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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Hermann Kantorowicz

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Professor Dr. Hermann Kantorowicz

geb. 18. November 1877 in Posen; 12. Februar 1940 in Cambridge, England
Einrichtung: Strafrecht, Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie


Hermann Kantorowicz gilt als bedeutender Vertreter der Rechtssoziologie, die von Max Weber und Eugen Ehrlich begründet und von Kantorowicz weiterentwickelt wurde.

Der Rechtswissenschaftler aus Freiburg wird 1929 nach Kiel berufen, was dort nicht unumstritten ist, denn Kantorowicz war von 1923 bis 1929 Mitglied des Untersuchungsausschusses des Deutschen Reichstags über die Ursachen des Ersten Weltkriegs. Ein Gutachten über die Kriegschuldfrage und eine kritische Einschätzung der Rolle Deutschlands sind schließlich der Auslöser dafür, dass man Kantorowicz, der sich 1932/1933 zu Forschungszwecken in Florenz aufhält, von Kiel fernhalten möchte. Der vom Erziehungsministerium als "Jude" eingestufte Wissenschaftler, der Mitglied des Republikanischen Richterbundes, des Reichsbanners und der Liga der Menschenrechte ist, wird im September aus politischen Gründen aus seinem Amt als Universitätsprofessor entlassen.

Ende des Jahres 1933 werden seine Bezüge eingestellt. Daraufhin verlässt er Deutschland und lehrt 1933/34 an der New York School of Social Research in New York, an der zahlreiche, aus Deutschland emigrierte Gelehrte wirken. In den folgenden Jahren, 1934/35, lehrt er am dortigen City College.

1935 zieht er nach England, wo er am All Soul's College, Oxford, unterrichtet. Zwei Jahre später wird er stellvertretender Direktor der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Cambridge, wo er bis zu seinem Tode bleibt.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
Döhring, Erich: Geschichte der Juristischen Fakultät 1665-1965 (Geschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel 1665-1965, Bd. 2, Teil 2). Kiel 1965.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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