Suchen Sitemap Kontakt Impressum | Schüler + Studieninteressenten | Wirtschaft | Presse | Alumni + UG | CAU Intern

Zur Startseite

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Universität Kiel und Nationalsozialismus

Nationalsozialismus

Machtergreifung

Lehrerbildung

Vertriebene Wissenschaftler

Svend Riemer

Aufarbeitung

Weitere Arbeiten

Hinweise

zur Druckfassung


Dr. Svend Riemer

geb. 28. Oktober 1905 in Berlin; gest. 15. Mai 1977 in Fullerton/Kalifornien
Einrichtung: Soziologie


Der Soziologe Svend Riemer leitet seit 1930 das Akademische Auskunftsamt der Universität Kiel und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der "Volkswirtschaftlichen Zentralstelle für Hochschulwesen". Wegen der "nicht-arischen" Abstammung seiner Frau sieht Riemer sich 1933 gezwungen, seine Stelle zu kündigen: Von offizieller Seite wird ihm mitgeteilt, dass seine Entlassung schon geplant gewesen sei, obwohl "Mischehen" gesetzlich noch nicht verboten sind.

Es wird ihm unmöglich, in Deutschland zu bleiben, wie er der "Society for the Protection of Science and Learning" in einem Schreiben mitteilt.

Im Juni 1933 bemüht sich der Soziologe um ein Stipendium beim "Academic Assistance Council", um einen Aufenthalt an der London School of Economics zu finanzieren. Wie bei vielen anderen deutschen Wissenschaftlern auch, die zu diesem Zeitpunkt zur Emigration entschlossen sind, reicht der Etat der Organisation zur Unterstützung von Wissenschaftlern nicht aus. Riemer bittet schließlich Gunnar Myrdal um Hilfe, den späteren Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels (1970) und Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften (1977). Der Schwede interessiert sich für Riemers Forschungsarbeit und verschafft ihm Arbeit an der Stockholmer Handelshochschule.

Bis 1938 bleibt Riemer im schwedischen Exil, dann wandert er in die USA aus, wo er bis 1940 an der Universität Minnesota lehrt. Anschließend arbeitet er zwei Jahre als Assistenz-Professor in Washington, danach bis 1945 an der Cornell University. Bis 1952 lehrt er in Wisconsin und dann an der University of California, Los Angeles, wo er 1971 emeritiert wird. Nach Deutschland kehrt er nicht zurück.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



Zuständig für die Pflege dieser Seite: Pressestelle der Universität   ► presse@uv.uni-kiel.de