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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Professor Dr. Werner Wedemeyer

geb. 17. Oktober 1870 in Hameln; gest. 23. Mai 1934 in Kiel
Einrichtung: Bürgerliches Recht, Römisches Recht, Zivilprozess, Arbeitsrecht


Werner Wedemeyer lehrt seit 1908 als ordentlicher Professor an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Kiel. Trotz seiner "nichtjüdischen" Abstammung gehört er neben Walther Schücking zu den Fakultätsmitgliedern, deren Abberufung von der nationalsozialistisch ausgerichteten Kieler Studentenschaft vehement gefordert wird. In der Kieler Zeitung vom 24. April 1933 verlangt sie seine Beurlaubung. Dem als "republikfreundlich" geltenden Professor wird vorgeworfen, "Umgang mit Juden zu pflegen", da er mit seinem Kollegen Hermann Kantorowicz befreundet ist.

Wedemeyer, der zu den wenigen republiktreuen Hochschullehrern zählt, wird durch die medialen Hetzkampagnen so unter Druck gesetzt, dass er am 22. Mai 1933 um seine vorzeitige Pensionierung bittet, die am 7. Juni erfolgt.

Im Mai des folgenden Jahres stirbt Wedemeyer.

Der Rechtwissenschaftler und überzeugte Nationalsozialist Karl August Eckhardt, der den Lehrstuhl des "versetzten" Karl Rauch innehat, spricht aus diesem Anlass von einem "Kesseltreiben" gegen den Ordinarius, dem er sich "seiner Wesensart getreu, (…) durch die Beantragung vorzeitiger Emeritierung still entzogen (habe)". Es ist derselbe Karl August Eckhardt, Intimus von Heinrich Himmler und seit 1935 Obersturmbannführer, den sein Gönner 1937 vor Parteiangriffen mit folgenden Sätzen protegiert: "Er hat, als die Juden noch geschützt waren, in sehr geschickter Weise, ohne dass das Ausland Einspruch erheben konnte, sämtliche Juden auf deutschen Lehrstühlen dazu gebracht, selbst ihre Entpflichtungsanträge zu stellen."
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
Döhring, Erich: Geschichte der Juristischen Fakultät 1665 bis 1965 (Geschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel 1665-1965, 3.1). Kiel 1965.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].
Schlüpmann, Klaus: Grenzlanduniversität Kiel. In: Vergangenheit im Blickfeld eines Physikers, www.aleph99.org/etusci/ks/t2a7.htm



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