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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Spezialist für Rassenkunde: Professor Paul Brohmer



Paul Brohmer war seit 1927 als Professor für Biologie und ihre Didaktik an der Hochschule für Lehrerbildung (HfL) Kiel tätig. Anfang der Dreißigerjahre war er stellvertretender Direktor der Hochschule. Ab 1. Mai 1933 – nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten – hatte er den Lehrstuhl für Vererbungslehre, Rassenkunde, Biologie und Methodik des Naturkundeunterrichtes inne. Am gleichen Tag trat er offiziell in die NSDAP ein. Schon im Januar desselben Jahres war er öffentlich für den Nationalsozialismus eingetreten, als er zusammen mit Direktor Ulrich Peters nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler die Hakenkreuzflagge über dem Hochschulgebäude gehisst hatte.

Im Jahre 1948 verfasste Brohmer ein Gutachten, das seinem Kollegen Adolf Bracker die uneingeschränkte Fähigkeit zur Lehrtätigkeit an der Pädagogischen Hochschule zusprach. Wieso Brohmer, der laut dem Autorenkollektiv um Astrid Klußmann als "führender Repräsentant der NS-Biologiedidaktik" galt, trotz seiner eigenen Vergangenheit diese Gutachterposition einnehmen konnte, bleibt offen.
sas


Literaturangaben

Pohl, Karl Heinrich (Hrsg.): Die Pädagogische Hochschule Kiel im Dritten Reich. Bielefeld 2001, S. 7-24.
Klußmann, Astrid; Pfaff, Andreas; Reinsdorf, Katharina; Schimmer, Christiane: Adolf Bracker, ein Dozent an der Hochschule für Lehrerbildung während und nach dem Dritten Reich. In: Ebd. S. 132-154.



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