Geschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel 1665-1965, 3.1). Kiel 1965.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



Zuständig für die Pflege dieser Seite: Pressestelle der Universität   ► presse@uv.uni-kiel.de