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Erst "Mitläufer", dann "entlastet": Adolf Bracker



Adolf Bracker zeichnete sich insbesondere durch sein frühes Engagement für den Sport und die Turnbewegung aus. Im Laufe seines Lebens hatte er verschiedene Ämter inne, wie zum Beispiel das eines Kinder- und Jugendwarts. Nach Besuch des evangelischen Lehrerseminars Kiel und einer Zusatzausbildung zum staatlichen Turn- und Sportlehrer unterrichtete er an mehreren Schulen in Kiel. Seit 1932 war er als Lehrbeauftragter für Leibesübungen an der Pädagogischen Akademie beschäftigt, wo er vermutlich 1935 – die Einrichtung trug mittlerweile den Titel "Hochschule für Lehrerbildung" – als planmäßiger Dozent für Leibeserziehung und Wehrerziehung angestellt wurde. Bei Kriegsbeginn 1939 eingezogen, stieg Bracker schnell bis zum Kapitänleutnant auf und tat bis zur Kapitulation im Mai 1945 seinen Dienst.

Bracker wendete sich früh der NSDAP zu – nach eigenen Angaben wurde er im Oktober 1932, schon vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten, Parteimitglied. Wenig später trat er auch der SA bei, wechselte 1936 jedoch zur SS, wo er schließlich Hauptsturmführer wurde. Darüber hinaus war Bracker Mitglied im Verein Lebensborn e.V. (einem staatlich geförderten Verein, der sich der "Zucht" von "arischen" Kindern verschrieben hatte), dem NS-Lehrerbund und dem NS-Dozentenbund, über dessen Hochschulgruppe Kiel er 1939 die Führung übernahm.

Sein Aufstieg innerhalb der SS sowie die Mitgliedschaft in weiteren nationalsozialistischen Organisationen lassen vermuten, dass Bracker Ideologie und Ziele des Nationalsozialismus teilte. Im Zuge des Entnazifizierungsverfahrens 1948 betonten sowohl Bracker als auch Zeugen jedoch, dass er lediglich aufgrund seines Engagements als Sportreferent innerhalb der SS emporgekommen sei. Bracker wurde zunächst als "Mitläufer", Ende der Vierzigerjahre dann als "entlastet" eingestuft und konnte somit seinen Lehrberuf wieder aufnehmen. Im Jahre 1951 wurde Bracker Beamter auf Lebenszeit. Er unterrichtete bis zu seiner Pensionierung 1966 an der Humboldt-Schule in Kiel.
sas


Literaturangaben

Klußmann, Astrid; Pfaff, Andreas; Reinsdorf, Katharina; Schimmer, Christiane: Adolf Bracker, ein Dozent an der Hochschule für Lehrerbildung während und nach dem Dritten Reich. In: Pohl, Karl Heinrich (Hrsg.): Die pädagogische Hochschule Kiel im Dritten Reich. Bielefeld 2001, S. 132-154.



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