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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Professor Dr. Hans Rosenberg

geb. 18. März 1879 in Berlin; gest. 26. Juli 1940 in Istanbul
Einrichtung: Astronomie


Mit Hans Rosenberg habilitiert sich 1910 in Tübingen erstmals ein Physiker im Fach Astronomie. 1912 wird er neben seiner Lehrtätigkeit dort Leiter der veralteten Sternwarte auf dem Tübinger Schloss. Zusätzlich richtet er in seinem Haus eine Privatsternwarte ein und entwickelt dort neue Methoden zur Messung von Sternhelligkeiten. 1926 kommt er als außerordentlicher Professor nach Kiel, wo auf seine Initiative der Ausbau der Sternwarte vorangetrieben wird.

Am 1. April 1933 wird der Astronom nach einem tätlichen Übergriff von SA-Männern zunächst beurlaubt. Obwohl der dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums"(BBG) als Jude gilt, kann er jedoch vorerst weiter unterrichten, da er im Ersten Weltkrieg gekämpft hat. Ein Jahr später, im März 1934, erhält er sogar die Genehmigung zu einer Auslandsreise in die Vereinigten Staaten, denn von offizieller Seite heißt es, er habe eine "durchaus nationale Haltung zur Schau getragen." Rosenberg, der die weiteren politischen Entwicklungen vorauszuahnen scheint, kehrt von dieser Reise nicht nach Deutschland zurück, sondern bleibt mit seiner Familie in den Vereinigten Staaten. Durch das "Reichsbürgergesetz", das die Nationalsozialisten auf dem Nürnberger Reichsparteitag 1935 verabschieden, wird der Astronom von seinem Posten entlassen.

Von 1934 bis 1937 lehrt Rosenberg an der Universität von Chicago. 1938 emigriert er in die Türkei, wo er als Ordinarius an der Universität in Istanbul bis zu seinem plötzlichen Tod im Alter von 61 Jahren lehrt.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
Schmidt-Schönbeck, Charlotte: 300 Jahre Physik und Astronomie an der Kieler Universität. Kiel 1965.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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