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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Dr. Christoph Weber

geb. 27. Oktober 1883 in Guxhagen/Kassel; gest. 25. März 1958 in Fulda
Einrichtung: Direktor der Universitätsbibliothek


Christoph Weber studiert von 1904 bis 1906 Philosophie und Theologie in Fulda. In Münster setzt er sein Studium fort, wobei er zusätzlich die Fächer Germanistik, Geschichte und semitische Sprachen belegt. Nach seiner Promotion 1909 arbeitet er in der Universitätsbibliothek Münster. 1921 wird er Abteilungsdirektor an der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin. Drei Jahre später erhält er in Kiel die Stelle des Direktors der Universitätsbibliothek.

Dem angesehenen Bibliothekar wird im April 1933 von der Kieler Studentenschaft vorgeworfen, vom Etat übermäßig viel katholische Literatur angeschafft zu haben und außerdem "deutschfeindlich" zu sein. Nachdem Christoph Weber im April 1934 beim Rektor anfragt, wie sicher seine Position in Kiel sei, erhält er eine positive Antwort, da er dem nationalsozialistischen Regime positiv gegenüberstehe. Das Kultusministerium hingegen räumt ein, dass der Bibliothekar "hier im Haus nicht so gut beurteilt wird".

Als sich Weber 1935 einen Vorschuss aus dem Bibliotheksetat auszahlen lässt, ohne ihn zu quittieren, wird er beurlaubt. Obwohl die Universitätsleitung eingesteht, dass der Bibliothekar keine strafbare Handlung begangen hat, wird er im Dezember auf Wunsch von Rektor Dahm nach Königsberg zwangsversetzt und degradiert. Von 1943 bis 1945 verdient er seinen Lebensunterhalt in der Reichstauschstelle, wohin aus dem Besitz von NS-Opfern geraubte Bücher gelangen.

Nach dem Krieg wird er 1946 zum Direktor der Universitätsbibliothek Münster ernannt, wo er bis 1951 arbeitet.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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